Hohe Geldstrafe für Lidl

Knapp 1,5 Millionen Euro Strafe wegen Mitarbeiterbespitzelung

Lidl muss eine hohe Geldstrafe wegen der Bespitzelung seiner Angestellten und anderer Verletzungen des Datenschutzes zahlen. Die zuständigen Behörden haben ein Bußgeld in Höhe von 1,462 Millionen Euro gegen den Lebensmittelkonzern verhängt. Bei Ermittlungen hatten sie schwerwiegende Datenschutzverstöße festgestellt.

Anzeige

Im März 2008 hatte das Hamburger Wochenmagazin Stern aufgedeckt, dass der Lebensmittelkonzern Lidl seine Angestellten systematisch überwachen ließ. Dabei interessierte sich der Konzern nicht nur für das Verhalten am Arbeitsplatz, sondern ließ die Sicherheitsunternehmen auch das Privatleben der Mitarbeiter durchleuchten.

Nach diesen Berichten überprüften die Datenschutzbehörden von zwölf Bundesländern eine Reihe von Lidl-Vertriebsgesellschaften und stellten dort nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums "zum Teil schwerwiegende oder zumindest erhebliche Datenschutzverstöße" fest. So hatten die einzelnen Lidl-Gesellschaften im untersuchten Zeitraum von Januar 2006 bis März 2008 mehr als 900-mal Detektive damit beauftragt, die Angestellten zum Teil verdeckt mit der Kamera zu überwachen, und so "mit Hilfe der Detektive in erheblichem Umfang und unzulässig sensible Daten über Mitarbeiter erhoben, verarbeitet und genutzt."

Wegen der Verletzungen des Datenschutzes verhängten die Behörden Geldbußen zwischen 10.000 und 310.000 Euro gegen die 35 Lidl-Vertriebsgesellschaften. Insgesamt summieren sich die Strafen auf 1,462 Millionen Euro.

Da die 35 überprüften Vertriebsgesellschaften, die die Bespitzelungen in Auftrag gegeben hatten, eigenständige Unternehmen sind, waren die Datenschützer der jeweiligen Bundesländer für die Ermittlungen zuständig. Die Koordination übernahmen die Datenschützer aus Baden-Württemberg, weil Lidl seinen Hauptsitz in Neckarsulm bei Heilbronn hat.

"Dem Datenschutz wachsen Zähne ", kommentierte Schleswig-Holsteins Datenschützer Thilo Weichert die Strafen für die Verstöße gegen den Datenschutz, bei denen es sich seiner Ansicht nach um "besonders gesellschaftsschädliche Wirtschaftskriminalität" handelt. Bislang seien sie jedoch häufig als Kavaliersdelikte angesehen worden, weshalb Staatsanwaltschaften und Gerichte die von den Datenschutzbehörden verhängten Geldbußen oft nicht bestätigt hätten.

Was drastisch klingt, dürfte Lidl indes nicht allzu schwer treffen: Der Jahresumsatz des Lebensmittelkonzerns liegt bei rund 50 Milliarden Euro. Die Behörden rechnen damit, dass die einzelnen Lidl-Zweige keinen Einspruch gegen die Strafen erheben.


spanther 14. Sep 2008

LOL Fuselbär du bist niedlich xD

spanther 14. Sep 2008

Da muss ich dir leider zustimmen. Die Welt ist korrupt und Lidl ist groß. Die lassen...

/dev/urandom 13. Sep 2008

Das sehe ich genauso. Meiner Meinung nach ist die Summe für ein Unternehmen dieser Größe...

BB 13. Sep 2008

Die Strafen sind wirklich lächerlich, das geht ja nicht mal durch die Portokasse. Das hat...

Der Kaiser 12. Sep 2008

Hier steht nichts außer einem Paradoxon..

Kommentieren



Anzeige

  1. Systemadministrator/-in Lokale Netzwerke und LAN-Design
    Dataport, Hamburg
  2. Ad Manager (m/w)
    Heise Medien Gruppe GmbH & Co. KG, Hannover oder München
  3. IT-Systemadministrator (m/w)
    AKDB, Würzburg
  4. IT-Techniker (m/w)
    Dänisches Bettenlager GmbH & Co. KG, Handewitt (bei Flensburg)

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Versatel

    United Internet kauft Glasfasernetz für 586 Millionen Euro

  2. Android Wear

    Google will die Smartwatch klüger machen

  3. Flir One

    PIN-Ausspähung per Wärmesensor

  4. Dolby Atmos probegehört

    Klang aus der Decke kommt fürs Heimkino

  5. Air Food One

    Post liefert online bestelltes Lufthansa-Essen nach Hause

  6. Threshold

    Microsoft China scherzt über Startmenü in Windows 9

  7. Lieferdrohnen

    Nasa entwickelt Leitsystem für Flugroboter

  8. Radeon R9 285

    Die schnellste Grafikkarte mit nur zwei 6-Pol-Anschlüssen

  9. Bitcoin

    Charles Shrem will sich schuldig bekennen

  10. Mozilla

    Firefox 32 verbessert Werkzeuge und Leistung



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Test Infamous First Light: Neonbunter Actionspaß
Test Infamous First Light
Neonbunter Actionspaß
  1. Infamous Erweiterung First Light leuchtet Ende August 2014

Test Bioshock für iOS: Unterwasserstadt für die Hosentasche
Test Bioshock für iOS
Unterwasserstadt für die Hosentasche
  1. Unter Wasser Bioshock auf iOS-Geräten

Überschall-U-Boot: Von Schanghai nach San Francisco in 100 Minuten
Überschall-U-Boot
Von Schanghai nach San Francisco in 100 Minuten

    •  / 
    Zum Artikel