Schweres Sicherheitsleck bei Meinungsforschungsinstitut

Programmierfehler erlaubte Zugriff auf Daten von 41.000 deutschen Haushalten

Ein Programmierfehler hat zu einem schweren Datenschutzproblem beim Marktforschungsinstitut TNS Infratest/Emnid geführt. Der Fehler erlaubte freien Mitarbeitern intime Einblicke in das Leben ihrer Kollegen.

Anzeige

Durch den Fehler waren vertrauliche Daten über das Mystery-Shopper-Portal des Unternehmens einsehbar. Dazu gehörten nicht nur Name, Adresse, Geburtsdatum und Bankverbindung. Das Profil umfasste auch Angaben über den Beruf, das Einkommen, die Wohnsituation, Versicherungen, Autos und sogar über Wertgegenstände im Haushalt.

Aufgedeckt wurde der Fehler vom Chaos Computer Club (CCC), dem die Webadresse sowie die Zugangskennung und Passwort anonym zugespielt worden waren. Die CCC-Hacker besuchten die Seite und entdeckten den Fehler: In der URL war die sechsstellige Kennung des Profils sichtbar. Tauschte man die Ziffern gegen andere aus, ließen sich weitere Profile einsehen. Nach ihren Erkenntnissen seien rund 41.000 Profile betroffen gewesen, schreibt das CCC-Mitglied mit den Namen Erdgeist im CCC-Magazin Datenschleuder.

Auf Anfrage von Golem.de bestätigte Oliver Bauchinger, IT-Leiter von TNS Infratest/Emnid, das Problem. Es handele sich um einen menschlichen Fehler. Allerdings, so schränkte Bauchinger ein, seien die Daten nicht frei im Netz verfügbar gewesen, da das Portal nur mit Nutzerkennung und Passwort zugänglich war.

Der CCC informierte das Meinungsforschungsinstitut über den Fehler, woraufhin die Site sofort vom Netz genommen wurde. Der Fehler sei bereits gefunden, berichtete Bauchinger. Bevor das Angebot wieder online gehe, soll es durch externe Experten auf Sicherheit geprüft werden. Beim Start des Angebotes habe lediglich ein interner Sicherheitstest stattgefunden, räumte Bauchinger ein. Er hofft, dass die Arbeiten in der nächsten Woche abgeschlossen werden können.

"TNS Infratest hat einen Anfängerfehler bei der Entwicklung seiner Software gemacht. So etwas ist unprofessionell, grob fahrlässig und außerdem einfach peinlich", sagte CCC-Sprecher Dirk Engling. Er forderte das Unternehmen auf, die Betroffenen zu informieren, da die Daten für Straftaten wie Identitätsdiebstahl oder Einbruch missbraucht werden könnten. Außerdem bemängelte er, dass der Datenschutz nach wie vor in vielen Unternehmen eine untergeordnete Rolle spiele. "Gerade für ein Unternehmen, welches privateste Daten abfragt, müssen besonders hohe Maßstäbe bei der Datensicherheit gelten."

Bei der Website handelt es sich um ein Portal für so genannte Mystery Shopper. Das sind freie Mitarbeiter, die im Auftrag des Meinungsforschungsinstitutes Testkäufe tätigen.


Herb 07. Jul 2008

Nur ausgebildete Programmierer - keine Mediengestalter und Self-Made-WWWler. Verdammt.

OxKing 06. Jul 2008

Hier gibt es Arbeit für die Trollpolizei. Denn hier gibt es zumindest den konkreten...

Balkanfuzzi 05. Jul 2008

Geh doch woanders spielen, Du Troll...

Kron Zucker 05. Jul 2008

Hier gibt es Arbeit für die Staatsanwaltschaft. Denn hier gibt es zumindest den konkreten...

Schuable 05. Jul 2008

der Zentralen Speicherung wäre das nicht passiert! Denn jeder der eine Sicherheitslücke...

