EU-Kommission stellt Strategie zur Innovationsförderung vor

Im Zentrum stehen gewerbliche Schutzrechte

Die EU-Kommission will den Ausbau eines europäischen Patentwesens vorantreiben. Darüber hinaus sollen Verletzungen gewerblicher Schutzrechte effektiver verfolgt werden.

Anzeige

Nachdem die EU-Kommission bereits das Gebietsmonopol der Verwertungsgesellschaften zerschlagen und Pläne zur Verlängerung der gesetzlichen Schutzfrist für Musikaufnahmen auf 95 Jahre vorgelegt hat, blieb sie auch in Patentfragen nicht untätig. Die Kommission nahm in Brüssel eine Mitteilung über eine neue europäische Strategie im Bereich der gewerblichen Schutzrechte an. Darin werden die Eckpunkte für den Ausbau des Systems des gewerblichen Rechtsschutzes dargelegt.

Die Kommission ist der Auffassung, dass "ein solides System gewerblicher Schutzrechte" der "Innovationsmotor [ist], der Investitionen in Forschung und Entwicklung und den Wissenstransfer 'vom Labor zum Markt' fördert."

Die Kommission hält in diesem Sinne die "Annahme des Vorschlags für ein Gemeinschaftspatent" und die von der slowenischen Ratspräsidentschaft seit Jahresbeginn vorbereitete "Schaffung einer EU-weiten integrierten Patentgerichtsbarkeit" für dringend erforderlich. Um kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) besseren Zugang zum Patentschutz zu verschaffen, plant die Kommission "Studien zur Qualität des Patentwesens und zum allgemeinen Funktionieren der Handelsmarkensysteme in der EU".

Den "alarmierenden Ausmaßen" der "Marken- und Produktpiraterie" will die Kommission mit einem besseren Informationsaustausch mit der Verfolgung betrauten Stellen begegnen. Öffentlicher und privater Sektor sollen dazu angehalten werden, Vereinbarungen "gegen offensichtliche Verletzungen gewerblicher Schutzrechte" zu treffen. Um KMUs die Verwertung ihrer Schutzrechte zu erleichtern, will die Kommission den Zugang zu Streitbeilegungsverfahren vereinfachen und die KMUs dafür gewinnen, "die Verwaltung gewerblicher Schutzrechte zu einem integralen Bestandteil eines umfassenden Geschäftsplans zu machen."

EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy sieht in der Strategie der Kommission ein "Sprungbrett" für die europäischen Unternehmen, das "es ihnen ermöglicht, sich in der globalen Wirtschaft zu behaupten. [...] Nicht nur, dass [die Strategie] Erfindern in ganz Europa dabei behilflich sein wird, ihre Ideen durch starke gewerbliche Schutzrechte zu sichern. Sie wird auch als Katalysator dienen, so dass bahnbrechende Erfindungen von Unternehmen jedweder Größe sich erfolgreich am Markt durchsetzen können."

Während Kommissar McCreevy unbeirrt die Zukunft der Innovation im Ausbau des Patentwesens sucht, mehren sich in den USA die skeptischen Stimmen. Am Montag veröffentlichte das konservative Wirtschaftsblatt Wall Street Journal unter der Überschrift "Patentkollaps unterdrückt Innovation" einen kritischen Kommentar zum Stand des Patentwesens. Fazit des Kommentators L. Gordon Crovitz: "Für die meisten Innovationen ist unser Patentwesen inzwischen vollkommen absurd geworden." [von Robert A. Gehring]


schwarzmaler 17. Jul 2008

Na ... bevor du als Entwickler lernen und arbeiten kannst, muss du erst Anwalt sein...

Rolf N. 17. Jul 2008

100% seine Arbeitszeit zum Studieren von Paten verbraucht, werden Ihr feststellen, dass...

sackmansan 17. Jul 2008

... Darauf würde ich auch hoffen, den wenn das so wäre wie du es dir wünschst... wäre...

wurs 17. Jul 2008

Gut, dann stelle man die Schutzfrist für musikalische Werke auf 12 Monate. So muss man...

wurs 17. Jul 2008

Von Microschrott. Jetzt können die endlich einpacken. Man schau sich nur mal den IE7 an...

