Wie das neue User-Interface für Firefox entsteht

Golem.de im Gespräch mit Aza Raskin von Mozilla Labs

Mozillas Browser soll humaner werden, am besten soll das Interface ganz verschwinden. So beschreibt Aza Raskin, der seit Anfang 2008 "Head of User Experience" bei Mozilla Labs ist, das Ziel seiner Arbeit. "Menschen fürchten sich oft vor Veränderungen", sagt Raskin im Gespräch mit Golem.de, aber nur was anders ist, könne auch besser sein.

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Hinweis: Die in diesen Artikel eingebundenen Videos sind im englischen Original und in einer Version mit deutscher Übersetzung verfügbar.

Aza Raskin ist 24 Jahre alt und knüpft an die Arbeit seines 2005 verstorbenen Vaters Jef Raskin an. Der gilt als Vater des Mac und arbeitete schon daran, die Schnittstelle zwischen Mensch und Computer humaner zu machen. Der Sohn hielt mit zehn Jahren seinen ersten Vortrag zum Thema User Interface, mit 21 Jahren gründete er mit Freunden die Firma Humanized, zwei Jahre später Songza, um zu demonstrieren, wie eine "menschliche Benutzerschnittstelle" ("human interface") für Musik aussehen kann. Mit Golem.de traf sich Raskin im Keller der C-Base in Berlin.

 

Humanized
Humanized
"Wenn wir bei Mozilla Labs ein User Interface entwerfen, dann soll es nicht benutzbar sein, sondern human", erklärt Raskin. Ein benutzbares Interface verhalte sich zu einem humanen wie essbare Speisen zu köstlichen. Ein humanes Interface ist tolerant gegenüber menschlichen Fehlern und arbeitet zum Vorteil des Menschen.

Zwei Dinge sind für Raskin entscheidend, damit Interfaces humaner werden können: Das Ziel muss sein, Interfaces quasi unsichtbar zu machen; und um dahin zu kommen, bedarf es großer Experimentierlust.

Jef Raskin - The Humane Interface
Jef Raskin - The Humane Interface
Ein humanes Interface, das ist die Grundlage, nutzt die kognitiven Fähigkeiten des Menschen. Interface-Designer sollten deshalb ein gutes Verständnis der menschlichen Kognetik haben, also von der Ergonomie des menschlichen Geistes, wie sie Azas Vaters Jef in seinem Buch The Humane Interface beschreibt. Dabei geht es vor allem um heuristische Regeln, die beim Design helfen. Wichtig sind Fragen wie: Wie viele Dinge kann ein Mensch im Kurzzeitgedächtnis speichern? "Sieben, plus/minus zwei", sagt Raskin. Wie schnell muss eine Reaktion auf einen Klick erfolgen, damit der Nutzer nicht doppelt klickt? "Nach 250 Millisekunden".

"Auf wie viele Dinge kann sich ein Mensch gleichzeitig konzentrieren?", fragt Raskin und antwortet: auf eine. "Dennoch entwickeln wir die ganze Zeit Systeme, die uns zwingen, zwei Tasten, die 10 Meter entfernt voneinander sind, gleichzeitig zu drücken. Wir sollen zwei Sachen gleichzeitig unsere Aufmerksamkeit schenken, wir sollen den Systemzustand im Kopf haben, wenn wir eine Aktion durchführen. Das geht immer schief."

Wie das neue User-Interface für Firefox entsteht 

peter pan_ 19. Nov 2008

...mit einem interessanten Menschen, noch dazu in angenehmer Auflösung. Danke Golem...

laberbacke 10. Nov 2008

Wenn ich den weiten Weg von schneller Eingabe per Tastatur auf ,,lange zielen'' und...

sn4fu 09. Nov 2008

Ahja, jetzt waerst du beinah bei einem Argument angekommen, wenn's nicht leider Off...

sn4fu 09. Nov 2008

Zu spaet daran gedacht den Beitrag als OT zu markieren.

sn4fu 09. Nov 2008

Die Ironie dieser Aussage war mir voller Tragweite bewusst, daher auch das *g* am Ende...

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