US-Internetprovider spionieren Kunden für Werbezwecke aus

Die nächste Stufe der Überwachung?

Bis zu 100.000 Internetnutzer in den USA sind in der jüngeren Vergangenheit von ihren Internetprovidern heimlich ausspioniert worden. Für Werbezwecke wurden mittels "Deep Package Inspection" alle Internetaktivitäten der Kunden überwacht, berichtet die Washington Post.

Anzeige

Das Geschäft mit der Internetwerbung boomt und die US-Provider wollen kräftig mitverdienen. Dabei nehmen sie es mit dem Schutz der Privatsphäre nicht so genau. Um dem Wunsch der werbenden Unternehmen nach einer optimalen Zielgruppenansprache besser nachkommen zu können, werden auch schon einmal die eigenen Nutzer ausspioniert. Wie die Washington Post jetzt herausgefunden hat, wurde die Internetnutzung von mindestens 100.000 Kunden" mittels "Deep Package Inspection" (DPI) überwacht und hinsichtlich der Nutzungsgewohnheiten analysiert.

Im Ergebnis wurde den Internetnutzern dann maßgeschneiderte Werbung präsentiert. Manche Internetprovider haben DPI bei bis zu 10 Prozent ihrer Nutzer eingesetzt, berichtet die Zeitung in ihrer Wochenendausgabe. Die Provider hätten ihre Kunden aber nicht darüber informiert, "weil sie Angst vor einem Kundenaufstand" hätten, wird ein Brancheninsider zitiert.

Bei DPI werden die Adressen und manchmal auch die Inhalte von Datenpaketen analysiert, die zwischen dem Computer eines Nutzers und einem Server ausgetauscht werden. Der Einsatz von DPI für Werbezwecke durch die Internetprovider wird von Bürgerrechtlern kritisiert. Die Washington Post zitiert Ari Schwartz vom Center for Democracy and Technology (CDT) mit den Worten: "Niemand will, dass die Telefongesellschaft die Anrufe abhört. Genauso wenig will man, dass der Internetprovider das Verhalten im Web überwacht. Es gibt Befürchtungen, dass ISPs die Nutzer verraten und die Informationen an Dritte weitergeben könnten." Solche Befürchtungen sind angesichts der stetigen Ausweitung der Überwachung durch Polizeibehörden und Geheimdienste in den USA (und anderswo) nur allzu begründet.

Pläne von Providern, DPI zu Werbezwecken einzusetzen, waren kürzlich auch in England bekanntgeworden. Dort hatte Anfang März 2008 der Werbedienstleister den Start seiner Open-Internet-Exchange-Plattform bekanntgegeben. Phorm bekommt von kooperierenden Providern IP-Pakete für Webserver in anonymisierter Form zugeleitet und wertet diese mittels DPI aus, um passende Werbung auszuliefern.

Tim Berners Lee, Erfinder des World Wide Web, sprach sich in einem BBC-Interview strikt gegen DPI für Werbezwecke aus. Den Nutzern drohten nach Meinung von Berners-Lee dadurch große Gefahren. Beispielsweise könnten Krankenversicherungen ihre Tarife anheben, wenn sie erfahren, dass Versicherte sich im Internet über Krebserkrankungen informieren. Berners-Lee erklärte, er selbst würde sofort seinen Provider wechseln, sollte dieser mit Phorm zusammenarbeiten.

Internetnutzer können sich vor DPI derzeit nur teilweise schützen. Wo möglich, kann mit einem Webserver über das verschlüsselte HTTPS-Protokoll statt des üblichen HTTP-Protokolls ohne Verschlüsselung kommuniziert werden. Dann kann mittels DPI nicht mehr beobachtet werden, welche Dateninhalte übertragen werden. Die Auswahl an Internetangeboten, die HTTPS unterstützen, ist allerdings beschränkt. Ergänzend oder alternativ können Anonymisierungsdienste benutzt werden, die das Surfverhalten verschleiern. Der Gewinn an Sicherheit wird in diesem Fall jedoch üblicherweise mit einem Verlust an Geschwindigkeit und Komfort erkauft. Eine Kombination aus HTTPS und Anonymisierung, die manche Anonymisierungsdienste bieten, ist praktisch immer kostenpflichtig. [von Robert A. Gehring]


haJapp 07. Apr 2008

Pardon, habe den ersten Teil des Zitates vergessen Eine Überwachung zukünftiger...

haajapp 07. Apr 2008

Zitat aus der JAP Webseite: http://anon.inf.tu-dresden.de/strafverfolgung/index_de.html...

Gangrei 07. Apr 2008

Völliger Unsinn, einfach so dahergeplappert, durch nichts zu beweisen. Aussage eideutig...

bf nhg 07. Apr 2008

Quelle? Idiot.

PeteB 07. Apr 2008

Super! Für mich als Informationsdienstleister die erste Adresse um an Daten zu kommen...

Kommentieren



Anzeige

  1. SAP-Modulbetreuer (m/w) Rechnungswesen und Controlling
    HiPP-Werk Georg Hipp OHG, Pfaffenhofen (Raum Ingolstadt)
  2. Manager (m/w) Softwareentwicklung
    WTS Group AG Steuerberatungsgesellschaft, Erlangen (Raum Nürnberg)
  3. Business Analyst SAP (m/w)
    CSL Behring GmbH, Marburg
  4. Software-Entwickler Java / JavaScript (m/w)
    TONBELLER AG, Bensheim

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. iPad Air 2 im Test

    Toll, aber kein Muss

  2. Nocomentator

    Filterkiste blendet Sportkommentare aus

  3. Gameworks

    Nvidia rollt den Rasen aus

  4. Rolling-Release

    Opensuse Factory und Tumbleweed werden zusammengeführt

  5. Project Ara

    Google will nicht nur das Smartphone neu erfinden

  6. Wildstar

    NC Soft entlässt Mitarbeiter

  7. Mozilla

    Einfache Web-Apps auf dem Smartphone erstellen

  8. Civ Beyond Earth Benchmark

    Schneller, ohne Mikroruckler und geringere Latenz mit Mantle

  9. Allview X2 Soul mini

    Sehr dünnes Smartphone im Alu-Gehäuse für 200 Euro

  10. Toybox Turbos

    Codemasters veranstaltet Rennen auf dem Frühstückstisch



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Sony Alpha 7S im Test: Vollformater sieht auch bei Dunkelheit nicht schwarz
Sony Alpha 7S im Test
Vollformater sieht auch bei Dunkelheit nicht schwarz
  1. FPS 1000 Kamera soll 18.500 Frames pro Sekunde aufnehmen
  2. Bericht Sony will 4K-Superzoom-Kamera entwickeln
  3. Minikamera Ai-Ball Die WLAN-Kamera aus dem Überraschungsei

IT-Gipfel 2014: De Maizière nennt De-Mail "nicht ganz zufriedenstellend"
IT-Gipfel 2014
De Maizière nennt De-Mail "nicht ganz zufriedenstellend"
  1. Digitale Agenda 38 Seiten Angst vor festen Zusagen
  2. E-Mail Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Yahoo Mail

Retro-Netzwerk: Der Tilde.Club erstellt Webseiten wie in den Neunzigern
Retro-Netzwerk
Der Tilde.Club erstellt Webseiten wie in den Neunzigern

    •  / 
    Zum Artikel