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Black-Hat-Konferenz: Handys abhören für jedermannAngeblicher GSM-Knacker für 900,- US-Dollar
Die Grundlage der Verschlüsselung von Handy-Telefonaten im GSM-Standard mit seinen weltweit 2 Milliarden Teilnehmern ist der 64-bittige A5-Algorithmus. Wie er zu knacken sein könnte, ist seit 1998 bekannt - nur war der Rechenaufwand dafür bisher so hoch, dass die Methoden nur für Regierungsinstitutionen mit mehr oder weniger berechtigtem Interesse am Handy-Lauschen in Frage kamen.
Durch die stetig steigende Rechenleistung von PCs soll das Entschlüsseln von Mobilfunkgesprächen aber nun für jedermann in greifbare Nähe gerückt sein. Gegenüber der US-Site Government Computer News (GCN) erklärten die beiden Hacker "Steve" und Dave Hulton, die für ihren Angriff nötigen Geräte sollten nur rund 900,- US-Dollar kosten. Noch ist nicht klar, ob es sich dabei um einen simplen PC handelt und die Intelligenz des Hacks in einem schlichten Stückchen Software steckt. Wie die beiden Hacker gegenüber GCN angegeben haben, sollen manche GSM-Netze von den 64 Bit des A5-Schlüssels nur 54 Bit nutzen und die letzten zehn Stellen mit Nullen auffüllen. Das erleichtert die Entschlüsselung. Beim Verbindungsaufbau sollen zudem einige Datenpakete im Klartext übertragen werden, was letztendlich den Angriffspunkt darstellt. Durch das Sammeln von immer mehr Entschlüsselungen wollen die Hacker Tabellen erstellen, die dann das Knacken von Handy-Telefonaten auf einem PC in rund 30 Minuten ermöglichen sollen. Dazu müssen die verschlüsselten Gespräche aber zunächst abgehört und aufgezeichnet werden. Wie das geht, hatte David Hulton bereits 2007 auf dem Chaos Camp des CCC beschrieben, was unter anderem einem Video des Chaosradio-Podcasts zu entnehmen ist. Unklar ist noch, ob sich die Ausnutzung der Schwächen des GSM-Protokolls und der Verschlüsselung wirklich auf alle Handy-Netze auswirkt. Die beiden Hacker wollen ihren Ansatz auf dem Black-Hat-Briefing in Amsterdam vorstellen, das vom 25. bis 28. März 2008 stattfindet. (nie)
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