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EU-Kommission auf dem Weg zum "Internet der Dinge"Online-Umfrage zu RFID und Datenschutz
Mit der Online-Umfrage setzt die EU-Kommission eine Reihe öffentlicher Konsultationen und Workshops rund um das Thema RFID und das "Internet der Dinge" fort, die im März 2006 begonnen hatte. Zur Diskussion steht der "Entwurf zur Umsetzung von Prinzipien des Datenschutzes und der Informationssicherheit in
RFID-Anwendungen" der EU-Kommission. Die Umfrage hat eine Laufzeit von acht Wochen und endet am 25. April 2008. Die Ergebnisse der Umfrage sollen bis zum Sommer 2008 ausgewertet werden.
Aus Sicht der EU-Kommission und vieler Unternehmen in Europa würde ein auf RFID basierendes "Internet der Dinge" große logistische Vorteile mit sich bringen. Die automatische Erfassung von Artikeln aller Art, zu jeder Zeit und an jedem Ort der Wertschöpfungskette, birgt hohes Rationalisierungspotenzial. Regale in Werkshallen oder im Supermarkt, die automatisch erkennen, wann Ware nachgeliefert werden muss; die Verhinderung von Verwechslungen in der Krankenpflege; die Qualitätssicherung bei Materiallieferungen – das sind nur einige der Möglichkeiten, die ein umfassender RFID-Einsatz mit sich bringen könnte. Die EU-Kommission ist sich zugleich bewusst, dass Endverbraucher Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und eines möglichen Missbrauchs von RFID zu diskriminierenden Zwecken hegen. So wäre es beispielsweise technisch möglich, mittels RFID die Einkaufsgewohnheiten von Verbrauchern auszuforschen und die Preise von Waren zu personalisieren. Dann würden "gute Kunden" in einem Geschäft weniger für dieselbe Ware zahlen müssen als Gelegenheitskunden. Oder es wäre in Kombination mit implantierten RFID-Chips oder RFID-Chips im Ausweis möglich, die Nutzung bestimmter Geräte (z.B. Zigarettenautomaten) oder Dienstleistungen (z.B. Arztbesuch) nur durch bestimmte Personen zu erlauben. Versuche damit laufen weltweit seit Jahren. In dem jetzt zur Debatte gestellten Entwurf schlägt die EU-Kommission in Artikel 7 – RFID im Einzelhandel – einen gemischten Opt-in-/Opt-out-Ansatz vor:
Die Argumente in der Diskussion ähneln denen, die in der Auseinandersetzung um die Einstufung von IP-Adressen als personenbezogene Daten vorgebracht werden. Für beide, RFID-Adressen und IP-Adressen, gilt: Abhängig von der Situation können sie einen eindeutigen Personenbezug aufweisen. Es ist Sache der Politik, eine Grundsatzentscheidung zugunsten entweder des Schutzes der Privatsphäre oder der Industrieinteressen zu fällen. Die Europäer haben mit der jetzt durchgeführten Online-Umfrage die Möglichkeit, ihre Meinungen dazu der EU-Kommission mitzuteilen. [von Robert A. Gehring] (ji)
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