Globaler Scherz: Selbstporträt mit GPS

Schwedischer Kunststudent zeichnet sein Porträt per GPS-Daten auf den Globus

Die Idee war nicht schlecht: Mit Hilfe eines GPS-Loggers habe er ein über 110.000 Kilometer langes Bild von sich auf den Globus zeichnen lassen, sagte ein schwedischer Kunststudent. Allerdings handelte es sich eher um eine kreative Kunst-Performance, denn in Wirklichkeit reiste der Koffer gar nicht um die Welt: Das vermeintliche globale Selbstporträt war ein Scherz.

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Es sah so überzeugend aus: Das Bild auf der Weltkarte. Das Foto des Künstlers mit dem Stapel von Lieferscheinen des Logistikunternehmens DHL. Das Video, das die Aktion dokumentiert. "Ich wollte das größte Bild auf der ganzen Welt malen", heißt es dort. "Also schickte ich einen Koffer mit einem GPS-Gerät los und verfolgte seine Route. Der Koffer wurde mein Stift, die Welt mein Zeichenpapier."

So hätte das wahrscheinlich längste Porträt der Welt ausgesehen
So hätte das wahrscheinlich längste Porträt der Welt ausgesehen

Der Film beginnt damit, wie Erik Nordenankar seinen vermeintlichen Zeichenstift, einen Koffer mit einem GPS-Logger und einem Satz Akkus, aktiviert. Kaum ist der Schalter umgelegt und der Koffer geschlossen, klingelt es an der Tür. Der schwedische Kunststudent öffnet dem freundlichen DHL-Boten, und los geht die Reise.

Einmal um die ganze Welt soll der in Stockholm aufgegebene Koffer gereist sein, durch 62 Länder, über sechs Kontinente. Dabei, so die Geschichte, habe der GPS-Logger in dem Koffer permanent die Reiseroute aufgezeichnet. In 55 Tagen um die Welt soll der Koffer wieder bei seinem Besitzer in Stockholm eingetroffen sein. Der habe dann die Daten des GPS-Loggers auf seinen Rechner übertragen und die Reiseroute auf eine Weltkarte projiziert.

Herausgekommen sei das "größte Bild auf der ganzen Welt": Über 110.000 Kilometer sei der GPS-Pinselstrich lang, er führe über 2.500 Punkte auf dem Globus. Das Bild selbst habe die gigantische Ausdehnung von etwa 40.000 mal 4.000 Kilometern.

Soweit die Geschichte. Wahr ist aber, dass das größte Bild der Welt lediglich eine Kunstaktion war, die Nordenankars Abschlussarbeit an der Anders-Beckman-Kunstschule in Stockholm darstellt. Der Koffer ist gar nicht von DHL um die Welt transportiert worden. Das Unternehmen habe dem Studenten lediglich erlaubt, in seinen Räumen zu filmen, berichtet Claus Korfmacher, Sprecher bei der Deutschen Post, zu der DHL gehört, auf Nachfrage von Golem.de. Inzwischen hat DHL Nordenankar aufgefordert, "eindeutig erkennbar und unmissverständlich auf den fiktionalen Charakter seines Kunstprojekts hinzuweisen."

Das Ergebnis ist immerhin ein schönes Stück Medienkunst. Und nun, da die Idee in der Welt ist, dürfte es auch nur eine Frage der Zeit sein, bis jemand, der über die entsprechenden finanziellen Mittel verfügt, aus Nordenankas Scherz Ernst macht und mit einem GPS-Pinsel das größte Bild der Welt malt.


Himmerlarschund... 08. Sep 2008

Weißt du eigentlich was GPS bedeutet? Da steckt was mit "global" drinnen ;-) Und das hat...

Cro 29. Mai 2008

Pa|ket, das; -s, -e Quelle: www.duden.de

MArkus Wlsch 28. Mai 2008

das erklärt, warum gewisse packetlieferanten wochen für die lieferung von packeten benötigen.

Finch 28. Mai 2008

Also finde das reicht als Sinn für manche Sachen durchaus aus! :-) Den Easterbunny finde...

Nostromo 28. Mai 2008

Mit _dem_ Koffer durch die Sicherheitskontrolle ;-) k.T.

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