Internetsteuer statt Fernsehwerbung in Frankreich

Kritik an den Plänen des französischen Präsidenten

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy will die französische Medienlandschaft umkrempeln. Er will das öffentlich-rechtliche Fernsehen werbefrei machen und dafür unter anderem die Internetwirtschaft zur Kasse bitten.

Anzeige

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat große Pläne mit Frankreichs öffentlich-rechtlichem Fernsehen France Télévisions: Er will die Werbung, die immerhin 40 Prozent der Finanzierung ausmacht, von der Mattscheibe verbannen.

Finanzieren will der Präsident die Werbefreiheit über neue Steuern für Mobilfunkbetreiber, Internet-Provider und private Fernsehsender. So sollen Internet- und Mobilfunkbetreiber einen geringen Teil ihrer Umsätze abgeben. Das französische Kulturministerium schätzt, dass eine Steuer in Höhe von 1 Prozent von deren Umsätzen etwa 250 bis 300 Millionen Euro ausmacht. Die Werbeeinnahmen der Sender France 2, France 3 und France 5 betrugen im Jahr 2007 jedoch rund 830 Millionen. Das bedeutet, die Privatsender TF 1 und M 6 müssten rund 500 Millionen Euro ihrer Werbeeinnahmen abgeben. Sollte dieses Loch nicht gestopft werden können, wolle die Regierung möglicherweise einen der öffentlich-rechtlichen Sender privatisieren, berichtet die französische Tageszeitung Libération.

Das Vorhaben Sarkozys nutzt vor allem den beiden Privatsendern, da sie den Werbemarkt für sich allein hätten. Entsprechend begrüßten die Senderchefs den Vorschlag. Auch die Börse reagierte positiv: Die Aktienkurse von TF 1 und M 6 stiegen nach Bekanntwerden von Sarkozys Plänen. Delikat ist dabei, dass einer der Nutznießer, TF-1-Eigentümer Martin Bouygues, ein enger Freund des Präsidenten ist. Die Libération nannte die Pläne deshalb auch ein "800-Millionen-Euro-Scheck" an Bouygues. Kritik kommt auch von der France-Télévisions-Gewerkschaft, die befürchtet, der Präsident wolle das öffentlich-rechtliche Fernsehen "ausbluten" lassen. Patrick de Carolis, Chef von France Télévisions, ist dagegen angetan von dem Vorhaben, da es die Identität der Sender stärke.

An eine Erhöhung der Rundfunkgebühren denkt Sarkozy offensichtlich nicht. Die Rundfunkgebühren machen 60 Prozent der Finanzierung aus. Auch die Franzosen zahlen Gebühren für öffentlich-rechtlichen Rundfunk - allerdings deutlich weniger als in Deutschland: Fernsehzuschauer und Radiohörer jenseits des Rheins werden mit 116 Euro im Jahr zu Kasse gebeten - im Gegensatz zu 204 Euro GEZ-Gebühren in Deutschland.

Kommt die Werbefreiheit, bittet die Regierung Sarkozy die französischen Internet- und Mobilfunk-Provider bereits zum zweiten Mal zur Kasse: Sie sollen nach einem neuen Gesetz, das bereits beschlossen ist, mit einem Teil ihrer Umsätze die französische Filmlandschaft mitfinanzieren.


sepperl 14. Jan 2008

Das "A" bei ARD steht für "Arbeitsgemeinschaft" und diese setzt sich aus den einzelnen...

Iche 14. Jan 2008

@N17: Bruce war bisher bei Pro7 und wurde in Richtung ÖR abgeworben.

Kevin E. 14. Jan 2008

Ich glaube dass man dir bereits eine Gehirnwäsche bei ProSiebenSat.1 Media AG, RTL Group...

Seishuu Heiki 11. Jan 2008

Ich sage, du redest bullshit. Die Steuer würde sonst kaum von den Betroffenen...

N17 11. Jan 2008

Ich finde die Gebühren in D auch übertrieben, aber muss hier mal etwas richtig stellen...

Kommentieren


Blogpotato / 10. Jan 2008

Kurz notiert: Steuern aufs Internet



Anzeige

  1. Mitarbeiter Service Desk/IT-Support (m/w)
    Augustinum gemeinnützige GmbH, München
  2. Embedded Software Entwickler (m/w)
    e.solutions GmbH, Ulm
  3. SPS-Programmierer (m/w) Steuerungstechnik
    MüKo Maschinenbau GmbH, Weinstadt
  4. IT-Administrator Second Level Support (m/w)
    Honda R&D Europe (Deutschland) GmbH über PME - Personal- und Managemententwicklung, Offenbach am Main

 

Detailsuche


Top-Angebote
  1. TOP-PREIS: Crysis 3 Download
    2,99€
  2. NEU: Caseking Early Christmas
    (u. a. VTX3D Radeon R9 290 X-Edition V2 4GB DDR5 229,90€)
  3. NEU: StarCraft II: Heart of the Swarm (Add-On)
    12,87€

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       

  1. Guardians of Peace

    Sony-Hack wird zum Politikum

  2. Urheberrecht

    Flickr Wall Art nutzt keine CC-Bilder mehr

  3. Rohrpostzug

    Hyperloop entsteht nach Feierabend

  4. IT-Bereich

    China will ausländische Technik durch eigene ersetzen

  5. Chaton

    Samsung schaltet seinen Messenger ab

  6. Lehrreiche Geschenke

    Stille Nacht, Bastelnacht

  7. Samsung NX300

    Unabhängige Firmware verschlüsselt Fotos

  8. Arbeiter in China

    BBC findet schlechte Arbeitsbedingungen bei Apple-Zulieferer

  9. Misfortune Cookie

    Sicherheitslücke in Routern angeblich weit verbreitet

  10. Deutscher Entwicklerpreis 2014 Summit

    Das dreifache Balancing für den E-Sport



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Jahresrückblick: Was 2014 bei Golem.de los war
Jahresrückblick
Was 2014 bei Golem.de los war
  1. In eigener Sache Golem.de sucht (Junior) Concepter/-in für Onlinewerbung
  2. In eigener Sache Golem.de offline und unplugged
  3. In eigener Sache Golem.de sucht Videoredakteur/-in

E-Mail-Ausfall in München: Und wieder wars nicht Limux
E-Mail-Ausfall in München
Und wieder wars nicht Limux
  1. Öffentliche Verwaltung Massiver E-Mail-Ausfall bei der Stadt München
  2. Limux Kopf einziehen und über Verschwörung tuscheln
  3. Limux Windows-Rückkehr würde München Millionen kosten

Nexus 6 gegen Moto X: Das Nexus ist tot
Nexus 6 gegen Moto X
Das Nexus ist tot
  1. Teardown Nexus 6 kommt mit wenig Kleber aus
  2. Google Nexus 6 kommt doch erst viel später
  3. Google Nexus 6 erscheint nächste Woche - doch nicht

    •  / 
    Zum Artikel