T-Mobile hat Push-to-Talk eingestellt

Service über Systemanbieter Talk IP für Geschäftskunden weiter nutzbar

T-Mobile hat den Walkie-Talkie-ähnlichen Dienst Push-to-Talk zum 1. Juli 2008 eingestellt. Damit konnte der Anwender per Knopfdruck ein Gespräch aufbauen, ohne dass er eine Telefonnummer wählen musste. Wer Push-to-Talk weiterhin nutzen möchte, muss sich an den Systempartner Talk IP wenden. Das gilt aber nur für Geschäftskunden.

Anzeige

Im November 2004 hatte T-Mobile Push-to-Talk in Deutschland eingeführt. Doch anfangs gab es keine Mobiltelefonauswahl für diesen Service - nur das Nokia 5410 unterstützte den Dienst. Und wer sich für das Nokia-Modell begeistern konnte, wurde enttäuscht: Anfangs lief der Dienst überhaupt nicht oder war nur unter größten Mühen zum Laufen zu bringen. Eine einfache Konfiguration per SMS bot T-Mobile seinen Kunden nicht an.

Auch die Tarifstruktur verhinderte den Erfolg von Push-to-Talk (PTT). Zwar sollte der Service zunächst ein halbes Jahr lang kostenlos getestet werden können. Ab Mai 2005 wollte T-Mobile dann den Versand der Sprachnachrichten in Form von Tages- oder Monatspauschalen abrechnen. Im Inland kostete die Nutzung des Dienstes 1 Euro pro Tag oder 18 Euro im Monat - egal wie viele Nachrichten versendet wurden. Das empfanden viele als zu teuer. Daher gab es auch nicht die von T-Mobile erhofften Einnahmen.

Der Bonner Telekommunikationskonzern nannte Golem.de einen anderen Grund für das Scheitern: Bei Push-to-Talk wird das Gespräch sofort durchgestellt, damit platze ein Gesprächspartner schon mal in eine Besprechung, die Privatsphäre sei damit gestört. Aus diesem Grunde hätten die Kunden auf Push-to-Talk verzichtet. Dass man den PTT-Dienst für solche Situation auch abschalten kann, ließ T-Mobile unerwähnt.

Während Privatkunden den Dienst in Zukunft nicht mehr nutzen können, läuft das Angebot für Geschäftskunden über Talk IP weiter. Insgesamt hat der Systempartner etwa 1.000 T-Mobile-Kunden übernommen. Der Anbieter verlangt 8,50 Euro pro Gerät und Monat, um die Sprachverbindung über die Talk-IP-Server bereitzustellen.

Vorteil der neuen Lösung: Es muss keine Software auf das Mobiltelefon geladen werden, es soll nur eine Konfigurations-SMS nötig sein, um den Dienst zu starten. Unterstützt werden nur die Symbian-Smartphones der Nokia-Serien N und E sowie alle Windows-Mobile-Smartphones. Der Push-to-Talk-Dienst von Talk IP soll zudem mit PCs und Laptops funktionieren.

Die Reichweite der Geräte ist dabei nicht beschränkt, der Dienst funktioniert über die Datenkanäle von T-Mobile, über LAN oder WLAN. Talk IP bietet den Dienst auch Vodafone-Kunden an, dann läuft der Verkehr statt über das T-Mobile-Netz über die Vodafone-Datenkanäle. E-Plus und O2 werden derzeit nicht unterstützt, mit der Begründung, die Abdeckung der Netze sei ungenügend. Derzeit ist Talk IP allerdings nach eigener Aussage mit E-Plus in Verhandlung, den Dienst wenigstens in einigen Städten anzubieten.

Der Dienst von Talk IP soll keine Sprachverzögerungen mit sich bringen, wie es bei dem T-Mobile-Dienst der Fall war. Zudem ist die Größe der Benutzergruppe unbegrenzt. T-Mobile hat nur bis zu 20 Teilnehmer erlaubt. Außerdem kann Talk IP die GPS-Signale von Mobiltelefonen mit GPS-Empfänger auslesen und das Gerät auf 5 Meter genau orten. Derzeit nutzen vor allem die Polizeidienststellen in ganz Deutschland, Rettungsdienste, Taxiunternehmen und Energieversorger den PTT-Dienst von Talk IP.


kwaldi 15. Okt 2008

ich denke es gibt einen sehr großen Bedarf für PTT. Alle, die einen Bündelfunk oder...

anonymer Troll 06. Sep 2008

[...] Ist zwar ein alter Thread, aber immer noch gut zu finden, daher möchte ich das...

SPHolzi 07. Jul 2008

Na ja - ein paarmal wars ganz nützlich, hab das bei Veranstaltungen gern als Walkie...

Ici 04. Jul 2008

Jo ist aber da drüben wirklich der Fall. Gibt wirklich viele die rennen mit PTT durch die...

Gelbsucht 04. Jul 2008

Ich glaube nicht, denn die T-Mobile sichert sich bei vielen neuen Diensten per Fußnote...

Kommentieren




Anzeige

  1. Abteilungsleiter (m/w) im Bereich IT- & Prozessmanagement
    MehrWert Servicegesellschaft mbH, Düsseldorf
  2. Berater für ERP-Software (m/w)
    MACH AG, Berlin, Lübeck, Düsseldorf, München
  3. Customer Support Engineer (m/w)
    Layer 2 GmbH, Hamburg
  4. Oracle DBAs mit Fokus auf Golden Gate (m/w)
    Reply GmbH & Co. KG, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Telltale Games

    The Walking Dead geht in die dritte Adventure-Staffel

  2. Jessie

    Systemd und Linux 3.16 für Debian 8

  3. Silentpower

    Kleiner Spiele-PC mit passiver Kupferschaumkühlung

  4. HTC One (M8)

    Update auf Android 4.4.3 kommt in Deutschland an

  5. CoreOS Stable Channel

    Ein minimales Betriebssystem für Docker

  6. 100 KBit/s statt 100 MBit/s

    Kabel Deutschland wegen Filmsharing-Drosselung verurteilt

  7. LG Tapbook

    Das Android-Convertible mit Ultrabook-Hardware

  8. Webmail

    Web.de kritisiert langsame De-Mail-Einführung der Regierung

  9. Akku

    US-Forscher entwickeln Akku mit Lithium-Anode

  10. Betriebssysteme

    Fehler im Linux-Kernel wegen GCC



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Destiny angespielt: Schöne Grüße vom Master Chief
Destiny angespielt
Schöne Grüße vom Master Chief
  1. Bungie Beta von Destiny für alle Spieler
  2. Bungie Drei Betakeys für Destiny
  3. Activison Destiny ungeschnitten "ab 16" und mit US-Tonspur

Let's Player: "Es gibt Spiele, für die man bezahlt wird"
Let's Player
"Es gibt Spiele, für die man bezahlt wird"
  1. Transocean Handelssimulation mit Ozeanriesen
  2. Dieselstörmers angespielt Diablo plus Diesel
  3. Quo Vadis Computec Media übernimmt Mehrheit an Aruba Events

Quantencomputer: Die Fast-alles-Rechner
Quantencomputer
Die Fast-alles-Rechner
  1. Quantencomputer Der Wundercomputer, der wohl keiner ist
  2. Das A-Z der NSA-Affäre Fantastigabyte, Kühlschrank und Trennschleifer
  3. Quantencomputer Schlüssel knacken mit Quanten-Diamanten

    •  / 
    Zum Artikel