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Die meisten Internetangriffe kommen aus China und den USAAkamai veröffentlicht ersten Bericht zum Zustand des Internets
China und die USA, die beiden Länder mit den meisten Internetnutzern, sind auch die Länder, von denen die meisten Internetangriffe ausgehen. Das ist eine der Erkenntnisse des Berichts zum Zustand der Internets, den der Content-Distribution-Network-Betreiber Akamai veröffentlicht hat. Akamai stellte im ersten Quartal 2008 "Angriffstraffic" aus insgesamt 125 Ländern der Erde fest. Dazu
zählen unter anderem Würmer, Viren, Bots und Denial-of-Service-Attacken. Zehn Staaten waren dabei für knapp drei Viertel der Angriffe verantwortlich. Die Rangliste führen China (knapp 17 Prozent) und die USA (rund 14 Prozent) an. Deutschland ist nicht unter den Top Ten vertreten.
Als Ziel der Angriffe identifizierte Akamai 23 Netzwerkports. Der bei weitem beliebteste (knapp 30 Prozent) war dabei der von Microsofts RPC-Implementierung genutzte Port 135, über den Angreifer Programmcode auf einen Windows-Rechner schmuggeln können. Diesen Port greift beispielsweise der Wurm Blaster aus dem Jahr 2003 an. Es sei ohnehin bemerkenswert, dass die meisten Angriffe von Schädlingen ausgingen, die bereits mehrere Jahre zirkulierten, heißt es in dem Bericht. Ein Grund dafür könnte sein, dass es "einen großen Fundus an Windows-Systemen" gebe, "die nur ungenügend gepflegt werden und auch Jahre nach der Spitze dieser Attacken noch ungepatcht sind". Allerdings befasst sich der Bericht nicht nur mit Sicherheitsproblemen. Auch andere wichtige Merkmale wie Leistung und Peering hat Akamai analysiert. Zu den wichtigsten Ereignissen zählen die Autoren des Berichts die Sperrung des Videoportals YouTube durch die pakistanische Regierung. Durch ein Versehen war das Videoportal im Februar 2008 für kurze Zeit weltweit nicht erreichbar. Erheblich größere Auswirkungen hatten der Ausfall mehrerer Unterseekabel, der den Nahen und Mittleren Osten schwer beeinträchtigte, sowie die unterbrochene Verbindung zwischen den Netzen der Provider Cogent und Telia. Im März 2008 waren die beiden Netze zwei Wochen lang untereinander nicht erreichbar. Schließlich hat Akamai die Netzinfrastruktur in den Ländern der Erde analysiert. Den Spitzenplatz belegt dabei Südkorea: Dort gibt es den höchsten Anteil (64 Prozent) an schnellen Breitbandzugängen mit mehr als 5 MBit/s. Die weiteren Plätze belegen Japan (48 Prozent) und Hongkong (35 Prozent). Deutschland taucht unter den zehn Besten nicht auf. Die Rangliste der Länder mit den langsamsten Internetzugängen hingegen führen Ruanda und die Salomon-Inseln im Südpazifik an. Dort haben nach Messungen von Akamai über 95 Prozent der Netzzugänge nur eine Bandbreite von 256 KBit/s. Akamai sei mit seinem weltweit verteilten Servernetz in der Lage, "einen tiefen Einblick in den gegenwärtigen Zustand des Internets" zu liefern, sagte Marketingchef Brad Rinklin. Das Unternehmen hoffe, durch diesen Bericht wichtige Hinweise für Entwicklungen im Internet zu geben. Den Bericht will Akamai künftig alle drei Monate veröffentlichen. Die Ausgabe über das zweite Vierteljahr soll im August 2008 erscheinen. (wp)
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