Kommentieren




Anzeige
  1. Softwareentwickler (m/w) TargetLink Code-Generator
    dSPACE GmbH, Paderborn
  2. IT-Support-Mitarbeiter/in
    Clifford Chance, Frankfurt am Main
  3. Softwareentwickler Vernetzung (m/w)
    Miele & Cie. KG, Gütersloh
  4. Projektleiter Produkt-Entwicklung und -Qualifizierung (m/w)
    Giesecke & Devrient, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       

Meistgelesen
  1. Tablet-Nachfolger

    iPad-3-Teile aufgetaucht

  2. Gema-Vermerk

    Youtube sperrt irrtümlich Acta-Video von Bruno Kramm

  3. Tim Schafer

    40.000 US-Dollar für einen Konsolenpatch

  4. ProLiant Gen8

    HP macht Server unabhängig

  5. Linux-Handbuch

    Umfassendes Nachschlagewerk als Openbook erhältlich


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 270 | letzter Beitrag 13.02. 23:28

  2. Kommentare: 194 | letzter Beitrag 13:50 Uhr

  3. Kommentare: 185 | letzter Beitrag 13:49 Uhr

  4. Kommentare: 117 | letzter Beitrag 12:39 Uhr

  5. Kommentare: 96 | letzter Beitrag 13.02. 16:40

Mehr


  1. Vodafone

    LTE auf dem Smartphone kostet monatlich 10 Euro mehr

  2. Abmahnabzocke

    Maximal 100 Euro Abmahngebühr für Urheberrechtsverstöße

  3. Proview Technology

    Ausfuhrverbot soll Apple von iPad-Herstellern abschneiden

  4. HTC Velocity 4G

    Android-Smartphone mit LTE und 4,5-Zoll-Touchscreen

  5. Farmville & Co.

    Patentklage gegen Zynga

  6. Document Foundation

    Libreoffice 3.5 ist fertig

  7. Pegatron

    Übt Apple Druck auf OEM-Hersteller von Ultrabooks aus?

  8. Blackhole Toolkit

    Cryptome gehackt und mit Malware infiziert

  9. Piranha Bytes

    Risen 2 geht am 20. Februar in den geschlossenen Betatest

  10. Google

    EU und USA geben Kauf von Motorola frei



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Bing, Blekko, Duck Duck Go: Googeln ohne Google?
Bing, Blekko, Duck Duck Go
Googeln ohne Google?

Die überarbeitete Version der Google-Suche "Search, plus Your World" hat heftige Debatten ausgelöst. Vor allem der Datenschutz steht mal wieder im Vordergrund der Kritik. "Geht es eigentlich auch ohne Google?", fragen sich daher viele Nutzer. Der Blogger Marcel Weiß hat es 18 Monate lang getestet.

  1. "Focus on the User" Facebook und Twitter zeigen Google, wie soziale Suche geht
  2. Neuer Algorithmus Google straft Seiten mit zu viel Werbung ab
  3. Theseus-Projekt Quote soll die erste Zitate-Suchmaschine Deutschlands werden

Eye-Tracking: Bewegungsabhängige Bildschirmoberfläche von Apple
Eye-Tracking
Bewegungsabhängige Bildschirmoberfläche von Apple

Apple hat in den USA einen Patentantrag eingereicht, der eine Benutzeroberfläche beschreibt, die sich der Position des Nutzers vor dem Bildschirm anpassen kann. Die Frontkamera erfasst den Blick des Anwenders und ändert zum Beispiel den Schattenwurf der Icons.

  1. Nicht-Abwerbe-Pakt Google hat mit Apple und Intel gemauschelt
  2. John Browett Apple will mit neuem Chef seine Ladenkette ausweiten
  3. Airport Utility 6 Apple reduziert Funktionsumfang seiner Routersoftware

Samsung Galaxy Tab 2: 7-Zoll-Tablet mit Android 4.0 und Glonass-Unterstützung
Samsung Galaxy Tab 2
7-Zoll-Tablet mit Android 4.0 und Glonass-Unterstützung

Samsung hat mit dem Galaxy Tab 2 ein weiteres Android-Tablet vorgestellt. Es ist das erste Tablet von Samsung, auf dem gleich Android 4.0 alias Ice Cream Sandwich läuft und das den russischen Ortungsdienst Glonass unterstützt.

  1. Ice Cream Sandwich HTC bringt erste Updates auf Android 4.0 erst Ende März
  2. Notizprogramm Microsofts Onenote nun auch für die Android-Plattform
  3. Android-Verbreitung Ice Cream Sandwich und Donut sind gleichauf

Zum Artikel