Abo
  • Services:
Anzeige

US-Offizier will Abschreckung im Cyberspace

Luftwaffe soll Botnetz aufbauen, um gegnerische Computer lahmzulegen

Die US-Luftwaffe kümmert sich nicht mehr nur um den Luftraum, sondern auch um den virtuellen Raum. Damit sie im Cyberspace ebenso schlagkräftig ist wie am Himmel, fordert ein Oberst der US-Luftstreitkräfte digitale Aufrüstung. Er schlägt die Einrichtung eines Botnetzes vor, um Denial-of-Service-Attacken auf die Kommunikationsinfrastruktur eines Gegners durchführen zu können.

Zivile und militärische Computer in den USA stehen unter ständiger Bedrohung von außen. Allein das Pentagon werde jeden Tag "3 Millionen Mal angegriffen", hieß es kürzlich in einem Werbevideo der neugegründeten Infowar-Einheit der Luftwaffe, des Air Force Cyber Command. Doch das Land habe kein wirksames Mittel, um Gegner davon abzuhalten, amerikanische Computer anzugreifen, sagt Charles W. Williamson III. Diesen Mangel will der Oberst der US-Luftwaffe beseitigen.

Anzeige

"Amerika braucht die Fähigkeit zu Flächenbombardements im Cyberspace, damit die Abschreckung entsteht, die uns bislang fehlt", fordert er in einem Aufsatz im "Armed Forces Journal". Williamsons Abschreckungskonzept ist bewährt: Er will ein Botnetz aufbauen, um im Notfall gegnerische Kommunikationssysteme per Denial-of-Service-Attacken lahmlegen zu können. Das Botnetz solle derart "massiven Traffic auf die Zielcomputer leiten, dass diese nicht mehr kommunizieren können und für unsere Gegner nur noch Brocken aus Metall und Plastik sind."

Anders als Cyberkriminelle will der US-Offizier jedoch den Botnetz-Code nicht in fremde Computer einschmuggeln und diese so zu ferngesteuerten "Zombierechnern" machen. Stattdessen soll das "af.mil botnet" aus legalen Rechnern bestehen. So könnte der entsprechende Programmcode beispielsweise auf den Intrusion-Detection-Systemen der US-Luftwaffe eingesetzt werden. Das hätte den Vorteil, dass das System, das einen Angriff meldet, gleich in einen Gegenangriff eingebunden werden könnte.

Das reicht jedoch nicht aus für ein großes Botnetz. Deshalb schlägt Williamson vor, ausrangierte Computer der US-Luftwaffe nicht zu verschrotten, sondern für das Militärnetz zu rekrutieren. Und er hat noch größere Pläne: Die Software soll auf allen als nicht geheim eingestuften Computern der Air Force installiert werden. Wenn "das System eine gewisse Reife" erreicht habe, sollten "andere .mil-Computer und dann .gov-Rechner" einbezogen werden. Das Kommando über das Botnetz solle beim Joint Force Air Component Commander (JFACC) liegen.

Den Einsatz der Cyberwaffe stellt sich Williamson analog zu realen Waffen vor: "Das af.mil-Botnetz ist kein Ersatz für Strafverfolgung oder Diplomatie." Auf einen harmlosen Angriff werde man deshalb nicht mit dem Einsatz des Netzes reagieren. Wird es aber aktiviert, werde man auch nicht davor zurückschrecken, zivile Rechner anzugreifen "Die USA werden die gleichen Zielvorbereitungen durchführen wie für traditionelle Ziele und das Kriegsrecht entsprechend den Regeln des Verteidigungsministeriums wahren", so Williamson. Dazu gehöre die "Abwägung der Notwendigkeit, Verhältnismäßigkeit und Unterscheidung zwischen militärischen, militärischen und zivilen sowie zivilen Zielen". Verstecke sich der Gegner unerlaubt hinter Zivilisten und nutze deren Computer, "um uns Schaden zuzufügen, dann werden wir diese möglicherweise angreifen."

