10Tacle mit Gewinnwarnung und Entlassungen

Vorstandschef Michele Pes kündigt neue Strategie an

Hinter den Kulissen gab es schon länger Gerüchte, jetzt bestätigt die Darmstädter Spielefirma 10Tacle ernsthafte Schwierigkeiten. Als Grund werden Verzögerungen bei der Produktion von zwei wichtigen Titeln genannt. Das börsennotierte Unternehmen veröffentlicht eine Gewinnwarnung, warnt vor Liquiditätsengpässen und kündigt Entlassungen an.

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Wer den Aktienkurs der 10Tacle Studios AG in den letzten Wochen beobachtet hatte, der ahnte schon: Da stimmt was nicht - teilweise verloren die Papiere innerhalb weniger Stunden rund 50 Prozent an Wert, legten dann ebenso plötzlich wieder zu. Jetzt veröffentlicht das Unternehmen aus Darmstadt eine offizielle Gewinnwarnung, weist zudem auf Liquiditätsprobleme hin und kündigt Entlassungen sowie eine Studioschließung an. Und das, obwohl 10Tacle erst Ende Dezember den Berliner Konkurrenten The Games Company übernommen hatte.

Wegen Release-Verschiebungen bei den wichtigen Titeln Elveon und Totems sowie aufgrund von gestiegenen Kosten bei deren Entwicklung rechnet 10Tacle mit einem negativen Ergebnis auf das Konzernergebnis; ihre vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2007 will die Firma spätestens am 31. Mai 2008 bekanntgeben. 10Tacle schließt den für die Produktion des Konsolenrollenspiels Elveon zuständigen Standort Bratislava. Die restliche Entwicklungsarbeit übernehmen andere Studios sowie ein englischer Kooperationspartner.

Auch mit Liquiditätsproblemen hat 10Tacle zu kämpfen. Immerhin bestehen gegenüber drei Fondsinvestoren noch offene Forderungen in Höhe von 13,4 Millionen Euro. Allerdings rechnet das Management von 10Tacle damit, dass ein Großteil der Gelder in den kommenden 14 Tagen zur Verfügung steht. Ein wichtiger Privatinvestor - ein Hamburger Reeder - erhöht seine Einlagen sogar.

Darüber hinaus hat 10Tacle eine umfangreiche Restrukturierung beschlossen. Kern der Neuausrichtung ist eine Positionierung der Firma als Entwicklungs- und Produktionshaus. Die Aufgaben der Marketing- und Sales-Abteilungen werden künftig durch die Publishing-Partner übernommen; bislang war 10Tacle - ohne klar erkennbare Linie - gelegentlich selbst als Publisher aufgetreten. Aufgrund der neuen Struktur werden rund 25 Prozent der Mitarbeiter entlassen, die nicht unmittelbar in der Entwicklung arbeiten. Wie ein Sprecher gegenüber Golem.de mitteilte, betrifft dies im Darmstädter Stammhaus fünf bis sechs Mitarbeiter.

Der Vorstandsvorsitzende Michele Pes sieht sein Unternehmen trotz der Probleme unterbewertet: "Aus Sicht von Experten ist die Marktkapitalisierung derzeit absurd niedrig! Kurzzeitig wurde die 10Tacle-Gruppe zu einem Wert gehandelt, der dem Gegenwert einer einzigen großen Produktion im Konsolenspielebereich entspricht. Die 10Tacle-Gruppe verfügt über ein intaktes Studionetzwerk, produziert für alle gängigen Formate, hat ein umfangreiches Line-up und verfügt zudem über eine beeindruckende Vielfalt an hochwertigsten Lizenzen zur Produktion von Spielen."

Die Börse nahm die Gewinnwarnung und das damit verbundene vorläufige Ende der Gerüchte positiv auf: Direkt nach Veröffentlichung einer entsprechenden Mitteilung reagierte die Aktie von 10Tacle mit einem kräftigen Kurssprung.


ApoK 17. Jul 2008

ja er verdient kein geld daran weil er das geld schon verdient hat für diese lizens...

MrBrown 19. Mär 2008

Nun ja wenn Person A das Spiel nicht mehr spielen möchte, was spricht dagegen, es an...

efcv 18. Mär 2008

Aber der Kopierer hat doch durch seine Kopie auch Geld in der Tasche das er zu weiteren...

Oekonom 18. Mär 2008

Durch den Geldfluss zum Erstbesitzer wird dieser eher in der Lage sein, einen weiteren...

JanZmus 17. Mär 2008

... von dem der Publisher keinen Cent sieht ...

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