EU-Kommission will Roamingpreise weiter senken

SMS aus dem europäischen Ausland ab Juli 2009 für höchstens 11 Cent

Die EU-Kommission will die Preise für SMS aus dem europäischen Ausland weiter senken. Nach Vorstellungen der Kommission sollen die Textnachrichten nicht mehr als 11 Cent kosten. Die Änderungen sollen ab 1. Juli 2009 in Kraft treten. Außerdem will die Kommission das Sprachroaming bis Juli 2012 noch einmal günstiger machen.

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Heute kostet das Versenden einer Nachricht aus dem europäischen Ausland im Schnitt 29 Cent, deutlich mehr als im Inland. Der Verbraucher soll für die Nutzung seines Mobiltelefons im europäischen Ausland aber nicht mehr zahlen als zu Hause, begründete Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, den Vorstoß. Das gelte für das Telefonieren ebenso wie für das Versenden einer SMS oder das Surfen im Internet. Deshalb will die EU-Kommission die Kosten für eine SMS innerhalb der Gemeinschaft auf höchstens 11 Cent (ohne Mehrwertsteuer) begrenzen. Das sei eine Senkung um 60 Prozent.

Die Obergrenze für die Vorleistungsentgelte soll bei 4 Cent liegen. Die Vorleistungsentgelte sind die Kosten, die Betreiber sich untereinander gegenseitig für die Weiterleitung von Nachrichten in ihren Netzen berechnen.

Daneben will die Kommission dafür sorgen, dass die Kosten für die mobile Internetnutzung im Ausland transparenter werden. Nutzer, die an günstigere Datenkommunikationsdienste zu Hause gewöhnt seien, sollten besser vor hohen Rechnungen geschützt werden. Roamingkunden sollen deshalb eine automatische Nachricht erhalten, die über die Kosten für das Datenroaming des Landes informiert, in dem sie sich befinden. Außerdem will die Kommission bis Mitte 2010 durchsetzen, dass Nutzer im Voraus ein Kostenlimit für Datendienste festlegen können. Ist diese Grenze erreicht, wird die Datenverbindung abgebrochen.

"Europa sorgte mit seinem GSM-Standard dafür, dass der Mobilfunk weltweit attraktiv wurde. Es ist jetzt an der Zeit, zu zeigen, dass es einen echten Binnenmarkt für Telekommunikation gibt, in dem Verbraucher ihr Handy in allen 27 EU-Staaten benutzen können, ohne bei Grenzübertritt über Gebühr belastet zu werden", sagte Kommissionspräsident Manuel Barroso. "Wenn wir dies zügig umsetzen, wird das Aufkommen von SMS- und Datenroamingdiensten stark zulegen. Es wird sich dabei zeigen, dass niedrigere Roaminggebühren für alle Beteiligten - Unternehmen wie Verbraucher - vorteilhaft sein kann."

Schließlich will die Kommission die Preisobergrenzen für das Sprachroaming noch einmal senken. Derzeit kosten Gespräche im Ausland 46 Cent, im Ausland angenommene Gespräche 22 Cent. Ab 1. Juli 2012 sollen die Obergrenzen bei 34 Cent und 10 Cent liegen. Das Europäische Parlament und der Europäische Rat müssen den Vorschlägen noch zustimmen.

Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) glaubt, dass die Kommission an der falschen Stelle reguliert. "Die Lösung sollte, wenn nötig, eine Regulierung der Vorprodukte sein. Daher unterstützen wir die Pläne der EU-Kommission, für Vorleistungspreise im Datenroaming eine Obergrenze festzulegen", sagte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner.

Laut dem Verband sind hohe Vorleistungsentgelte, die von den großen internationalen Mobilfunkbetreibern festgelegt werden, das eigentliche Problem. Wenn kleinere Netzbetreiber für ein Datenvolumen von 1 Megabyte bereits einen Einkaufspreis von mehreren Euro zahlen müssen, müssten sie auch ihren Kunden "unerfreulich hohe Preise" berechnen. Die Lösung seien laut Grützner "niedrige, faire Vorleistungspreise", nicht aber die Regulierung der Endkundenpreise.


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Kassenzone - Commerce, Mobile, Technologie / 24. Sep 2008

Tackling “bill shocks” – Datenroaming-Preise im Visier



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