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BD+ gehackt - freier Blu-ray-Player für Linux kann kommenFreie Software kann nun langsam zu AnyDVD HD aufschließen
BD+ ist eine kleine virtuelle Maschine (VM), die in autorisierten Abspielgeräten und Wiedergabesoftware eingebettet ist und in welcher der Code auf den Blu-ray-Medien ausgeführt wird. Dieser versucht dann anhand bestimmter Daten zu überprüfen, ob der VM kompromittiert wurde und verweigert die Wiedergabe. Bisher konnte nur Slysoft mit seiner kommerziellen Windows-Software AnyDVD HD dies umgehen - erst durch Imitieren von Softwareplayern, dann offenbar durch ausgefeiltere
Mechanismen.
Auch private Entwickler sahen sich seit August 2008 - nach dem Auftauchen weiterer Processing Keys (MKBv4, MKBv7) - bereits in der Lage, Blu-ray-Discs mit AACS-Verschlüsselung auszulesen. Nun haben es Mitglieder der Videocommunity Doom9 geschafft, selbst BD+ auszuhebeln - ohne Hilfe von Slysoft, wie der an der Entwicklung maßgeblich Beteiligte erklärte. Der BD+-Code läuft dabei laut "Oopho2ei" in einem Java-basierten Emulator. Oopho2ei hatte am 28. Oktober 2008 ein erfolgreiches Auslesen des BD+-geschützten Blu-ray-Films "The Day After Tomorrow" vermeldet. Dazu verwendete er ein Blu-ray-Laufwerk mit modifizierter Firmware, DumpHD zum Entschlüsseln der Inhalte gemäß AACS-Spezifikation und den gemeinsam entwickelten BDVM Debugger. Letzterer erstellt eine Konvertierungstabelle, die ein weiteres kleines Tool zur Wiederherstellung des kompletten Hauptfilms verwendete. Da die Quellcodes jeweils veröffentlicht wurden, können nun auch eigene Tools programmiert werden. Die Aufregung um den Hack kann Oopho2ei zwar nicht verstehen, AnyDVD HD sei deutlich leistungsfähiger und komfortabler. Viele Nutzer im Doom9-Forum gratulieren ihm und dem Rest des Teams aber dennoch. Und erhoffen sich eine bequem zu bedienende Software zur Wiedergabe von Blu-ray-Filmen etwa unter Linux. Doch nicht nur unter dem freien Betriebssystem gibt es noch keine freie oder frei verkäufliche Wiedergabesoftware, auch unter MacOS X fehlt das noch. Durch die Freigabe des von Oopho2ei und Co. entwickelten Quellcodes kann die Entwicklung nun starten. Gleichzeitig wird es mit dem Umgehen von BD+ auch einfacher, hochauflösende Kopien anzulegen - die Schattenseite der Entwicklung. Die Filmindustrie wird deshalb mit Argusaugen beobachten, was im Doom9-Forum vor sich geht, während private Tüftler sich an die Entwicklung neuer Software machen. Software, die auch in Deutschland wegen der Umgehung von Kopierschutzsystemen nicht eingesetzt oder verbreitet werden darf. Die große Aufmerksamkeit hat Oopho2ei in Sorge um seine persönliche Sicherheit bewogen, folgende Nachricht zu hinterlassen: "Ich glaube, ihr Jungs könnt das Projekt nun auch ohne mich fortsetzen. Ich werde diesen Account nicht mehr benutzen, ich habe nun sowieso andere Dinge zu erledigen. Vielleicht werde ich später wieder dazukommen, mit einem anderen Spitznamen, aber ich bezweifle es." Die auf Antigua sitzende Firma Slysoft kritisiert derweil wieder Hollywood - diesmal für die BD-Live-Funktion von Blu-ray-Filmen. Diese würden teils ohne Kenntnis des Betrachters eine Onlineverbindung zum Hersteller aufbauen, gleich zum Start der damit deutlich verzögerten Wiedergabe, unabhängig davon, ob überhaupt Onlineextras angefordert würden. Die Kritik: Hollywood schert sich nicht um die Privatsphäre der Kunden, es gehe ums Datensammeln. Das zum Download angebotene Bonusmaterial sei schließlich noch von so geringem Umfang, dass es auch so auf die Blu-ray-Medien passen würde. Gleichzeitig würden Hard- und Softwareplayer ihre Kunden nicht vor der Datensammelwut warnen oder schützen, so Slysoft. Die Lösung hat Slysofts AnyDVD HD seit der am 31. Oktober 2008 erschienenen Version 6.4.7.9 2008 10 31 parat - BD-Live lässt sich deaktivieren. Außerdem wird eine neue Version von BD+ ausgetrickst und Regionalsperren (Region Locks) in Menüs werden deaktiviert. (ck)
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