Interview: "10 Prozent spielen etwa sieben Stunden täglich"
Gespräch mit dem Psychologen Florian Rehbein über Onlinespiele und Jugendschutz
Der Trend zum Onlinespiel hat Nebenwirkungen: Politiker und Jugendschützer beschäftigen sich immer mehr mit World of Warcraft, Guild Wars und Co. Aber welche Auswirkungen haben diese Titel tatsächlich auf Jugendliche - und auf Erwachsene? Golem.de im Interview mit Dipl.-Psych. Florian Rehbein über Gewalt und Abhängigkeit in den virtuellen Welten.

Dipl.-Psych. Florian Rehbein, Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen
Immer öfter beschäftigen sich Politiker, Wissenschaftler und Pädagogen mit dem Thema Onlinespiele - Anfang April 2008 sogar im Rahmen eines Ausschusses des Deutschen Bundestages. Golem.de hat den Psychologen Florian Rehbein vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen nach seiner Sicht der Dinge befragt.
Golem.de: Spielen Sie selbst?
Florian Rehbein: Ja, ich bin Fan von Strategiespielen und von Adventures und hatte früher auch mal eine Shooter-Phase. Also, letztlich ist alles dabei bis auf Onlinerollenspiele.
Golem.de: Haben Sie das Gefühl, die Seiten gewechselt zu haben, da Sie jetzt beim Kriminologischen Forschungsinstitut in Niedersachsen arbeiten, das eine eher kritische Einstellung zu Spielen hat?
Rehbein: Nein, so fühlt sich das überhaupt nicht an. Wenn man als Gamer das Thema Spiele angeht, dann ist das eine unbefangene Sichtweise. Man will Spaß haben, sucht sich Spiele raus und ist neugierig, was zu entdecken. Und wenn man beruflich mit Spielen beschäftigt ist, bzw. als Wissenschaftler im jungen Forschungsfeld Game-Studies, dann ist das eine ganz andere Perspektive. Man versucht dann auch die andere Seite zu sehen, also auch die Risiken und Nebenwirkungen.
Audio: Jugendschutz fängt beim Spiele-Hersteller an
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Golem.de: Haben Onlinespiele wie World of Warcraft auf Jugendliche eine andere Wirkung als Offlinespiele, etwa ein normales Rollenspiel? Derzeit wird vor allem das Thema Onlinesucht diskutiert.
Rehbein: Ich würde lieber von Abhängigkeit sprechen, nicht von Sucht. Das ist ein Begriff, der in der klinischen Psychologie inzwischen recht kritisch gesehen wird. Wir sprechen von Abhängigkeit, und davon muss man auch noch das exzessive Spielen unterscheiden, das wieder etwas anderes ist. Wenn jemand exzessiv spielt, dann bedeutet es, dass er sehr viel spielt. Wir haben in Deutschland gut 14.000 15-Jährige zu dem Thema befragt und dabei festgestellt, dass rund 10 Prozent etwa sieben Stunden täglich spielen - von den Jungs sogar 15 Prozent. Das ist erst mal nur ein exzessives Verhalten und heißt noch nicht, dass die in irgendeiner Weise krank sind. Das Verhalten ist aber auffällig und man kann fragen: Woran liegt das?







Ja, ich stimme meinem Vorredner zu: Die Attraktivität des Spiels liegt in der Interaktion...
C´est la vie!
& dieser Bart. Der ist auch neu! Man könnte fast davon ausgehen, dass er in der Spiele...
jo und manche machen das auch (gemeinsam) mit der familie. ich seh das problem nicht...
jo so geht's sicher den meisten spielern, aber manche spielen halt dann trotzdem weiter...
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