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Umweltschützer greifen Regierung wegen Handystrahlung anBUND fordert Übergang zu mobilen optischen Übertragungstechniken
Der Chef des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert eine Kehrtwende zum Schutz der Menschen vor künstlich erzeugten elektromagnetischen Feldern. "Es ist unverständlich, warum Bundesumweltminister Sigmar Gabriel erst kürzlich noch Entwarnung gab, die Strahlung des Mobilfunks schade zumindest erwachsenen Handynutzern nicht", so Weiger. "Das EU-Parlament hält die Grenzwerte für nicht ausreichend. Zudem weiß man
noch viel zu wenig über die Langzeitwirkungen von Funkstrahlung."
Bei der Vorstellung der Ergebnisse des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms (DMF) am 17. Juni 2008 hatte Gabriel erklärt, die derzeit gültigen Grenzwerte schützten nach wissenschaftlichem Kenntnisstand vor gesundheitsschädlichen Auswirkungen des Mobilfunks. Das Forschungsprogramm habe "bestehende Befürchtungen zu möglichen Gesundheitsgefahren des Mobilfunks, die es in Teilen der Bevölkerung gibt, nicht bestätigt", so der Minister Das EU-Parlament stellte aber schon wenige Wochen später fest, dass die Grenzwerte für die Exposition der Bevölkerung gegenüber elektromagnetischen Feldern (0 Hz bis 300 GHz) nicht mehr aktuell seien, da sie seit 1999 nicht mehr angepasst wurden. Die Grenzwerte gewährleisteten den Schutz Schwangerer und Neugeborener nicht. Belgien, Italien oder Österreich hätten bereits strengere Emissionsnormen festgelegt. Beim Menschen nachgewiesene gesundheitliche Schäden durch die Auswirkungen der elektromagnetischen Felder seien Schlafstörungen und Erschöpfungszustände, so der BUND. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten Störungen des vegetativen Nervensystems sowie eine erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke, wodurch Umweltschadstoffe direkt ins Gehirn gelangen könnten. Zudem bestehe der Verdacht auf Förderung sowie Auslösung von Hirntumoren. Insekten und Tiere wie Bienen, Brieftauben oder Fledermäuse verlören durch künstliche elektromagnetische Felder zum Teil die Orientierung. Vor allem in bewohnten Gebieten lägen die künstlichen Felder oftmals mehr als zehntausend- bis millionenfach höher als die natürliche Strahlung und damit im Bereich von biologisch nachweisbaren Wirkungen. Nötig sei deshalb die Verschärfung der aktuellen Grenzwerte für elektromagnetische Strahlung um das Zehnmillionenfache auf 1 Mikrowatt pro Quadratmeter. Sendeanlagen sollten nur an Orten gebaut werden, wo eine minimale Belastung der Anwohner entsteht, nicht aber an Standorten mit möglichst geringen Mietkosten. Sich überlagernde Funknetze sollten zurückgebaut und netzgebundene Techniken erweitert werden. Der Übergang zu mobilen optischen Übertragungstechniken biete sich als eine gesundheitsverträglichere Alternative an, so Bernd Müller, der BUND-Mobilfunkexperte. Rund 260.000 Mobilfunk-Sendeanlagen, 2 Millionen kleinere Sendeanlagen, 50 Millionen häusliche Sendeanlagen wie WLAN, schnurlose Telefone und Anlagen zur Daten- und Videoübertragung sowie rund 100 Millionen Mobiltelefone gebe es derzeit in Deutschland. Viele Geräte würden die Grenzwerte der Verordnung über elektromagnetische Felder überschreiten. (asa)
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