"Linux unterstützt mehr Geräte als andere Betriebssysteme"

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Golem.de: Was denken Sie über Vias Ankündigung, Hardware-Dokumentationen zu veröffentlichen, es ist ja nicht die erste dieser Art?

Kroah-Hartman: Es ist großartig! Es gab einen offenen Treiber von ihnen, der nur nicht in den Kernel gelangte. Ich weiß also nicht, was jetzt passieren wird, aber in ein paar Wochen rede ich mit Via und hoffe, dann mehr zu erfahren. Es klingt jedenfalls vielversprechend und ich hoffe, dass es sich bewahrheitet.

Golem.de: Wissen Sie, wie viele Treiber von ihrem Linux Driver Project bisher geschrieben wurden?

Kroah-Hartman: Wir haben viele Treiber von Firmen bekommen, diese bereinigt und in den Kernel gebracht. Darin besteht der Großteil unserer Arbeit, denn viele Firmen haben schon Linux-Treiber entwickelt, die jedoch überarbeitet werden müssen. Das waren bisher vielleicht 20 Stück, ich habe etwas den Überblick verloren.

Dann haben wir auch Treiber komplett neu entwickelt, aber viel weniger, vielleicht fünf. Das liegt jedoch daran, dass wenige Leute danach fragen. Wir brauchen einfach mehr Aufgaben - die Entwickler sind da. Und dann kommt noch hinzu, dass wir manchmal langsam arbeiten, wir sind sicherlich nicht das schnellste Projekt. Unseren Entwicklungszweig habe ich jetzt aber in meinen Kernel-Zweig überführt und der wiederum wird in den neuen Entwickler-Kernel Linux-next gelangen, so dass die Treiber besser getestet werden können. Wir wollen offener sein und es Programmierern erleichtern, an den Treibern mitzuarbeiten, ohne gleich selbst einen kompletten Treiber schreiben zu müssen.

Golem.de: Sie bieten Firmen an, Vertraulichkeitsvereinbarungen (Non-Disclosure Agreement, NDA) zu unterzeichnen, was ziemlich schnell die BSD-Entwickler auf den Plan rief, die sich beschwerten. Wie sehen Sie das?

Kroah-Hartman: Es ist eine Gruppe, für die Freiheit bedeutet, dass man mit der Software machen kann, was man will. Und sie versuchen, einer anderen Gruppe zu sagen, wie diese ihr Projekt führen soll. Es hat mich also überrascht, dass die BSD-Entwickler sich bei mir über etwas beschwert haben, was sie nicht betrifft.

Wir bieten den Firmen an, NDAs zu unterzeichnen, weil es hier manchmal Bedenken gibt. Aber bisher haben wir erst eine solche Vereinbarung unterzeichnet. Unsere Entscheidung, dies anzubieten, ist ein Ergebnis aus all den Hürden, die es in Firmen gibt, wenn sie ihre Spezifikationen öffnen wollen. Es hilft uns also, Manager zu überzeugen und tatsächlich kommt man mit ihnen besser ins Gespräch, wenn man bereit ist, auf ihre Befürchtungen einzugehen. Letztendlich ist die beste Dokumentation ohnehin ein funktionierender Treiber.

Ich arbeite seit Jahren mit BSD-Entwicklern zusammen und habe daran mitgewirkt, USB-Unterstützung auf Basis unserer Treiber in die BSDs zu bekommen. Sie können sich unseren Code anschauen, um zu verstehen, wie wir mit der Hardware sprechen, das ist kein Problem. Die Mehrheit unserer Treiber wurde von Firmen geschrieben, die ebenfalls diesen Regeln unterstehen, bei denen Mitarbeiter NDAs unterschreiben müssen und wir einen Open-Source-Treiber erhalten. Intel ging beispielsweise immer so vor, doch nun haben sie ihre Grafik-Spezifikationen veröffentlicht und das ist wunderbar.

Golem.de: Sie haben vorhin in Ihrem Vortrag gesagt, Sie müssten vielen Firmen erklären, wie der Linux-Kernel entwickelt wird, da diese den Prozess nicht verstehen. Was sind die Probleme?

Kroah-Hartman: Nun, sie schreiben einen Treiber und realisieren nicht, was der nächste Schritt ist. Sie schreiben einen Treiber basierend auf einer Kernel-Version und geben die Software dann ihren Kunden. Aber sie verstehen nicht, wie der Kernel entwickelt wird, dass alle Treiber direkt in den Kernel sollen und wie sie dorthin gebracht werden. Wir haben den Prozess sehr gut dokumentiert, aber es geht darum, ihnen zu erklären, dass sie überhaupt nach der Dokumentation schauen (lacht). Wir sagen ihnen, wie sie aktiv am Kernel mitentwickeln können. Das Driver Project hat außerdem den Entwicklern in Firmen erklärt, was sie tun müssen, um ihren Treiber selbst in den Kernel zu bekommen und somit neue Kernel-Entwickler auszubilden. Das hilft sehr, da sie nun alles selbst machen können.

Golem.de: Wenn Sie so viel reisen, um den Firmen den Entwicklungsprozess zu erklären: Wird das alles von ihrem Arbeitgeber Novell bezahlt?

Kroah-Hartman: Nicht alle Reisen. Novell erlaubt mir, an diesem Projekt Vollzeit zu arbeiten und ich kann ein oder zwei Tage zu einer Firma fahren und muss mir dafür keinen Urlaub nehmen. Novell hat verstanden, dass Linux, um zu überleben, so viele Geräte unterstützt wie möglich. Meine Arbeit hilft also auch Novell - das ist bei anderen Firmen wie Red Hat nicht anders.

 "Linux unterstützt mehr Geräte als andere Betriebssysteme"

0xA0 20. Dez 2010

Ich schließe mich da an.

sieratango 03. Okt 2009

Ich wird mich auch über ein Linux Oszi freuen...

tkd 18. Jul 2009

it doesnt

Der Kaiser! 02. Feb 2009

Wie ist es denn zu Gimp gekommen? :P

Der Kaiser! 02. Feb 2009

Es gibt verschiedene Arten von Powerusern.

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zahlenzerkleinerer / 29. Apr 2008

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