Anhörung wegen Comcasts P2P-Filterung

Netz-Management über das übliche Maß hinaus

Die FCC hat am 25. Februar 2008 eine öffentliche Anhörung zum Comcast-Fall durchgeführt. Während Comcast die Blockade von P2P-Filesharing verteidigte, griffen zwei Informatiker das Unternehmen an. Die Sperrung sei mehr als die übliche Maßnahme zur Regelung von Internetstaus.

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Man solle aus dem Bit-Sturzbach kein Bit-Tröpfeln machen, rief der demokratische Kongressabgeordnete Edward Markey dem Publikum in der Harvard Law School zu. Die Federal Communications Commission (FCC) hatte Unternehmen, Akademiker und Vertreter öffentlicher Gruppen zu der Anhörung im Comcast-Fall eingeladen. Thema der Anhörung war die Frage, was "angemessenes Traffic-Management" sei. Markey, der die Sitzung eröffnete, hatte kürzlich einen Gesetzesentwurf zur Netzneutralität vorgelegt.

Konkret geht es darum, ob Comcasts Sperrung von P2P-Verbindungen der Netzneutralität widerspricht und damit ein Vergehen gegen die FCC-Regularien ist. "Das sind wichtige Fragen, und wir nehmen diese Anschuldigungen nicht leicht", sagte der FCC-Vorsitzende Kevin Martin. Zum Abschluss seiner Rede machte er noch einmal klar, dass die FCC entschlossen sei, falls nötig, Schritte gegen Comcast einzuleiten.

David Cohen, Executive Vice President bei Comcast, verteidigte während der zweistündigen Befragung durch die FCC erwartungsgemäß die Praxis des Unternehmens. Comcast sperre nur in sehr seltenen Fällen P2P-Filesharing. Dieses Traffic-Management sei in Spitzenzeiten nötig und für die meisten Nutzer nicht wahrzunehmen.

Die MIT-Informatiker David Reed und David Clark, beides Internetpioniere, hingegen hielten Comcasts Vorgehen für nicht angemessen. Comcast sei weit über die üblichen Maßnahmen, um Internetstaus zu handhaben, hinausgegangen. Außerdem lasse das Unternehmen Kunden und Entwickler im Unklaren darüber, wann genau solche Eingriffe stattfinden. Reed kritisierte zudem die Kontrolle bis tief in die Datenpakete hinein, was in seinen Augen eine Verletzung der Privatsphäre darstelle.

Am Ende der Anhörung sagte FCC-Chef Martin, er habe noch keine Entscheidung in dieser Sache gefällt. Er werde jedoch alle Aussagen in Betracht ziehen. Martin kritisierte noch einmal die fehlende Transparenz der Provider bezüglich ihres Netz-Managements. Die willkürliche Sperrung einzelner Dienste sei nicht akzeptabel. Gegenüber Journalisten bekräftigte der Republikaner, dass die FCC rechtlich schon jetzt in der Lage sei, Ungleichbehandlungen im Internet zu ahnden.


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