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Komponist will GEMA mit Formularen überschwemmenKunstaktion als Protest gegen Missstände des Urheberrechts
"Wie viel Stunden geht denn Ihr Stück, wenn ich fragen darf," sagt die Mitarbeiterin der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) etwas fassungslos, nachdem ihr der Komponist Johannes Kreidler eröffnet hat, dass er 70.200 GEMA-Anmeldeformulare für seine neue Komposition brauche. Diese ist zwar nur 33 Sekunden lang. Allerdings hat sie Kreidlers Computer aus den auf seiner Festplatte gespeicherten
Musikstücken zusammengemixt. Nach geltendem Urheberrecht muss der Komponist jedes verwendete Stück mit einem Formular anmelden.
Am 12. September 2008 will Kreidler um 11 Uhr mit einem Lastwagen vor dem Berliner Sitz der Gema vorfahren und die Formulare abgeben. "Product Placements" nennt der Komponist die Kunstaktion, mit der er gegen nach seinem Verständnis unsinnige Bestimmungen des Urheberrechts protestieren will. Dieses sieht vor, dass, so Kreidler in einer Mitteilung, dass "auch der kleinste Fremdanteil am eigenen Werk bei der Verwertungsgesellschaft angegeben werden" muss. Dieses Abgabenmodell verhindere eine Nutzung der neuen Technik, die es ermögliche, "Kulturgüter in gigantischen Dimensionen zu verbreiten und kreativ weiterzuverarbeiten". Auf diesen Missstand wolle er mit den Mitteln der Kunst aufmerksam machen. Dabei sei er nicht "grundsätzlich gegen die GEMA", betont Kreidler. Allerdings will er andere Einnahmemodelle durchsetzen, wie etwa Abgaben auf Leermedien oder eine Kulturflatrate. (wp)
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