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Auflagenschwund Spielemagazine - Petra Fröhlich im InterviewPetra Fröhlich, Chefredakteurin von PC Games, über den Markt für Spielemedien
Verlagsmanager von gedruckten Spielezeitschriften dürften derzeit schlecht schlafen - die Auflagen entwickeln sich rasant nach unten. Die Computer Bild Spiele, Marktführer im Bereich "Multi Format", konnte sich im Jahr 2003 noch über knapp 650.000 verkaufte Hefte (laut IVW) freuen. Die letzte Meldung über das erste Quartal 2008 lag bei 334.391 Exemplaren - nur wenig mehr als die Hälfte. Ähnlich erging es dem traditionsreichen einstigen Spitzentitel im
Segment "PC-Spiele": 1999 lag die verkaufte Auflage der Zeitschrift PC Games noch bei 363.608 Heften, die jüngste Meldung lag bei 140.364 Exemplaren. Golem.de sprach mit Petra Fröhlich, Chefredakteurin von PC Games und vom Internetableger pcgames.de des Fürther Computec Media Verlags, über den Strukturwandel im Bereich der Print- und Onlinespielemedien.
Petra Fröhlich: Hier muss man nach Spielsystemen unterscheiden: Im PC-Bereich ist die Situation eine andere als bei Xbox 360, DS oder Wii. Der PC-Spieler sitzt ja ohnehin am Rechner und verfügt in der Regel über eine schnelle DSL-Verbindung. Demos, Updates, Trailer - früher zusätzliche Verkaufsargumente für die Datenträger der Hefte - sind auf diese Weise jederzeit, überall und sofort verfügbar. Trotzdem sind die Hefte mit Datenträgern weiterhin der Kern unseres Geschäfts. Wir erleben interessanterweise eine Verschiebung innerhalb unserer Gesamtauflage hin zur Magazinversion ohne DVD und zur "Deluxe-Variante" mit zwei DVDs. Im PC-Bereich ist zudem der Erfolg von World of Warcraft und Co. Fluch und Segen zugleich. Wer WoW oder Guild Wars oder Counter-Strike spielt - wir sprechen hier von vielen Millionen Menschen in Deutschland -, hat häufig auf Monate und Jahre hinaus weder Zeit noch Interesse für andere Titel. Segen deshalb, weil Computec im vergangenen Jahr unter anderem mit buffed [Printableger des Portals Buffed.de; Anm. d. Red.] bewiesen hat, dass im Printsegment nach wie vor Platz ist für innovative neue Konzepte - und zwar nicht trotz, sondern gerade wegen der riesigen Community. Golem.de: Können Sie einem Spieler erklären, warum er auch künftig jenseits des "Kann ich mit in Zug nehmen"-Arguments eine gedruckte Spielezeitschrift braucht? Petra Fröhlich: Das Mit-in-den-Zug-nehmen-Argument würde ich nicht unterschätzen - der Bahnhofsbuchhandel ist einer unserer wichtigsten Handelskanäle. Im Ernst: Mit reinen Text-plus-zwei-Bilder-Artikeln ist in der Tat kein Blumentopf mehr zu gewinnen - viele Inhalte sind auf einer Website oder in einer Datenbank viel besser aufgehoben. Im Heft haben wir hingegen wunderbare Möglichkeiten, Zusammenhänge und Spielabläufe anschaulich und übersichtlich zu erklären. Die optische Wucht eines doppelseitigen Aufmachers oder von sorgfältig ausgewählten, groß aufgezogenen Screenshots ist deutlich beeindruckender als eine Onlinebildergalerie. Nach wie vor ist es so, dass alle wichtigen Enthüllungen und First-Looks vornehmlich auf den Titelseiten der großen Magazine stattfinden - die Wirkung ist auch aus Sicht der Hersteller eine ganz andere, als wenn sie in einem Newsticker stattfinden würde. Prinzipiell sind es welt- oder deutschlandexklusive Vorort-Reports, Spieleeindrücke und Interviews, die Hunderttausende zu Special-Interest-Magazinen greifen lassen. Und natürlich geht es sicher nicht nur mir so, dass sich längere Texte in gedruckter Form angenehmer konsumieren lassen. Kurz: Print wirkt. weiter...
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