Interview: "KDE 4.0 ist unsere Boeing 747"

Anzeige

KDE 4.0
KDE 4.0
Golem.de: Dolphin ist eine KDE-3-Anwendung, die in KDE 4 als neuer Standard-Dateimanager verwendet wird. Warum wird Konqueror für diese Aufgabe nicht weiter genutzt?

Seigo: Wir haben uns nicht für 'entweder oder' entschieden, sondern Konqueror weiter verbessert. Trotzdem sind Konqueror und Dolphin zwei verschiedene Programme, die verschiedene Einsatzgebiete und Nutzer ansprechen. Konqueror ist der Browser, der alles vereint, mit dieser Masse an Funktionen aber auch einige Anwender überrennt. Dolphin ist ein Dateimanager - kein Browser -, bei dem auf bestimmte Funktionen Wert gelegt wurde. Er macht also nur eines: Dateien verwalten. Er zeigt sie nicht an, man kann mit ihm nicht im Internet surfen und so weiter. Trotzdem gibt es etwa Vorschaubilder für Grafiken und das Metadatensystem kann verwendet werden, um Schlagworte zu vergeben.

Die beiden Applikationen vervollständigen sich also, sprechen aber eben auch verschiedene Anwendergruppen an. Die Dolphin-Version in KDE 4 verbessert bereits die Arbeit mit KDE für viele Anwender, wir werden aber natürlich auch in Zukunft an Konqueror weiterarbeiten und diesen verbessern.

Golem.de: Wenn man sich die großen Linux-Distributionen anschaut, dann nutzt nur OpenSuse KDE als Standard-Desktop - und Kubuntu als Ubuntu-Variante. Was für Rückmeldungen hat KDE bisher von den Distributoren bekommen, wann diese KDE 4.0 aufnehmen?

Seigo: Was die Rückmeldungen von den Distributoren angeht, haben wir erst in den letzten Monaten begonnen, Meinungen einzuholen - für diese Frage ist es also noch zu früh. Aber es gibt definitiv Interesse an KDE 4.

Was die großen Namen angeht, glaube ich, dass dies ablenkt. Der Eee-PC ist auf dem Weg, kommenden Sommer 5 Millionen Mal verkauft worden zu sein - macht dies Xandros zu einem großen Namen? Vermutlich nicht in der Community und das ist das große Problem. Die Community ist zu oft kurzsichtigerweise auf ihre eigene Mode konzentiert.

KDE arbeitet weiter mit allen möglichen Betriebssystemherstellern, das reicht von Sun - die uns erst kürzlich Hardware stifteten, damit KDE 4 auch gut unter OpenSolaris läuft - bis zur BSD-Community. Hier ist PC-BSD ein gutes Beispiel. Und natürlich hin zu den ganzen Linux-Distributoren. Jetzt unterstützen wir auch noch Windows und MacOS X als Plattformen.

Wir haben also einige Körbe, in die wir unsere Eier legen können. Ich hoffe, dass die Linux-Anbieter KDEs einzigartige Position erkennen, um Server-Verkäufe voranzutreiben. Denn wir bieten einen Groupware-Client für Windows, der einen nicht an Microsoft Exchange fesselt, um nur ein Beispiel zu nennen. Ich hoffe wirklich, dass sie das erkennen, denn es ist auch für die auf Server konzentrierten Gruppen eine große Möglichkeit, um den Einfluss von Clients auf Server zu beeinflussen - etwas, worin Microsoft lange besser war als die Open-Source-Community.

Golem.de: KDE 4.0 ist die erste große neue Version, seit das KDE-Projekt über Freedesktop.org auch mit dem Konkurrenten Gnome zusammenarbeitet. Sind sich die beiden Desktops dadurch näher gekommen?

Seigo: Wir haben verschiedene neue Spezifikationen in KDE 4 umgesetzt und an neuen mitgewirkt. Beispielsweise ist die schon erwähnte Xesam-Spezifikation ein direktes Ergebnis unseres Interesses an Suche und Metadaten. Wir haben auch unsere Icon- und Mimetyp-Systeme ersetzt, so dass sie den Vorgaben von Freedesktop.org entsprechen und unser altes DCOP haben wir durch D-Bus ersetzt. Zudem wird KOffice 2.0 seine OpenDocument-Unterstützung erweitern. Es gab also signifikante Schritte an der Standardisierungsfront. Wer gewinnt? Alle.

Golem.de: Wie schon erwähnt, zählen Windows und MacOS X nun zu den unterstüzten Plattformen. Welche Priorität genießt dieses Projekt?

KDE 4.0
KDE 4.0
Seigo: Dieselbe wie unsere anderen Vorhaben. Das Mac- und das Windows-Projekt sind mit Mac- und Windows-Entwicklern besetzt, unsere Linux-, BSD- und OpenSolaris-Entwickler werden dadurch nicht abgelenkt, sondern wir haben einfach mehr Entwickler. Wir arbeiten natürlich eng zusammen, um eine einheitliche Code-Basis zu erhalten und das war etwas aufwendiger, denn wir mussten unter anderem unser Build-System wechseln. Aber das war es wert.

