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Nur noch digital: US-Tageszeitung stellt Printausgabe einChristian Science Monitor erscheint ab April 2009 nur noch online
100 Jahre nach der Gründung steht dem Christian Science Monitor, einer renommierten, in Boston erscheinenden Tageszeitung, ein tiefgreifender Wandel bevor. Ab April 2009 wird das Blatt seine Printausgabe einstellen und nur noch im Internet erscheinen, berichtet die New York Times. Zusätzlich will die Zeitung ein gedrucktes Wochenendmagazin herausbringen.
Als Grund für die Maßnahme nennt Chefredakteur John Yemma Kosteneinsparungen. Die Umstellung auf eine digitale Erscheinungsweise erlaube es der Zeitung, die meist kurz Monitor genannt wird, acht seiner Auslandsbüros zu erhalten. Auslandsberichterstattung gilt als eine der starken Seiten des Monitor. Das ist ein ungewöhnlicher Schritt: Normalerweise werden Kosten eingespart, indem das Personal reduziert wird. Derzeit erscheint die Zeitung mit fünf gedruckten Ausgaben pro Woche. Gegründet wurde der Monitor 1908 von Mary Baker Eddy, die auch die Religionsgemeinschaft Christian Science ins Leben gerufen hat. Anders als andere Medienprodukte ist der Monitor nicht auf Gewinn ausgerichtet. Er wird von Christian Science finanziert, ist jedoch weltanschaulich unabhängig. Das geht so weit, dass die Zeitung grundsätzlich nicht über Christian Science berichtet. Derzeit hat der Monitor noch eine Auflage von 52.000 Exemplaren. Das ist weniger als ein Viertel der Auflage von 1970. Der Monitor ist die erste überregionale Zeitung in den USA, die diesen Schritt wagt. Bislang haben nur einige kleinere Zeitungen ihre Printausgaben teilweise oder ganz aufgegeben und sind ins Internet abgewandert. Yemma ist jedoch überzeugt, dass diese Veränderung unausweichlich ist: "Wir haben den Luxus, die Gelegenheit, einen Schritt zu machen, den die meisten Zeitungen in den nächsten fünf Jahren machen müssen." Ob er Recht behalten wird, ist fraglich. Durch sein besonderes Finanzierungsmodell hat der Monitor eine Sonderstellung. Nur ein kleiner Teil der Kosten wird über die Einnahmen durch das Printprodukt in Form von Werbung und Abonnements gedeckt. Für die meisten anderen Zeitungen hält Ken Doctor, Analyst beim auf den Medienmarkt spezialisierten Marktforschungsunternehmen Outsell, den Schritt des Monitor deshalb für keine Alternative. Über 90 Prozent der Einnahmen der Zeitungen kommen über der gedruckten Ausgabe. Gäben die Zeitungen diese auf, verlören sie praktisch ihre gesamten Einnahmen, sagte Doctor der New York Times. Einsparungen etwa beim Druck und der Auslieferung machten diese Verluste jedoch nicht wett. (wp)
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