iRobot baut Unterwasser-Roboter

Roboterhersteller lizenziert Unterwasserroboter von US-Universität

Das US-Unternehmen iRobot wird den Unterwasserroboter Seaglider kommerziell herstellen. Dazu hat der Roboterhersteller eine Lizenzvereinbarung mit den Entwicklern von der Universität in Seattle getroffen. Für den ursprünglich für Forschungszwecke entwickelten Seaglider hat iRobot militärische Anwendungen im Sinn.

Anzeige

Der Seaglider ist ein autonom agierendes Unterwassserfahrzeug (Autonomous Underwater Vehicle, AUV), das von Wissenschaftlern vom Applied Physics Laboratory und der School of Oceanography an der Universität von Washington in Seattle entwickelt wurde. Der Roboterhersteller iRobot hat mit der Universität eine Lizenzvereinbarung getroffen, nach der iRobot den Seaglider exklusiv kommerziell verwerten darf.

Seaglider (Quelle: University of Washington)
Seaglider (Quelle: University of Washington)

Der knapp 2 Meter lange und 52 Kilogramm schwere Roboter ähnelt einem Torpedo und kann in Tiefen bis zu 1.000 Meter hinabtauchen. Dank eines energiesparenden Antriebs kann der Seaglider auch mehrmonatige Missionen durchführen. Er wurde dafür entwickelt, CTD-Daten (für: Conductivity, Temperature, Depth, deutsch: Leitfähigkeit, Temperatur, Tiefe) zu sammeln. Aus diesen Daten lassen sich Dichte, Salzgehalt und Wassertiefe errechnen. CTD-Daten werden normalerweise mit einer Sonde gesammelt, die von einem Schiff aus ins Wasser gelassen wird. Der Einsatz des AUV senkt nach Angaben der Wissenschaftler die Kosten für solche Missionen erheblich.

Das Besondere an dem Seaglider ist, dass er nach dem Ende einer Tauchfahrt Kontakt mit der Basisstation aufnehmen kann. Dazu senkt das AUV nach dem Auftauchen seine Nase ab und streckt die am Heck angebrachte, etwa einen Meter lange Antenne aus dem Wasser. Über das Iridium-Satellitennetz übermittelt er die gesammelten Daten und empfängt neue Aufgaben. Per GPS kann der Seaglider zudem seine Position ermitteln.

Seaglider
Seaglider
Bei der Übereinkunft hat iRobot jedoch weniger wissenschaftliche, als vielmehr militärische Anwendungen im Sinn. "Wir haben bereits mehrfach erfolgreich neue Technologien von Forschungsinitiativen in Produkte zur Untersützung von Militäreinsätzen überführt"", sagte Helen Greiner, Aufsichtsratsvorsitzende und Mitbegründerin des Unternehmens. Als Beispiel nannte sie den Packbot, den iRobot vor zehn Jahren für den Militäreinsatz umrüstete und der heute in Afghanistan und im Irak im Einsatz ist. Mit der Lizenzierung des Seagliders werde es "unseren Robotern gelingen, neue Unterwasserregionen zu erobern."

Bekannt geworden ist iRobot zwar durch den robotischen Staubsauger Roomba. Doch ein wichtiges Betätigungsfeld des Unternehmens sind Roboter für das Militär, wie die LANdroids, die selbstständig Funknetze aufbauen, oder der Warrior-X700-Roboter, der auch zum Kampfroboter umgerüstet werden kann.

Seaglider
Seaglider
Der Seaglider ist nicht der erste Unterwasserroboter von iRobot: Das Unternehmen hat bereits mit der Verro-Serie Unterwasserfahrzeuge im Programm. Die Anforderungen daran sind jedoch deutlich geringer als an den in der Tiefsee operierenden Seaglider: Die Aufgabe der Verros ist es, Swimmingpools sauber zu halten.


nf1n1ty 12. Jun 2008

Wusste gar nicht, dass Taucher auch so tief kommen, wie diese Roboter...

Der Kaiser 12. Jun 2008

Hey, dann gibt es ja auch bald einen AlG-II-Roboter.. :P

Knut 11. Jun 2008

Und wie wird das Teil mit Strom versorgt? Blei Akkus? Brennstoffzelle? Atomreaktor?

iRobot saugt 11. Jun 2008

Er saugt sich so voran.... :-)

Robot World 11. Jun 2008

Irgendwie super bald kann man alles von Robotern machen lassen. Man muss nur ab und an...

Kommentieren




Anzeige
  1. Projektleiter Daten- und Prozessstandardisierung (m/w)
    WALTER AG, Tübingen
  2. Software-Ingenieure (m/w)
    viastore systems GmbH, Löhne
  3. Verfahrensmanger/-in für IT-Verfahren im Bildungswesen
    Dataport, Altenholz bei Kiel oder Hamburg
  4. IT-Projektkoordinator (m/w)
    Klinikum Ansbach, Ansbach

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Windenergie

    Google kauft Hersteller von Windkraftwerken

  2. Amazon

    App-Shop für Android als Browser-Version gestartet

  3. Atari

    Rollercoaster Tycoon ab 3,5 Millionen US-Dollar im Angebot

  4. Legale Privatkopien

    "EU-Vorschlag würde freies Kopieren erlauben"

  5. Ausprobiert

    Das neue Google Maps ist beeindruckend schnell

  6. Geforce GTX-780

    Nvidias Titan LE schlägt Radeon HD 7970 für 649 Euro

  7. Jugendschutz

    Filterprogramme statt Sendezeitbegrenzung

  8. Hacks for Sale

    Chinesische Hacker werben offen auf IT-Messen

  9. MQ-4C Triton

    Aufklärungsdrohne der US-Marine fliegt zum ersten Mal

  10. Temash, Kabini, Richland

    AMDs mobile APUs von 4 bis 35 Watt sind da



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Google-Smartphone: Galaxy S4 mit purem Android wird nur in den USA verkauft
Google-Smartphone
Galaxy S4 mit purem Android wird nur in den USA verkauft

Das von Google angekündigte Galaxy S4 mit purem Android wird ausschließlich in den USA verkauft. Google hat derzeit keine Pläne, das Samsung-Smartphone in anderen Regionen anzubieten.

  1. Samsung 10 Millionen Galaxy S4 in weniger als einem Monat verkauft
  2. Samsung Mehr als 10 Millionen Galaxy S4 in Rekordzeit verkauft
  3. Smartphone Google bringt Galaxy S4 mit purem Android

Google: Chrome 27 lädt Webseiten schneller
Google
Chrome 27 lädt Webseiten schneller

Googles Browser Chrome ist in der stabilen Version 27 erschienen. Diese soll Webseiten im Durchschnitt rund 5 Prozent schneller herunterladen. Möglich macht das ein neuer Scheduler.

  1. Browser Offline-Cache für Chrome
  2. Notizzetteldienst Inoffizielles Plugin macht Google Keep nützlicher
  3. Google Chrome bekommt Unterstützung für veraltete Browser

In eigener Sache: Bitte schalte deinen Adblocker aus!
In eigener Sache
Bitte schalte deinen Adblocker aus!

Viele Nutzer betrachten Adblocker als legitime Notwehr gegen die aggressive Werbung im Netz. Für Websites wie Golem.de ist das ein großes Problem. Am Ende verlieren alle. Suche nach Auswegen aus dem Dilemma.

  1. In eigener Sache Golem.de und das Leistungsschutzrecht

Zum Artikel