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Beckstein und Molyneux eröffnen Munich Gaming

Spielekongress in München eröffnet - neues Thema: Onlinespiele und Jugendschutz

Bayerische Politiker genießen in Spielerkreisen meist keinen guten Ruf - gelten sie doch als engstirnige Verbieter. Auf der Munich Gaming nähern sich die Fronten von Politik und Spielebranche zumindest etwas an: Ausgerechnet Hardliner Günther Beckstein und Designer-Legende Peter Molyneux eröffneten am Montagvormittag die zweitägige Veranstaltung. Eine neue Diskussion zeichnet sich ab: Welches Verfahren gilt künftig in Sachen Onlinespiele und Jugendschutz?

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Ganz beiseite lassen wollte Günther Beckstein das spezielle Thema nicht, mit dem er immer wieder gegen die Spielebranche schoss: "Killerspiele gehören schlichtweg verboten", sagte der bayerische Ministerpräsident in seiner Rede zur Eröffnung des Kongresses Munich Gaming, der am 7. und 8. April 2008 in München stattfindet. Schließlich sprach er auch über den Jugendschutz eines Gebietes, das erst allmählich in den Vordergrund rückt: "Was die Onlinecomputerspiele angeht, brauchen wir eine klare Regelung, wer für die abschließende Kontrolle zuständig ist. Wir meinen, dass Telemedien wie bisher aus einer Hand beurteilt werden sollten und dass die Kommission für Jugendmedienschutz für diese Aufgabe bestens geeignet ist."

Günter Beckstein (CSU)
Günter Beckstein (CSU)
Aber auch in Bayern ist die zunehmende Bedeutung von Computerspielen mittlerweile nicht mehr zu übersehen. Beckstein: "Die Gaming-Branche zeichnet das einzigartige Zusammenspiel von Kunst, Kreativität und High-Tech aus. Auch deshalb boomt die Branche, wie kaum ein Wirtschaftsbereich." Und er kündigt eine verstärkte Förderung der Branche an, parallel zum bayerischen Filmfördermodell. Künftig will der Staat Bayern jungen Spieleentwicklern Räumlichkeiten und Infrastruktur zu günstigen Konditionen anbieten. Nebenbei: Das sagt der Ministerpräsident, der den Wegzug von einem der renommiertesten Spieleentwickler weltweit - Crytek - aus seinem Bundesland ins hessische Frankfurt zumindest stillschweigend in Kauf genommen hat. Auch im Bereich der Hochschulen sieht Beckstein noch Potenzial. Er will mehr und diversifiziertere Studien- und Ausbildungsgänge anbieten, auch mit Hilfe der Exzellenzinitiativen an den bayerischen Universitäten. Beckstein will zudem, dass der Deutsche Entwicklerpreis - der derzeit ein neues Zuhause sucht - künftig in großem Rahmen in Bayern verliehen wird.

Peter Molyneux
Peter Molyneux
Designer-Legende Peter Molyneux ging in seiner anschließenden Rede direkt auf das Thema Jugendschutz ein - und verfolgt dabei einen ganz anderen Ansatz. Im Bezug auf eine Stelle in seinem Rollenspiel Fable, in dem der Spieler ein kleines Mädchen retten oder töten kann, sagte er: "Der Spieler lernt, dass alles, was man macht, Konsequenzen hat - dann ist er eben kein strahlender Held mehr, sondern eine böse, dunkle Figur". Moral könne beigebracht werden, so der Entwickler. Auch sonst legte Molyneux Wert darauf, dass Spiele eben nicht nur Ursache von Problemen und bestenfalls ein Wirtschaftsfaktor sind, sondern Spaß machen: "Bei all den negativen Sachen, die hier gesagt wurden: Lasst uns mal einen Moment daran denken, wie wundervoll Computerspiele sein können. Computerspiele sind eine vollkommen neue, eigenständige Form der Unterhaltung - die einzige, bei der der Nutzer wirklich im Mittelpunkt steht". Von diesen Bemerkungen - bei denen Beckstein schon nicht mehr anwesend war - mal abgesehen, stellte Molyneux sein kommendes Rollenspiel Fable 2 vor und zeigte ein paar der Inhalte, mit denen er den Massenmarkt erreichen möchte. Etwa einen Hund, der einfach nur ein Hund ist, der den Spieler begleitet und ganz ursprüngliche Gefühle bei diesem anspricht. Oder die Tatsache, dass die Spielfiguren heiraten und sogar schwanger werden können - jedenfalls die weiblichen.

Neben Beckstein und Molyneux sprach auch Olaf Wolters, Chef des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU e.V.) kurz während der Eröffnungsveranstaltung von Munich Gaming. Auf die Forderung von Beckstein nach mehr Jugendschutz für Onlinespiele ging er direkt ein: "Wir werden darüber diskutieren, ob wir eine zweite freiwillige Altersfreigabeeinrichtung für den Onlinebereich brauchen." Das Thema spielt in Vorträgen und Diskussionen auf der Munich Gaming eine Rolle, Golem.de wird in den nächsten Tage noch mehr dazu berichten.


XDXDXDXDXDXDXDX... 09. Apr 2008

Wenn es nicht schmeckt, dann sag ich "Das schmeckt nicht." und nicht "So eine schei...

Fadasddas 08. Apr 2008

Korrekt, vor der Jahrtausendwende war er genial. Black & White 1 ist für die damalige...

MoreSchwabeThan... 08. Apr 2008

Das einzigst deutsche Land ist das Schwabenland!

hellthing 08. Apr 2008

Ich z.B. wohne ca. 500m davon weg und hier genießt Bayern auch keinen guten Ruf. Mit der...

Metaxa 08. Apr 2008

Stimme dir zu. Ideen hat er, aber die Durchführung bekommt er nicht richtig hin.

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