Mit den Ports stoßen wir in eine neue Umgebung vor, die uns neue Talente bringt, während wir freie Software und offene Standards dort verbreiten können, wo sie bisher noch nicht so präsent waren. Wir konzentrieren uns aber auch in Zukunft hauptsächlich auf offene Betriebssysteme wie Linux, BSD und OpenSolaris - und wenn dies nur aufgrund unseres Heimvorteils und der gemeinsamen Werte ist... Aber auch die neuen Plattformen geben KDE neue Möglichkeiten und Nutzen.

 Interview: "KDE 4.0 ist unsere Boeing 747"

olivier 07. Aug 2008

hallo zusammen, ich finde das kde4 gut, und die Programierer haben erstaundliches...

olivier 07. Aug 2008

hallo zusammen, ich finde das kde4 gut, und die Programierer haben erstaundliches...

.... . 11. Mär 2008

"auf den markt werfen..." haha hahahaha

moe pot 19. Jan 2008

Abgesehen von der Tatsache, dass noch nicht alle KDE-Programme auf qt4 portiert worden...

IT-SEAL 13. Jan 2008

... :-)

Kommentieren




Anzeige
  1. SAP Senior Entwickler (m/w)
    Manß & Partner GmbH, Wermelskirchen
  2. Senior Embedded Software Developer (m/w) E-Fahrzeuge
    über GKM-recruitment AG, Erlangen
  3. Java EE Entwickler (m/w)
    Sparda-Datenverarbeitung eG, Nürnberg
  4. Techniker/in als Softwarespezialist im Bereich Automotive
    ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Soziale Pornos

    Facebook verliert Klage gegen Faceporn

  2. IMHO

    Warum ich nicht Diablo 3 spiele

  3. F2, F8, F12

    Windows 8 startet zu schnell

  4. Oracle vs. Google

    Android verletzt keine Oracle-Patente

  5. Redesign

    Facebook bastelt an einer veränderten Chronik


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 247 | letzter Beitrag 01:02 Uhr

  2. Kommentare: 219 | letzter Beitrag 06:29 Uhr

  3. Kommentare: 212 | letzter Beitrag 01:02 Uhr

  4. Kommentare: 145 | letzter Beitrag 23.05. 14:08

  5. Kommentare: 139 | letzter Beitrag 01:03 Uhr

Mehr


  1. Hewlett-Packard

    HP baut 27.000 Arbeitsplätze ab

  2. Oracle vs. Google

    Android verletzt keine Oracle-Patente

  3. Redesign

    Facebook bastelt an einer veränderten Chronik

  4. Festplatten

    Seagate will Lacie kaufen

  5. Soziale Pornos

    Facebook verliert Klage gegen Faceporn

  6. Referenzplattform

    Nvidias Quad-Core-Tablet "Kai" für 199 US-Dollar

  7. Android-TV

    DVB-T-Empfänger für Smartphones und Tablets

  8. Solar Impulse

    Solarflugzeug fliegt nach Marokko

  9. Acer Iconia Tab A700

    Android-4-Tablet mit 10-Zoll-Full-HD-Display kommt im Juni

  10. Tablets

    Samsung überholt Amazon



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


iPhone 5: Kleinerer Dock-Connector im Gespräch
iPhone 5
Kleinerer Dock-Connector im Gespräch

Das neue iPhone 5 soll nicht nur mit einem neuen, kleineren Dock-Anschluss ausgestattet werden, sondern auch ein größeres Display mit einer höheren Auflösung als sein Vorgänger erhalten.

  1. Streit um Domains Apple hat Domain iPhone5.com erhalten
  2. 4 Zoll iPhone 5 wohl mit größerem Display
  3. Wipo-Beschwerde Apple will Domain iPhone5.com haben

Dell: Michael Dell erwartet keinen schnellen Erfolg für Windows 8
Dell
Michael Dell erwartet keinen schnellen Erfolg für Windows 8

Der wichtige Microsoft-Partner Dell glaubt nicht daran, dass Firmenkunden sofort auf Windows 8 setzen werden. Steve Ballmer hatte sich zuvor sehr enthusiastisch über die Erwartungen für das neue Betriebssystem geäußert.

  1. Übernahme Dell erwirbt Thin-Client-Hersteller Wyse
  2. Xeon E5-2600 Neue Poweredge-Server von Dell
  3. Michael Dell Dell will kein PC-Unternehmen mehr sein

Leap Motion: Präzise 3D-Steuerung mit Fingern, aber ohne Berührung
Leap Motion
Präzise 3D-Steuerung mit Fingern, aber ohne Berührung

Ein kleines Gerät soll die Interaktion mit dem Computer revolutionieren, verspricht das Startup Leap Motion: Leap erlaubt eine millimetergenaue Steuerung des Computers mit der Hand, ohne dass dieser dabei berührt wird.


Zum Artikel