Italien: Logistep darf P2P-Nutzer nicht überwachen

Datenschutz hat Vorrang

Der italienische Datenschutzbeauftragte hat entschieden, dass die im Auftrag von Rechteinhabern agierende Schweizer Firma Logistep gegen italienisches Datenschutzrecht verstoßen hat, als sie die IP-Adressen von P2P-Nutzern verarbeitete.

Anzeige

Wie in Deutschland, so beobachtet die Schweizer Logistep AG auch in Italien im Auftrag von Rechteinhabern den Datenverkehr in P2P-Tauschbörsen. Tauchen dort Dateien auf, an denen die Logistep-Auftraggeber Urheberrechte geltend machen, speichert Logistep die IP-Adressen der entsprechenden Tauschbörsennutzer und übermittelt sie an die Rechteinhaber.

Die bemühen sich dann darum, die Anschriften der mutmaßlichen Urheberrechtsverletzer für eine Abmahnung zu ermitteln, beispielsweise durch Anfragen bei Internetprovidern oder durch Akteneinsicht nach Strafanzeigen. Diese Praxis ist in verschiedenen europäischen Ländern wiederholt auf Widerstand gestoßen. Ein häufiger Vorwurf lautet dabei, dass die Vorgehensweise von Logistep gegen nationale Datenschutzbestimmungen verstoßen würde.

Der italienische Datenschutzbeauftragte hatte sich ebenfalls mit einer solchen Beschwerde zu befassen, nachdem die deutsche Plattenfirma Peppermint Jam unter Verwendung von Daten, die Logistep geliefert hatte, P2P-Nutzer abmahnte und Entschädigungszahlungen einforderte. Zuvor hatten Gerichte es abgelehnt, Internetprovider zur Herausgabe von P2P-Nutzerdaten zu zwingen.

Der Datenschutzbeauftragte untersuchte die Umstände der Datenerhebung und Übermittlung und hat entschieden, dass das Vorgehen von Logistep und Peppermint Jam gegen italienisches Datenschutzrecht verstoßen hat. Die Unternehmen hätten die Nutzer über die Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten informieren müssen, bevor sie damit begonnen haben. Den Unternehmen ist es in Zukunft verboten worden, die Daten von P2P-Nutzern zu verarbeiten. Auch dürfen die illegal erhobenen Daten nicht vor Gericht verwendet werden. [von Robert A. Gehring]


johnmcwho 19. Mär 2008

Gerade unsere FDJ Propaganda Sekretärin die müsste genau Wissen wie es geht. Nachdem was...

johnmcwho 19. Mär 2008

Gerade unsere FDJ Propaganda Sekretärin die müsste genau Wissen wie es geht. Nachdem was...

Schuckel 19. Mär 2008

Ja nur leider sind viele... viele drauf reingefallen.. Hatte selbst so ein schreiben...

Sharra 19. Mär 2008

Definitionssache. Es gibt einen klaren Unterschied zwischen Politesse und Logistep...

monettenom 19. Mär 2008

Solche Firmen und die Leute, die in solchen Firmen arbeiten, sollten geächtet werden. Da...

Kommentieren


F!XMBR / 19. Mär 2008

P2P: Jäger des verlorenen Schatzes



Anzeige

  1. ORACLE Datenbank Experte (m/w)
    Siemens AG, Nürnberg
  2. SAP-System-Manager (m/w) SAP-Basis-Betreuung
    MBDA Deutschland, Schrobenhausen
  3. IT Customer Support Officer (m/w)
    FLO-CERT GmbH, Bonn
  4. Systemingenieur (m/w)
    Bosch Sensortec GmbH, Reutlingen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. EU-Angleichung

    Welche Onlineshops keine Gratis-Retouren mehr erlauben

  2. MIT Media Lab

    Bildschirm gleicht Sehfehler aus

  3. Leere Symbolik

    Greenwald lehnt aus Protest Aussage im NSA-Ausschuss ab

  4. Technisches Komitee

    Debian beharrt auf mehreren Init-Systemen

  5. Stellar

    Kostenlose Kryptowährung soll Kunden locken

  6. Brigadier

    Kyoceras Saphirglas-Smartphone kostet 400 US-Dollar

  7. ZeroVM

    Virtuelle Maschine für die Cloud

  8. CDN

    Apple aktiviert offenbar sein Content Delivery Network

  9. Test Sacred 3

    Schnetzeln im Team

  10. Microsoft

    Enhanced Mitigation Experience Toolkit 5.0 freigegeben



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Oneplus One im Test: Unerreichbar gut
Oneplus One im Test
Unerreichbar gut
  1. Oneplus One Eigenes ROM mit Stock Android 4.4.4 vorgestellt
  2. Oneplus One-Update macht verkürzte Akkulaufzeit rückgängig
  3. Oneplus One könnte ab dem dritten Quartal vorbestellbar sein

Überwachungssoftware: Ein warmes Mittagessen für den Staatstrojaner
Überwachungssoftware
Ein warmes Mittagessen für den Staatstrojaner
  1. Ex-CIA-Deutschlandchef Wir konnten Schröder leider nicht abhören
  2. Überwachung NSA-Ausschuss erwägt Einsatz mechanischer Schreibmaschinen
  3. Kontrollausschuss Die Angst der Abgeordneten, abgehört zu werden

Smartphone-Hersteller Xiaomi: Wie Apple, nur anders
Smartphone-Hersteller Xiaomi
Wie Apple, nur anders
  1. Smartphone-Markt wächst Samsung verkauft weniger Smartphones
  2. Flir One Wärmebildkamera fürs iPhone lieferbar
  3. Per Smartphone Paypal ermöglicht Bezahlen in Restaurants landesweit

    •  / 
    Zum Artikel