Das gilt auch für Computer, die von Cyberkriminellen gekapert wurden: Wenn sich die USA gegen einen Angriff verteidigten, der mit einem Zombiecomputer durchgeführt werde, sei es durchaus fragwürdig, ob "der Besitzer des Computers wirklich unschuldig ist. Zumindest könnte er schuldhaft fahrlässig sein, und das hindert Amerika vor Recht und Gesetz nicht, wenn der Schaden schwer genug ist, sich zu verteidigen."


eye home zur Startseite
Der digitale Tod 15. Mai 2008

Ich warte schon auf die Leichen...

AR 14. Mai 2008

Das sind Giftgasangriffe auch, letztendlich dient es alles nur einem Zweck.

Nachtwache 14. Mai 2008

US-Luftwaffe will Scriptkid spielen, was sagen eigentlich die Erziehungsberechtigten...

Der Kaiser 13. Mai 2008

Genau! Zum Arsch abwischen!

titrat 13. Mai 2008

Einfach die IP-Nummernkreise von Russland und China in die Firewall eingetragen, und...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH, München
  2. S&L Netzwerktechnik GmbH, Mülheim-Kärlich
  3. Landeshauptstadt München, München
  4. STEMMER IMAGING GmbH, Puchheim bei München


Anzeige
Top-Angebote
  1. 99,00€ (Vergleichspreis ab ca. 129€)
  2. (u. a. Avatar, Whiplash, Fast & Furious 6, Braveheart, Forrest Gump, Das fünfte Element, Pain...
  3. 55,00€ (Vergleichspreis ab ca. 75€)

Folgen Sie uns
       


  1. Up- und Download

    Breites Bündnis ruft nach flächendeckender Gbit-Versorgung

  2. Kurznachrichtendienst

    Twitter bewertet sich mit 30 Milliarden US-Dollar

  3. Microsoft

    Besucher können die Hololens im Kennedy Space Center nutzen

  4. MacOS 10.12

    Fujitsu warnt vor der Nutzung von Scansnap unter Sierra

  5. IOS 10.0.2

    Apple beseitigt Ausfälle der Lightning-Audio-Kontrollen

  6. Galaxy Note 7

    Samsung tauscht das Smartphone vor der Haustür aus

  7. Falcon-9-Explosion

    SpaceX grenzt Explosionsursache ein

  8. Die Woche im Video

    Schneewittchen und das iPhone 7

  9. 950 Euro

    Abmahnwelle zu Pornofilm-Filesharing von Betrügern

  10. Jailbreak

    19-Jähriger will iPhone-7-Exploit für sich behalten



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Oliver Stones Film Snowden: Schneewittchen und die nationale Sicherheit
Oliver Stones Film Snowden
Schneewittchen und die nationale Sicherheit
  1. US-Experten im Bundestag Gegen Überwachung helfen keine Gesetze
  2. Neues BND-Gesetz Eco warnt vor unkontrolliertem Zugriff auf deutschen Traffic
  3. Datenschützerin Voßhoff Geheimbericht wirft BND schwere Gesetzesverstöße vor

Fitbit Charge 2 im Test: Fitness mit Herzschlag und Klopfgehäuse
Fitbit Charge 2 im Test
Fitness mit Herzschlag und Klopfgehäuse
  1. Fitbit Ausatmen mit dem Charge 2
  2. Polar M600 Sechs LEDs für eine Pulsmessung
  3. Xiaomi Mi Band 2 im Hands on Fitness-Preisbrecher mit Hack-App

Osmo Mobile im Test: Hollywood fürs Smartphone
Osmo Mobile im Test
Hollywood fürs Smartphone
  1. Osmo Mobile DJI präsentiert Gimbal fürs Smartphone
  2. Hasselblad DJI hebt mit 50-Megapixel-Luftbildkamera ab
  3. DJI Flugverbotszonen in Drohnensoftware lassen sich ausschalten

  1. Linux?

    Scratje | 15:56

  2. Sind das jetzt Bilder ohne Filter?

    thecrew | 15:55

  3. Re: [Hier Beleidigung einfügen]

    FreiGeistler | 15:50

  4. wonach die so rufen ...

    neocron | 15:49

  5. Re: Für einen Dienst der nicht wächst und in den...

    teddybums | 15:49


  1. 15:10

  2. 13:15

  3. 12:51

  4. 11:50

  5. 11:30

  6. 11:13

  7. 11:03

  8. 09:00


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel