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MoobiAir: Pseudo-HSDPA-Flatrate für 35 EuroNach Abruf von 10 GByte an Daten im Monat wird Datenrate stark gedrosselt
RadiCens bezeichnet den neuen Tarif als "MoobiAir mobileDSL flat" und bewirbt den Tarif abermals als Ersatz für einen DSL-Festnetzanschluss mit einer Daten-Flatrate, hält dieses Versprechen allerdings ein weiteres Mal nicht ein. Denn sobald der Nutzer das Limit von 10 GByte an empfangenen Daten im Monat überschritten hat, wird die Datenrate so stark gedrosselt, dass der mobile Internetzugang kaum mehr sinnvoll nutzbar ist. Denn dann wird die Bandbreite auf maximal 64
KBit/s im Download und 16 KBit/s im Upload gedrosselt, was sehr viel langsamer als die versprochene DSL-Geschwindigkeit ist.
Bis zum Erreichen der 10-GByte-Grenze hat der Nutzer die Wahl, via HSDPA oder EDGE das mobile Internet zu nutzen. Per HSDPA wird eine Download-Rate von maximal 7,2 MBit/s sowie eine Upload-Rate von bis zu 1,4 MBit/s versprochen. Beim EDGE-Betrieb liegt die Datenrate im Download bei maximal 220 KBit/s, zur Upload-Rate wollte RadiCens keine Auskünfte erteilen. Anders als bei MoobiCent wird der Nutzer bei MoobiAir immerhin im Kleingedruckten darauf hingewiesen, dass die Datenrate begrenzt wird, sobald das monatliche Limit von 10 GByte an heruntergeladenen Daten überschritten wird. Erst seit Mitte Januar 2008 gibt RadiCens als Betreiber von MoobiCent zu, dass die MoobiCent-Datenrate gedrosselt wird, wenn der als Flatrate beworbene Dienst "über das übliche Maß" genutzt wird, heißt es in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Was der Anbieter unter einem üblichen Maß versteht, bleibt allerdings vollkommen unklar. Nutzer von MoobiCent beklagten sich zuvor wiederholt, dass sie eine Drosselung ihrer Datenrate erfahren hätten. Nochmals angesprochen darauf erklärte RadiCens, dass es in Gebieten ohne DSL-Versorgung zu einer starken Nutzung des Vodafone-Netzes und somit zu Überlastungen gekommen sei, was zu niedrigeren Datenübertragungsraten geführt hätte. Betroffen waren nach RadiCens-Angaben unter anderem Teile Ostberlins, ein Gewerbeentwicklungsgebiet in Köln und die Stadt Siegen. Teilweise konnten RadiCens und Vodafone Abhilfe schaffen, indem die Kapazitäten der Mobilfunkzellen erweitert wurden. Noch im Oktober 2007 waren unbekannte technische Probleme für die Drosselung verantwortlich gemacht worden. Auf einer Presseveranstaltung wollte RadiCens die in den allgemeinen Geschäftsbedingungen festgelegte Drosselung für MoobiCent nicht zugeben und beharrte darauf, dass die Datenrate nicht gedrosselt werde. Es bleibt vollkommen unverständlich, warum sich der Anbieter in derartige Widersprüche verstrickt und warum er nicht bekanntgeben will, ab welcher Datenrate die MoobiCent-Drosselung zuschlägt. Denn für viele Nutzer dürfte das Angebot bei entsprechend transparenten Vertragsbedingungen durchaus attraktiv sein. Die damalige Änderung an den allgemeinen Geschäftsbedingungen bezeichnet der Anbieter als notwendige Anpassung an die Gepflogenheiten der Netzbetreiber. Damit bleibt MoobiCent für den Kunden weiterhin nicht planbar, da er nicht weiß, ab wann seine Datenzufuhr gedrosselt wird. Wer MoobiAir nutzen möchte, muss sich vertraglich binden. Die Mindestlaufzeit beträgt 6 oder 24 Monate und kostet monatlich 34,95 Euro. MoobiAir bietet subventionierte Hardware in Form eines HSDPA-USB-Sticks an, mit dem der Nutzer mobil surfen kann. Wer sich nur auf 6 Monate verpflichten will, kann den HSDPA-USB-Stick für 59,- Euro erwerben. Wer sich 24 Monate bindet, zahlt für die Hardware 1,- Euro. Daneben gibt es auch die SIM-only-Variante ohne den Stick. Die MoobiAir mobileDSL flat kann im Internet bestellt werden. MoobiAir wird in strategischer Partnerschaft zwischen RadiCens, Victorvox sowie T-Mobile Deutschland angeboten. [von Yvonne Göpfert und Ingo Pakalski] (yg)
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