Crypto-Forscher lauschen an WPA-WLANs

Schwächen bei TKIP-Verschlüsselung gefunden

Für Aufregung sorgt die Ankündigung eines Vortrags für die kommende Security-Konferenz "PacSec 2008" in Japan. Deutsche Wissenschaftler wollen dort über Schwächen der bisher als sicher geltenden WPA-Verschlüsselung sprechen. Damit ist das Mitlesen von Daten möglich - nicht aber das Anmelden an fremden WLANs, erklärte einer der Forscher Golem.de.

Anzeige

Unter dem Titel "Gone in 900 Seconds, Some Crypto Issues with WPA" will Erik Tews von der TU Darmstadt auf der ab 12. November 2008 in Tokio stattfindenden Konferenz "ParSec 2008" sprechen. Die Forschung an WPA fand unter Federführung seines Kollegen Martin Beck statt, von dem auch das Werkzeug "Aircrack" zum Knacken von WLANs stammt, sagte Tews Golem.de.

Beck und Tews machten bereits 2007 von sich reden, als sie die bekannten Angriffe auf die WLAN-Verschlüsselung WEP so weit optimierten, dass es nach einer Minute Mitschneiden des verschlüsselten Datenverkehrs Zugang zum Access Point gab.

Bei den gegenwärtigen Angriffen auf das als sicher geltende WPA, das auch als WEP-Alternative empfohlen wird, ist es aber noch nicht möglich, den Schlüssel zu erhalten. Dennoch kann man in per WPA-TKIP verschlüsselten WLANs kleine Teile des Datenverkehrs im Klartext mitlesen.

Laut Erik Tews reichen 15 Minuten Lauschen an einem WLAN mit WPA-TKIP, um pro Minute 1 Byte im Klartext entschlüsseln zu können. Gelingt es ihm, 30 weitere Minuten mitzuhören, hat er Material für 15 neue Pakete. Aus diesen einzelnen Paketen kann er wiederum ein Zeichen pro Minute lesbar machen. Unter Umständen sei es sogar möglich, in das fremde Netz Daten zu senden. Ob sich das für weitere Angriffe nutzen lässt, steht noch nicht fest.

Dabei handelt sich um einen "aktiven Protokollangriff", so Tews, das Herausfinden des Schlüssels war dabei nie sein Ziel. Die geringe Ausbeute liegt an der standardmäßigen Schlüssellebensdauer von 60 Sekunden - gegen seine Methode, so Tews weiter, könne man sich also auch schützen, wenn der Access Point es erlaubt, diese Lebensdauer herabzusetzen.

Der Informatiker gibt zu, dass das "effizienzmäßig nicht so erschreckend" ist. Aber: "Vor zwei Jahren dachten wir uns: TKIP sieht nicht toll aus, aber es ist noch nicht auseinandergefallen". Nun sei zumindest der Nachweis erbracht, dass das Verfahren im Prinzip angreifbar sei. Wie die Methode genau funktioniert, wollen die Crypto-Forscher erst in ihrem Vortrag auf der ParSec 2008 verraten. Derzeit finden noch Überlegungen statt, die Technik auch in einer öffentlich zugänglichen Arbeit zu dokumentieren. Damit soll sich laut Tews der Angriff ohne großen Aufwand nachstellen lassen.

WPA2 mit dem Verschlüsselungsalgorithmus AES ist Tews zufolge immer noch als sicher einzuordnen. Seine Untersuchungen richteten sich ausschließlich auf WPA mit TKIP.


Calin Rus 10. Nov 2008

Ja, das kann er. Er kann aber auch irgendwann mal seinen Urenkeln erzählen, womit er als...

Martin Beck 08. Nov 2008

Der Vortrag am 12.11. sollte die letzten Unklarheiten beseitigen. Das Paper [0] ist in...

5el 07. Nov 2008

Was nützt dir DES wenn alle den gleichen Key verwenden?

bla 07. Nov 2008

[ ]du hast seine Ironie kapiert ^^

jtsn 07. Nov 2008

...im Hexadezimalformat mit genau 64 Ziffern (0-9, A-F), wenn Deine Geräte das können...

Kommentieren


Coder Forum / 11. Nov 2008

WPA gehackt

nexem.info - Der News-Blog / 09. Nov 2008

WPA-Verschlüsselung nicht mehr sicher

Crap of the Web / 07. Nov 2008

OMG: WPA nicht mehr sicher



Anzeige

  1. ERP-Analyst (m/w) Finance und Controlling
    Güntner GmbH & Co. KG, Fürstenfeldbruck (Raum München)
  2. Software Engineer (m/w) - Software System Development
    Siemens AG, Erlangen
  3. Engineering Consultant (m/w)
    RUETZ SYSTEM SOLUTIONS GmbH, München
  4. Senior System Architect (m/w)
    Siemens AG, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Quartalsbericht

    Apple mit Gewinnzuwachs, iPad-Verkauf erneut rückläufig

  2. Quartalsbericht

    Microsoft macht 700 Millionen US-Dollar Verlust mit Nokia

  3. Mayday

    Kindle-Besitzer können auf Knopfdruck Hilfe rufen

  4. Lufthansa Taxibot

    Piloten schleppen ihre Flugzeuge bald selbst zur Startbahn

  5. Geheimdienste

    USA und Deutschland wollen Leitlinien vereinbaren

  6. Geheimdienste

    DE-CIX bei manipulierter Hardware machtlos gegen Spionage

  7. Digitale Agenda

    Bund will finanzielle Breitbandförderung festschreiben

  8. DVB-T2

    HDTV sollte unverschlüsselt über Antenne kommen

  9. Wissenschaft

    Hören wie die Fliegen

  10. iWatch

    Apples Smartwatch könnte aus zwei Teilen bestehen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Sony RX100 Mark III im Test: Klein, super, teuer
Sony RX100 Mark III im Test
Klein, super, teuer
  1. Custom ROM Sonys Bootloader einfacher zu entsperren
  2. Sony Xperia T3 kommt als Xperia Style für 350 Euro
  3. Auge als Vorbild Sony entwickelt gekrümmte Kamerasensoren

Programmcode: Ist das Kunst?
Programmcode
Ist das Kunst?
  1. Suchmaschinen Deutsche IT-Branche hofft auf Ende von Googles Vorherrschaft
  2. Quartalsbericht Google steigert Umsatz um 22 Prozent
  3. Project Zero Google baut Internet-Sicherheitsteam auf

Android L im Test: Google verflacht Android
Android L im Test
Google verflacht Android
  1. Android L Keine Updates für Entwicklervorschau geplant
  2. Inoffizieller Port Android L ist für das Nexus 4 verfügbar
  3. Android L Cyanogenmod entwickelt nicht anhand der Entwicklervorschau

    •  / 
    Zum Artikel