Anzeige

Bundesanwalt: Online-Durchsuchungen bringen nichts

Forderung: Traditionelle Ermittlungsmethoden wirksamer einsetzen

Während die Regierungskoalition weiterhin auf die umstrittene Online-Durchsuchung setzt, hält der stellvertretende Generalbundesanwalt sie für kein Wundermittel zur Terrorismusbekämpfung. Er empfiehlt, traditionelle Methoden effektiver einzusetzen.

Anzeige

Die Regierung will sie, Strafverfolger sagen, ohne sie ginge es gar nicht - die Front der Befürworter der Online-Durchsuchung von Computern war bislang fest. Doch während Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) weiterhin daran festhält, die Festplatten Verdächtiger ausspähen zu wollen, kommen anderen Zweifel daran. Die Durchsuchungen seien kein "Wundermittel", erklärte der stellvertretende Generalbundesanwalt Rainer Griesbaum auf dem Triberger Symposium zum Thema "Terrorismusbekämpfung gestern und heute", das vom badenwürttembergischen Justizministerium veranstaltet wurde. "Der Ruf nach der Online-Durchsuchung geht oft ins Leere."

Griesbaum, Leiter der Abteilung Terrorismus bei der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, sagte, man solle zuerst prüfen, ob die Online-Durchsuchung als Fahndungsinstrument überhaupt geeignet sei. Er verwies auf den Fall der Terrorverdächtigen im Sauerland. Die Verdächtigen hätten ständig die Call-Shops sowie die verwendeten Laptops gewechselt. Eine Online-Durchsuchung wäre in so einem Fall nutzlos gewesen. Diese Maßnahme ist nach Ansicht von Griesbaum nur dann erfolgreich, wenn die Täter ihre Pläne auf einem Rechner speichern. "Wir stellen im Moment fest, dass dieses abgeschlossene Arbeiten an einem Computer eher die Ausnahme ist."

Griesbaum empfahl, traditionelle Ermittlungsmethoden wirksamer einzusetzen. Dazu zählte er die schnelle Auswertung der Ergebnisse einer Hausdurchsuchung. "Da schlummern wahrscheinlich herrliche Ermittlungsergebnisse." Um diese Methoden effektiv einzusetzen, forderte er, die Sicherheitsbehörden ausreichend auszustatten.

Kritik an Schäubles Überwachungsmaßnahmen der Bundesregierung übte auch der Gastgeber, der badenwürttembergische Justizminister Ulrich Goll (FDP). Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 seien viele Gesetzesänderungen "in der Hoffnung auf eine Verbesserung der Terrorbekämpfung" durchgeführt worden, sagte Goll in seiner Rede. Einige davon seien "sinnvoll, viele aber überflüssig". Dazu zählte Goll auch Online-Durchsuchung und Vorratsdatenspeicherung, die er als vermeintliche Wunderwaffen gegen terroristische Anschlagspläne bezeichnete. "Die viel diskutierte Online-Durchsuchung oder die bereits beschlossene Vorratsdatenspeicherung sind Instrumente, die herzlich wenig nutzen, aber viel schaden, weil sie alle friedlichen Bürgerinnen und Bürger unter Generalverdacht stellen. Das lehne ich ab!"


eye home zur Startseite
Ketzer 10. Dez 2007

Verdammt...und ich dachte wir vegetieren längst schon in der MATRIX!

Ekelpack 10. Dez 2007

Linux auf einer CF-Card. Das ist schneller und speichern kannst Du auf der Card auch noch...

huihui 10. Dez 2007

Selbst wenn die Terroristen mit einem Rechner arbeiten würden! Man nehme eine Knoppix...

Lazar 10. Dez 2007

Wo ist denn das belegt, das mit dem "bringen nichts"? Wo hat der das gesagt oder geschrieben?

kernel panic 10. Dez 2007

Hmmm, seint wohl ein Fehler von Golem.de zu sein. NEIN, ich bin nicht Legastheniker.

Kommentieren




Anzeige

  1. Test Engineer (m/w)
    ORBIT Gesellschaft für Applikations- und Informationssysteme mbH, Darmstadt
  2. SAP Inhouse Consultant / Leiter ERP Systeme (m/w)
    über Hanseatisches Personalkontor Ulm, Raum Geislingen an der Steige
  3. Software Engineer - Javascript Entwickler (m/w)
    Mindlab Solutions GmbH, Stuttgart
  4. ITK-Administrator/in
    Stadt Soltau, Soltau

Detailsuche



Anzeige

Folgen Sie uns
       


  1. Kupferkabel

    M-net setzt im Kupfernetz schnelles G.fast ein

  2. Facebook

    EuGH könnte Datentransfer in die USA endgültig stoppen

  3. Prozessoren

    Intel soll in Deutschland Abbau von 350 Stellen planen

  4. CCIX

    Ein Interconnect für alle

  5. Service

    Telekom-Chef kündigt Techniker-Termine am Samstag an

  6. Ausstieg

    Massenentlassungen in Microsofts Smartphone-Sparte

  7. Verbot von Geoblocking

    Brüssel will europäischen Online-Handel ankurbeln

  8. Konkurrenz zu DJI

    Xiaomi mit Kampfpreis für Mi-Drohne

  9. Security-Studie

    Mit Schokolade zum Passwort

  10. Lenovo

    Moto G4 kann doch mit mehr Speicher bestellt werden



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Xiaomi Mi5 im Test: Das fast perfekte Top-Smartphone
Xiaomi Mi5 im Test
Das fast perfekte Top-Smartphone
  1. YI 4K Xiaomi greift mit 4K-Actionkamera GoPro an

Hyperloop Global Challenge: Jeder will den Rohrpostzug
Hyperloop Global Challenge
Jeder will den Rohrpostzug
  1. Hyperloop One Der Hyperloop fährt - wenn auch nur kurz
  2. Inductrack Hyperloop schwebt ohne Strom
  3. Hyperloop Die Slowakei will den Rohrpostzug

Doom im Test: Die beste blöde Ballerorgie
Doom im Test
Die beste blöde Ballerorgie
  1. id Software Doom wird Vulkan unterstützen
  2. Id Software PC-Spieler müssen 45 GByte von Steam laden
  3. id Software Dauertod in Doom

  1. Re: Z3 Reihe - Alt aber nicht veraltet

    FullMoon | 00:22

  2. Re: So treibt man die Kunden ins Internet ;)

    onkel hotte | 00:21

  3. Re: Ich will auch Schokolade :(

    Trollmagnet | 00:19

  4. Re: warum soll die cpu 100w nicht ueberschreiten

    plutoniumsulfat | 00:16

  5. Re: Das Ding gehört in den Fernseher ...

    Pjörn | 25.05. 23:55


  1. 18:48

  2. 17:49

  3. 17:32

  4. 16:54

  5. 16:41

  6. 15:47

  7. 15:45

  8. 15:38


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel