Interview: Google hat Karten - OpenStreetMap hat Geodaten
Frederik Ramm über vier Jahre OSM
Zum vierjährigen Geburtstag des OpenStreetMap-Projekts sprach Golem.de mit Frederik Ramm über die Bedeutung der deutschsprachigen Community für OSM, über Stärken, Schwächen und die Zukunft der freien Karten.

Frederik Ramm
Frederik Ramm, Jahrgang 1972, ist mit Jochen Topf Co-Autor des Buches OpenStreetMaps - die freie Weltkarte nutzen und mitgestalten. Seit Ende 2006 ist er in der OpenStreetMap-Community vor allem rund um Karlsruhe aktiv. Er ist außerdem Betreuer des Java OpenStreetMap Editors und Geschäftsführer der Geofabrik, die Dienstleistungen rund um die Neogeografie anbietet.
Golem.de: Wieso eigentlich ? Es gibt doch Google Maps...
Frederik Ramm: Google Maps rückt die Daten nicht raus. Man kann sich zwar deren Kartenbilder anschauen, aber man kann keine eigenen Karten in anderem Stil berechnen. Man kann auch nicht selbst einen Routingalgorithmus darauf aufsetzen oder einfach nur die Dichte der Briefkästen in deutschen Großstädten zählen.
Google hat Karten - OpenStreetMap hat Geodaten. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Außerdem kann bei OpenStreetMap jeder mitmachen - ein korrigierter Fehler, eine neu gebaute Straße finden innerhalb weniger Stunden ihren Weg auf die Karte. Und schließlich hat OpenStreetMap eine freie Lizenz, man darf die Daten also für beliebige eigene Projekte verwenden. Das geht bei Google nicht.
Golem.de: Google hat kürzlich Map Maker und Fußgängerrouting vorgestellt. Ist das eine Reaktion auf das OpenStreetMap-Projekt, das sich nicht nur auf Belange von Autofahrern konzentriert? Oder ist es einfach nur eine logische Weiterentwicklung?
Ramm: Map Maker ist Googles Weiterentwicklung einer Technik, die intern zur Datenerhebung in Indien eingesetzt wurde. Google würde sich liebend gern auf das Einkaufen von Kartendaten beschränken, aber von vielen Gegenden gibt es einfach keine brauchbaren Daten zu kaufen. Mit Map Maker versucht man, diese Lücke zu füllen. Wir sehen das relativ gelassen. Google wird sicher viele Menschen für das Thema interessieren. OpenStreetMap wird als freie Alternative weiter seinen Teil vom Kuchen bekommen.
Beim Fußgängerrouting sehe ich das ähnlich: Ohne breite Benutzerbeteiligung kann man da keinen Blumentopf gewinnen. Bis Google die Menschheit auf die gekauften TeleAtlas-Daten loslassen darf, wird noch einige Zeit vergehen.
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Was haben Fahrradwege mit Fußgängerrouting zu tun? Hint: Radwege dürfen Fußgänger...
Nein. Sicher nicht. Illegal kann jeder und Gefahren eingehen sollte man nicht. Ich...
Gleiches für kleine Bäche/Flüsse oder ... Du willst doch wohl nicht jemanden zum...
Ah Ok. Da stand nur sowas angedeutet im Artikel mein ich und das hat mich halt...
Einige WinCE-basierte Navigationsgeräte, wie die Navman ICn-Serie (habe ich selbst) sind...
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