Abo
  • Services:
Anzeige

Endgültiges Aus für Wahlcomputer in den Niederlanden

Zurück zu Stift und Papier

Der niederländische Ministerrat hat die Rückkehr zu Stift und Papier bei Wahlen beschlossen. Der Einsatz von Wahlcomputern wird aus Sicherheitsgründen für die absehbare Zeit ausgeschlossen.

Das niederländische Innenministerium gab am Freitag den endgültigen Abschied von Wahlcomputern bekannt. In Zukunft werden die Bürger im Lande ihre Stimmen wieder mit Stift auf Papier abgeben. Der niederländische Ministerrat sah sich zu dieser Entscheidung veranlasst, nachdem im vergangenen Jahr massive Sicherheitsmängel der Wahlcomputer nachgewiesen worden waren. Der Chaos Computer Club (CCC) hatte Mitte 2007 demonstriert, wie sich der ROM-Speicher eines Nedap-Computers binnen 60 Sekunden gegen ein manipuliertes ROM austauschen lässt. Forscher und die Bürgerrechtsinitiative "Wij vertrouwen stemcomputers niet" ("Wir vertrauen Wahlcomputern nicht") hatten weitere Sicherheitslücken demonstriert.

Anzeige

Die niederländische Regierung sah sich schließlich veranlasst, einen Untersuchungsausschuss einzusetzen, der die aufgezeigten Sicherheitsmängel unter die Lupe nehmen sollte. Das Korthals-Altes-Komitee legte am 27. September 2007 einen Bericht vor, der die Manipulierbarkeit der Wahlcomputer bestätigte. In der Folge widerrief das niederländische Innenministerium die Zulassung der vom niederländischen Hersteller Nedap gelieferten Nedap/Groenendaal-ES3B-Wahlcomputer vorläufig. Die jetzt gefällte Entscheidung, solange ganz auf Wahlcomputer zu verzichten, "wie keine wirkliche Alternative zur Verfügung steht", bedeutet effektiv das Aus für elektronische Parlamentswahlen im Nachbarland.

In Deutschland hingegen wird die nachgewiesene Manipulierbarkeit von Wahlcomputern weniger kritisch gesehen. Die für die Zertifizierung der Geräte zuständige Physikalisch-Technische Bundesanstalt ist der Auffassung, dass die Computer aufgrund organisatorischer Vorkehrungen sicher seien.

Bei der letzten Landtagswahl in Hessen kamen auch Wahlcomputer von Nedap zum Einsatz (ESD1 und ESD2). Der CCC beobachtete den Einsatz bei der Hessenwahl kritisch. In Weblogs wurde nicht nur von Bedienungsproblemen berichtet, die besonders ältere Wähler hatten, sondern auch von Sicherheitsproblemen. So soll beispielsweise in einem Wahllokal der Wahlcomputer "aus praktischen Gründen bei einem Parteifunktionär zu Hause übernachtet" haben. Dass die Zwischenfälle praktische Auswirkungen auf das Wahlergebnis gehabt haben könnten, wurde nicht berichtet. [von Robert A. Gehring]


eye home zur Startseite
Scorpion-c 19. Mai 2008

Nein auch nicht. Die habens auch nicht besser. Vor allem wenn dann bald das GPS...

Thorsten J. 19. Mai 2008

Es widerspricht eben nicht meiner These. Wie du sagt WOLLTE Deutschland unbedingt etwas...

Hotohori 19. Mai 2008

Amen. ;)

Tantalus 19. Mai 2008

Da ich weder in Schleswig-Holstein noch in Hamburg beheimatet bin, kann ich dazu nichts...

DerMuedeJo 19. Mai 2008

Für die Herrschaften , die sich mit getrockneten Rosinen beschäftogen : mit Erahtl der...


IT-weblog / 18. Mai 2008

Lieber keine Wahlmaschinen



Anzeige

Stellenmarkt
  1. iXus GmbH, Berlin
  2. Neoperl GmbH, Müllheim
  3. T-Systems International GmbH, Darmstadt
  4. operational services GmbH & Co. KG, Frankfurt, Berlin


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. The Expendables 3 Extended 7,29€, Fight Club 6,56€, Predator 1-3 Collection 24,99€)
  2. (u. a. Homefront 7,97€, The Wave 6,97€, Lone Survivor 6,97€)

Folgen Sie uns
       


  1. Teilzeitarbeit

    Amazon probiert 30-Stunden-Woche aus

  2. Archos

    Neues Smartphone mit Fingerabdrucksensor für 150 Euro

  3. Sicherheit

    Operas Server wurden angegriffen

  4. Maru

    Quellcode von Desktop-Android als Open Source verfügbar

  5. Linux

    Kernel-Sicherheitsinitiative wächst "langsam aber stetig"

  6. VR-Handschuh

    Dexta Robotics' Exoskelett für Motion Capturing

  7. Dragonfly 44

    Eine Galaxie fast ganz aus dunkler Materie

  8. Gigabit-Breitband

    Google Fiber soll Alphabet zu teuer sein

  9. Google-Steuer

    EU-Kommission plädiert für europäisches Leistungsschutzrecht

  10. Code-Gründer Thomas Bachem

    "Wir wollen weg vom Frontalunterricht"



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Radeon RX 460: AMDs kleinste Polaris-Karte braucht mehr Speicher
Radeon RX 460
AMDs kleinste Polaris-Karte braucht mehr Speicher
  1. Polaris-Grafikkarten Neuer Treiber steigert Bildrate in Tomb Raider
  2. Polaris-Grafikkarten AMD stellt Radeon RX 470 und RX 460 vor
  3. Radeon Pro SSG AMD zeigt Profi-Karte mit SSDs für ein TByte Videospeicher

Radeon RX 470 im Test: Die 1080p-Karte für High statt Ultra
Radeon RX 470 im Test
Die 1080p-Karte für High statt Ultra
  1. Radeons RX 480 Die Designs von AMDs Partnern takten höher - und konstanter
  2. Radeon Software 16.7.2 Neuer Grafiktreiber macht die RX 480 etwas schneller
  3. Radeon RX 480 erneut vermessen Treiber reduziert Stromstärke auf PEG-Slot

Garmin Vivosmart HR+ im Hands on: Das Sport-Computerchen
Garmin Vivosmart HR+ im Hands on
Das Sport-Computerchen
  1. Polar M600 Sechs LEDs für eine Pulsmessung
  2. Kluge Uhren Weltweiter Smartwatch-Markt bricht um ein Drittel ein
  3. Garmin Edge 820 Radcomputer zeigt Position der Tourbegleiter

  1. 350 Mio User

    gaym0r | 22:25

  2. Re: Und der Rest ist Zuckerwatte

    johnsonmonsen | 22:23

  3. Re: Daten-GAU

    hyperlord | 22:20

  4. Re: Desktop-Android - Clickbait at it's best!

    Pjörn | 21:40

  5. Re: Was? Kann doch gar nicht sein.

    bombinho | 21:36


  1. 15:59

  2. 15:18

  3. 13:51

  4. 12:59

  5. 15:33

  6. 15:17

  7. 14:29

  8. 12:57


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel