US-Grenzbehörden sammeln Daten von Grenzgängern

US-Heimatschutzministerium will wissen, wer die USA auf dem Landweg betritt

US-Grenzbeamte erfassen jetzt auch Daten von Reisenden, die die USA auf dem Landweg betreten. Diese waren bislang von der Datensammlung der Behörden verschont geblieben. Die Behörden dürfen die Daten unter Umgehung von bestehenden Datenschutzbestimmungen an Behörden im In- und Ausland weitergeben.

Anzeige

Dass US-Behörden die Daten von Reisenden, die per Flugzeug ins Land kommen, sammeln, ist bekannt. Doch nun speichert die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (US Customs and Border Protection, CBP) auch persönliche Daten von Reisenden, die auf dem Landweg in die USA einreisen, berichtet die Tageszeitung Washington Post.

Zu den Daten, die die CBP-Beamten im Zuge des sogenannten "Border Crossing Information"-Systems (BCI) sammeln, gehören der volle Name, Geschlecht, Geburtsdatum, Herkunftsland, die Art des Ausweises inklusive Nummer und Ablaufdatum, Ort und Zeitpunkt des Grenzübertritts und falls vorhanden, das Foto sowie das Autokennzeichen. Die Daten von US-Bürgern werden für 15 Jahre, die von Ausländern sogar für 75 Jahre gespeichert.

Auf die Daten sollen Behörden auf Bundes-, Staats- und lokaler Ebene zugreifen können. Auch Zivilgerichte sollen Einsicht in die Daten bekommen. Das bedeutet, die Aufzeichnungen über Grenzübertritte können beispielsweise für Scheidungsverfahren genutzt werden. Zudem dürfen US-Behörden, wenn sie glauben, dass die Daten bei der Strafverfolgung nützlich sein könnten, diese auch an ausländische Stellen weitergeben. Schließlich soll das BCI mit weiteren Datenbanken verknüpft werden, etwa den Führerscheinverzeichnissen der US-Bundesstaaten. Einige der vom DHS geplanten Anwendungen sehen dabei ausdrücklich eine Aufhebung des im Privacy Act festgelegten Datenschutzes vor.

Die erweiterte Datensammlung der US-Behörden sei ein wichtiges Mittel zur Terrorbekämpfung, begründet das US-Heimatschutzministerium (Department of Homeland Security, DHS) die Maßnahme. Rechtliche Grundlage sei eine Reihe von Gesetzen, die nach dem 11. September 2001 erlassen wurden, unter anderem der Aviation and Transportation Security Act aus dem Jahr 2001, der Enhanced Border Security and Visa Reform Act aus dem Jahr 2002 und der Intelligence Reform and Terrorism Prevention Act von 2004. Angekündigt hat das DHS die Maßnahme in einer Bekanntmachung vom 25. Juli 2008.

Kritiker sehen laut der Zeitung darin einen weiteren Schritt zu einer nie dagewesenen Datensammlung im Namen der nationalen Sicherheit, die die Bush-Regierung in ihren letzten Monaten noch festschreiben will. Greg Nojeim, Rechtsanwalt vom Center for Democracy and Technology, bezweifelt zudem, dass die genannten Gesetze die Regierung zu einer derartigen Datensammlung berechtigten. Diese sei schlimmer als eine Beobachtungsliste. Auf eine solche Liste komme jemand, weil er bereits aufgefallen sei. "Hier braucht eine Person nur rechtmäßig die Grenze zu überqueren, um Aufmerksamkeit des DHS zu erregen. Die Theorie der Datensammlung ist: Beobachtet alle - für alle Fälle", so Nojeim.

Rund 75 Prozent der Reisenden kommen über die Grenzen zu Mexiko und Kanada in die USA. Bislang machte die große Zahl der Reisenden eine lückenlose Datenspeicherung unmöglich. Seit Juni 2008 müssen jedoch alle, die auf dem Landweg in die USA einreisen wollen, einen maschinenlesbaren Ausweis oder einen mit einem RFID-Chip haben. Wer keinen solchen Ausweis hat, dessen Daten werden per Hand erfasst.


Nameless 31. Aug 2008

Meinst du nicht eher, dass man den Status als politischer Flüchtling für einreisende US...

Nameless 31. Aug 2008

Gods own "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" - v.a. im missachten von Datenschutz...

blork42 24. Aug 2008

... dann stehn alle im Rest der Welt Schlange nach Coke und müssen mitm Reispass in den...

Der Kaiser 23. Aug 2008

Das Problem ist das was in den Köpfen der Leute ist..

psycho 22. Aug 2008

"Das bedeutet, die Aufzeichnungen über Grenzübertritte können beispielsweise für...

