Intels 100-Kilometer-WLAN für Dorfvernetzung wird marktreif

Modifizierte Router sollen im dritten Quartal 2008 erscheinen

Noch 2008 will Intel ein Router-Pärchen auf den Markt bringen, das für recht geringe Kosten bis zu 100 Kilometer überbrücken kann. Gedacht ist die "Rural Connectivity Platform" (RCP) vor allem für die Vernetzung von ländlichen Gebieten in Schwellenländern.

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Schon seit einigen Jahren erforscht Intel, wie sich moderne IT in weniger entwickelten Ländern sinnvoll einsetzen lässt. Als Konkurrent zum OLPC kam so der Classmate PC zustande, in puncto Infrastruktur gab es jedoch noch wenige konkrete Produkte. Zwar hatte Intel bereits den Dorf-PC als Forschungsprojekt gezeigt und auch ein WLAN-Projekt für Telemedizin in Indien vorgestellt.

Aufbau zweier RCP-Stellen
Aufbau zweier RCP-Stellen
Auf Basis dieser Vernetzung über mehrere Kilometer soll nun im dritten Quartal 2008 die RCP auf den Markt kommen. Sie besteht aus zwei Routern, die mittels Parabolantennen Distanzen von bis zu 100 Kilometern überbrücken können. Die Übertragungsraten liegen dabei immer noch bei einigen MBits/s, auf Entfernungen bis zu 30 Kilometern sollen es bis zu 6 MBit/s sein.

Mögliche Toplogie
Mögliche Toplogie
Auch knapp 300 Kilometer lassen sich per WLAN überbrücken, wie verschiedene Ingenieur-Teams in den letzten Jahren immer wieder bewiesen hatten. Dabei muss durch die Erdkrümmung eine der Gegenstellen an einer stark erhöhten Position stehen. Intels Lösung sieht jedoch nur Antennenmasten von bis zu 15 Metern Höhe für Verbindungen auf dem flachen Land vor. Eine Sichtverbindung zwischen den Stationen muss vorhanden sein. Um etwa Berge zu umfunken, werden Relay-Stationen eingesetzt, die auch als Gabelung der Verbindung dienen können.

Der RCP-Router
Der RCP-Router
Der Trick an der RCP steckt in einer Modifikation der WLAN-Protokolle bis auf MAC-Ebene. Um die langen Antwortzeiten zu berücksichtigen, wird die Signalisierung mit dem aus der Mobilfunktechnik bekannten TDMA vorgenommen, zudem werden mehr Prüfsummen verwendet. Die lokalen Bestimmungen für die Sendeleistung werden dabei eingehalten.

Als Betriebssystem der Router kommt ein Linux von Snapgear samt angepasster WLAN-Treiber zum Einsatz. Die beiden Antennen direkt am Router dienen zur Verteilung des Netzzugangs am Bestimmungsort - dann aber per herkömmlichem WLAN nach 802.11 g. Die Router sollen nur einige Watt an elektrischer Leistung benötigen und lassen sich somit auch durch Solarzellen versorgen.

Als Paket sollen zwei der Geräte unter 1.000,- US-Dollar kosten, Intel will sie aber nicht selbst vertreiben, sondern verhandelt derzeit mit einem namentlich nicht genannten Hersteller, wie das Unternehmen gegenüber Golem.de erklärte. Noch im dritten Quartal 2008 sollen die RCP auf den Markt kommen und dann unter anderem Kommunikation in Gegenden bringen, wo bisher noch nicht einmal Telefonleitungen existieren.


Rainer Zufall 29. Mär 2008

Aber wenn DU mehr Bandbreite willst warum sollte dann TELEKOM das Ding kaufen? Kauf Dir...

Sky-O 27. Mär 2008

in welchem nest wohnst den du ich wohn auch nur 30km von der stuttgarter innenstadt...

blubblubb 27. Mär 2008

Wie haben hier auch nur leichtes DSL und sobald zwei oder drei Leute die Leitung...

cyd 27. Mär 2008

Desaster ist das richtige Wort, bin innerhalb meiner Stadt umgezogen und jetzt nur...

Phil K. 27. Mär 2008

36 dB => Faktor 4000 für die Sendeleistung

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