CC+ und CC0 für mehr Flexibilität

Mehr Flexibilität für Kommerz und Wissenschaft

Mit CC+ ("CCPlus") und CC0 ("CCZero") ergänzt die Creative-Commons-Initiative die von ihr entwickelten, rechtlichen Werkzeuge für einen liberaleren Umgang mit Wissensressourcen aller Art. Während CC+ die Lücke zwischen kommerzieller und nicht kommerzieller CC-Lizenz schließen will und CC0 mehr Rechtssicherheit in Fragen der Eigentümerschaft von Werken schaffen soll, adressiert ein eigenes Protokoll die Bedürfnisse der Wissenschaft zum offenen Zugang zu Daten.

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Das Problem ist schon länger bekannt: Jemand möchte ein Werk, das unter einer nicht kommerziellen CC-Lizenz (CC-NC) steht, kommerziell nutzen. Vielleicht ist aber auch einfach nur unklar, ob die beabsichtigte Nutzung als nicht kommerziell gelten kann. In so einem Fall ist es nötig, beim Rechteinhaber nachzufragen, unter welchen Bedingungen die Nutzung gestattet würde. Aus der Perspektive des Rechteinhabers stellt sich die Sache hingegen vielleicht so dar, dass eine CC-NC-Lizenz deshalb gewählt wurde, um nicht jeder beliebigen kommerziellen Nutzung vorweg zuzustimmen. Von Fall zu Fall würden Rechteinhaber oder Rechteinhaberin ja durchaus zustimmen - unter bestimmten Bedingungen. Es stellt sich in so einer Situation immer die Frage, wie Nutzer und Rechteinhaber ohne großen Aufwand miteinander in Verhandlung treten können.

Die Antwort darauf soll CC+ sein. CC+ stellt einen neuen Button zur Verfügung, der zusätzlich zu dem Button für eine nicht kommerzielle CC-Lizenz eingesetzt werden kann. Der CC+-Button ermöglicht es Nutzern, auf Mausklick mit den Rechteinhabern in Verbindung zu treten. So lassen sich schnell und bequem die Bedingungen für eine kommerzielle Lizenzierung in Erfahrung bringen. Ein einfaches Beispiel für den CC+-Einsatz gibt das CC-Wiki.

Auf der Creative-Commons-Website erläutert CC-Gründer Lawrence Lessig die Vorteile von CC+ so: "Man stelle sich einfach vor, man hätte alle eigenen Fotos bei Flickr unter einer CC-Attribution-NonCommercial-Lizenz eingestellt. Mit CC+ ist es dann möglich, die Fotos der Öffentlichkeit weiterhin zur nicht kommerziellen Nutzung zur Verfügung zu stellen. Aber gleichzeitig kann man auf einfache Weise kommerzielle Lizenzen an jene verkaufen, die mit den Fotos verdienen wollen."

Zu den ersten Unterstützern von CC+ gehören Yahoo!, Blip.tv, Beatpick, Jamendo, Pump Audio, RightsAgent, Youlicense, Strayform, Cloakx und Copyright Clearance Center.

Die Vorstellung von CCZero (geschrieben auch CC0) wurde für Mitte Januar 2008 angekündigt. CC0 soll Rechteinhabern eine international rechtsverbindliche Möglichkeit an die Hand geben, Rechte mit einem Werk zu verknüpfen oder auf die Rechte ganz zu verzichten. Im zweiten Fall würden die Werke als gemeinfrei in die Public Domain übergehen. Die Anmeldung der Rechte bzw. der Verzicht auf die Rechte soll durch eine digitale Unterschrift auf einem Zertifikat und Werkzeuge zu ihrer Überprüfung gewährleistet werden.

Die dritte Neuvorstellung, das "Protocol for Implementing Open Access Data", orientiert sich an den Bedürfnissen der internationalen Wissenschaftlergemeinschaft. Diese hat in den vergangenen Jahren lautstark Forderungen nach Open Access, nach offenem Zugang zu wissenschaftlichen Informationen erhoben. Neben Fachaufsätzen gehören dazu auch die Rohdaten wissenschaftlicher Experimente und Forschungen. Das in Kooperation der CC-Initiative Science Commons mit der Firma Talis und der Open Knowledge Foundation entwickelte, neue Protokoll soll dafür sorgen, dass Daten aus unterschiedlichen Datenbanken rechtlich abgesichert miteinander kombiniert werden können. Grundlage dafür sind Bestimmungen in den Urheberrechtsgesetzen vieler Länder, die reine Daten vom Urheberschutz ausnehmen. [von Robert A. Gehring]


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