Kommentieren




Anzeige
  1. Oracle Datenbankentwickler (m/w)
    ckc ag, Region Braunschweig
  2. Java-Entwickler (m/w) - Bereich ERP
    HALTEC Hallensysteme GmbH, Korntal-Münchingen
  3. IT Manager (m/w)
    Seaarland Shipmanagement GmbH & Co. KG, Hamburg (Reisebereitschaft)
  4. IT-Security Specialist (m/w)
    Yazaki Europe Limited Zweigniederlassung Köln, Köln

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Youporn-Betreiber

    Hacker will 350.000 Datensätze bei Pornoseite erbeutet haben

  2. Nortel Networks

    Nortel war fast zehn Jahre lang gehackt

  3. Unity Technologies

    Bessere Grafik und KI mit Unity 3.5 verfügbar

  4. Tim Schafer

    40.000 US-Dollar für einen Konsolenpatch

  5. Abmahnabzocke

    Maximal 100 Euro Abmahngebühr für Urheberrechtsverstöße


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 270 | letzter Beitrag 13.02. 23:28

  2. Kommentare: 200 | letzter Beitrag 14.02. 22:07

  3. Kommentare: 194 | letzter Beitrag 14.02. 13:50

  4. Kommentare: 117 | letzter Beitrag 14.02. 12:39

  5. Kommentare: 100 | letzter Beitrag 14.02. 18:09

Mehr


  1. Youporn-Betreiber

    Hacker will 350.000 Datensätze bei Pornoseite erbeutet haben

  2. TZ77XE4

    Biostar zeigt Mainboard für Ivy Bridge und Sandy Bridge

  3. Unity Technologies

    Bessere Grafik und KI mit Unity 3.5 verfügbar

  4. Fifa Street

    Last Man Standing auf dem Bolzplatz

  5. Isis Web Browser

    Neuer Browser für HPs WebOS

  6. Nortel Networks

    Nortel war fast zehn Jahre lang gehackt

  7. Thermosensor

    Schmetterlingsflügel macht Wärme sichtbar

  8. Deutsche Gamestage

    Call for Papers der Quo Vadis verlängert

  9. Vodafone

    LTE auf dem Smartphone kostet monatlich 10 Euro mehr

  10. Abmahnabzocke

    Maximal 100 Euro Abmahngebühr für Urheberrechtsverstöße



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Gerüchte: Apple will alle Notebooks dünner machen
Gerüchte
Apple will alle Notebooks dünner machen

Apple soll einem Bericht zufolge seine gesamte Notebookpalette dem Macbook Air anpassen. Dazu müssten die relativ dicken Modelle der Macbook-Pro-Serie vollständig überarbeitet werden und Anwender auch von liebgewonnenen Eigenschaften Abschied nehmen.

  1. Apple-Patentantrag Macbooks mit Brennstoffzellen
  2. Landingzone Dockingstation für das Macbook Air

Apple: Apple-Aktie erreicht neuen Höchststand
Apple
Apple-Aktie erreicht neuen Höchststand

Seit der Bekanntgabe der letzten Quartalsergebnisse legt die Aktie von Apple fast täglich zu. Das Wachstum ist so stark, dass es den gesamten Aktienindex Standard & Poor's 500 nach oben zieht.

  1. Patentantrag Magsafe-Kabel für iPhone und iPad
  2. Tim Cook "Apple hat erstaunliche neue Produkte in Vorbereitung"
  3. Apple Massive Kritik an iBooks-Lizenzbedingungen

IMHO: Windows 8 - Microsofts Befreiungsschlag
IMHO
Windows 8 - Microsofts Befreiungsschlag

"Windows Reimagined", so bezeichnet Microsoft Windows 8. Es ist die größte Veränderung von Microsofts Betriebssystem seit Windows 95 und soll mit neuem UI und dem neuen API WinRT zum großen Befreiungsschlag für Microsoft werden.

  1. Beta Consumer Preview von Windows 8 am 29. Februar 2012
  2. Windows Explorer Windows 8 Beta mit weiteren Verbesserungen
  3. Sensor-Fusion Windows 8 soll Sensornutzung vereinfachen

Zum Artikel