Interview mit Boris Schneider-Johne über die Xbox 360
Schneider-Johne: Die Frage hat sich schon gestellt. Final Fantasy 11 Online ist verfügbar für die Xbox 360 und benötigt eine Festplatte. Die Xbox 360 Arcade ist einsteigerorientiert, alle diskbasierten Spiele laufen, aber die onlinebasierten Spiele brauchen eine Festplatte. Wir werden ein Kit anbieten, so dass man für wenig Geld auf eine Festplattenlösung upgraden kann und auch das Zubehör für Onlinespiele, Headsets etwa, wird es geben in Zukunft. Aber die Arcade ist nicht für Core-Spieler optimiert. Der kauft die Version für 270 Euro.
Golem.de: Wie groß ist nach Ihrer Einschätzung derzeit die Bedeutung von Exklusivtiteln?
Schneider-Johne: Das ist schwierig einzuschätzen. In der Vergangenheit, in den achtziger und neunziger Jahren, war das ein großes Thema. Ich erinnere mich an die großen "Mario versus Sonic"-Debatten. Was wir heute sehen ist, dass der Einfluss von Exklusivtiteln auf die Verkaufskurven immer kleiner wird. Zusätzlich sind wir in der Situation, dass es auf mehreren Konsolen Kopf-an-Kopf-Rennen gibt und dass niemand superklar in Führung liegt - insbesondere in Sachen Playstation 3 gegen Xbox 360 nicht.
Angesichts der Produktionskosten der Spiele ist es für Entwickler kaum möglich, sich exklusiv an jemanden zu binden. Nun macht Sony seine eigenen Spiele für die eigene Konsole, wir machen unsere eigenen Spiele für unsere Konsole. Die Titel sind exklusiv, da versucht man auch das Beste der Konsole herauszukehren, aber jemand wie Electronic Arts oder Activision kann sein Geschäftsmodell selten darauf aufbauen, für eine Konsole exklusiv zu entwickeln. Deswegen haben die Exklusivtitel ein bisschen an Bedeutung verloren. Was natürlich nicht bedeutet, dass man sich nicht trotzdem gerne mit den Federn schmückt.
Golem.de: Weibliche Spieler mögen die Wii, und auch die Playstation 3 kommt etwa dank Singstar besser an bei den Frauen als die Xbox 360. Was will Microsoft tun, um in dieser Zielgruppe voranzukommen?
Schneider-Johne: Das ist eine spannende Frage. Als wir die Xbox 360 angekündigt haben, tauchte in der ersten Liste mit Spielen, die per Software kompatibel sind, ausgerechnet "Barbie Horse Adventure" ganz oben auf. Und die Core-Community war entsetzt! Wie wir es denn wagen könnten, ein Barbie-Spiel kompatibel zu machen, wenn andere Spiele, die sie haben wollten, nicht liefen! Lag natürlich daran, dass das automatisch mitlief, das funktionierte einfach und dann stand es oben auf der Liste und rausschmeißen wollten wir es auch nicht.
Es ist diese feine Balance. In dem Augenblick, in dem man etwa aktiv die weibliche Zielgruppe anspricht, ist immer die Frage da, ab wann die Core-Community anfängt, sich zu ärgern. Wir sind in einer Übergangsperiode - in diesem Jahr bietet Xbox 360 viele Inhalte für Familien. Insbesondere wird es spannend, ob wir es schaffen, für diese Zielgruppen etwas zu bieten. Den ersten Schritt machen wir mit unseren Fernsehshows. Wir haben schon viele Ideen, was man sonst noch machen kann, um die ganze Familie online an den Bildschirm zu holen.







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als multimediakonsole verbrennen mir die dinger zuviel strom. für die 360 gibt es mehr...
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