Kommentieren




Anzeige
  1. Qualitätssicherungs-Verantwo- rtliche/r IT-Projekte
    Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Stuttgart
  2. Produktmanager / Produktmanagerin
    econda GmbH, Karlsruhe
  3. Software Engineer (m/w)
    PTV Planung Transport Verkehr AG, Karlsruhe
  4. Testmanager / Teamleiter für Verbundtests von Werkzeugketten (m/w)
    dSPACE GmbH, Paderborn

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Radeon HD 7770 und 7750 im Test

    Die Grafikkarte mit 1 GHz für 159 Euro

  2. Youporn-Betreiber

    Hacker will 350.000 Datensätze bei Pornoseite erbeutet haben

  3. Nortel Networks

    Nortel war fast zehn Jahre lang gehackt

  4. Smartphone-App

    Remove löscht störende Menschen im Bild

  5. Unity Technologies

    Bessere Grafik und KI mit Unity 3.5 verfügbar


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 270 | letzter Beitrag 13.02. 23:28

  2. Kommentare: 201 | letzter Beitrag 08:32 Uhr

  3. Kommentare: 194 | letzter Beitrag 14.02. 13:50

  4. Kommentare: 117 | letzter Beitrag 14.02. 12:39

  5. Kommentare: 101 | letzter Beitrag 02:39 Uhr

Mehr


  1. Bioware

    Kurz die Welt retten in der Demo zu Mass Effect 3

  2. Adobe

    Photoshop CS6 mit Content-Aware Move

  3. Google

    Wir haben den größten DNS-Dienst

  4. Lensbaby

    Teleobjektiv mit absichtlicher Unschärfe

  5. Smartphone-App

    Remove löscht störende Menschen im Bild

  6. Radeon HD 7770 und 7750 im Test

    Die Grafikkarte mit 1 GHz für 159 Euro

  7. Youporn-Betreiber

    Hacker will 350.000 Datensätze bei Pornoseite erbeutet haben

  8. TZ77XE4

    Biostar zeigt Mainboard für Ivy Bridge und Sandy Bridge

  9. Unity Technologies

    Bessere Grafik und KI mit Unity 3.5 verfügbar

  10. Fifa Street

    Last Man Standing auf dem Bolzplatz



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Eye-Tracking: Bewegungsabhängige Bildschirmoberfläche von Apple
Eye-Tracking
Bewegungsabhängige Bildschirmoberfläche von Apple

Apple hat in den USA einen Patentantrag eingereicht, der eine Benutzeroberfläche beschreibt, die sich der Position des Nutzers vor dem Bildschirm anpassen kann. Die Frontkamera erfasst den Blick des Anwenders und ändert zum Beispiel den Schattenwurf der Icons.

  1. Apple Apple-Aktie erreicht neuen Höchststand
  2. Nicht-Abwerbe-Pakt Google hat mit Apple und Intel gemauschelt
  3. John Browett Apple will mit neuem Chef seine Ladenkette ausweiten

IMHO: Windows 8 - Microsofts Befreiungsschlag
IMHO
Windows 8 - Microsofts Befreiungsschlag

"Windows Reimagined", so bezeichnet Microsoft Windows 8. Es ist die größte Veränderung von Microsofts Betriebssystem seit Windows 95 und soll mit neuem UI und dem neuen API WinRT zum großen Befreiungsschlag für Microsoft werden.

  1. Beta Consumer Preview von Windows 8 am 29. Februar 2012
  2. Windows Explorer Windows 8 Beta mit weiteren Verbesserungen
  3. Sensor-Fusion Windows 8 soll Sensornutzung vereinfachen

Test X-Plane 10: Flugsimulator mit Openstreetmap und vielen Rechnern
Test X-Plane 10
Flugsimulator mit Openstreetmap und vielen Rechnern

Ernsthafte Flugsimulationen gibt es kaum noch. Eine der letzten verbliebenen ist X-Plane 10 für Windows, Mac OS X und Linux. Golem.de hat sich ins virtuelle Cockpit gesetzt und den Flugsimulator mit mehreren Rechnern und iPads als Instrumente gespielt.


  1. Re: Unsere tägliche Apple Meldung gib uns heute ...

    Blablablublub | 09:42

  2. Re: Schlag ins Gesicht für bewusste...

    AsoraX | 09:39

  3. Re: So was gibt es noch?

    Rapmaster 3000 | 09:36

  4. Re: Und ich dachte erst, Canonical hätte mal mehr...

    Tiles | 09:34

  5. Danke für die Antworten

    derKlaus | 09:33


  1. 09:29

  2. 08:55

  3. 08:33

  4. 08:17

  5. 08:13

  6. 06:01

  7. 18:20

  8. 18:13


Zum Artikel