Wenn der Computer zur Sucht wird (Update)

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In einer Studie mit 323 Berliner Grundschülern zwischen 11 und 14 Jahren habe sich gezeigt, dass 9,3 Prozent in Bezug auf das Computernutzungsverhalten die Kriterien einer Abhängigkeit vollständig erfüllten. "Das ist erschreckend viel", betont Grüsser-Sinopoli und vergleicht es mit dem Cannabis-Konsum, bei dem 10 Prozent süchtig hängen bleiben würden. Auch bei Untersuchungen in der Mittelstufe (8. Klasse) seien es bei den regelmäßig spielenden Jugendlichen wieder rund 10 Prozent gewesen, die die Kriterien einer Abhängigkeit in Bezug auf ihr Computerspielverhalten erfüllten.

Betroffen seien vor allem Schüler mit einem formal niedrigen Bildungshintergrund, für Grüsser-Sinopoli ein "ganz klarer Hinweis und ein Appell", präventive Maßnahmen einzuführen. Man wisse zwar nicht, wofür Computerspiele der Ersatz sind, "aber vielleicht ist es einfach nur der Ersatz für eine warme Stube zu Hause, emotionale Zuwendung und Aufmerksamkeit, die dann virtuell geholt wird." Und sei es nur dadurch, dass einem durch die virtuellen Freunde "80-mal zum Geburtstag gratuliert wird", diese Aufmerksamkeit sei einfach belohnend, weil man sie normalerweise nicht im realen Leben bekomme.

"Letztendlich sagen wir immer wieder: Aufmerksamkeit, Verständnis und Zuwendung sind wie immer die effektivsten Schutzfaktoren für jegliche Form der Entstehung von Süchten", so die Expertin. Generell sollten Eltern den zeitlichen Rahmen für die Nutzung vorgeben. Wichtig sei zudem, das Kind auch spielen und chatten zu lassen und es nie zu verbieten. "Interessieren sie sich dafür, was das Kind macht, setzen sie sich daneben, lassen sie es sich erklären".

Ein absoluter Schnitt müsse aber gemacht werden, wenn der Spieler von seiner Onlinegemeinschaft dazu gedrängt würde, auch nachts zur Verfügung zu stehen - sei es durch ein anderes Spiel oder das Offline-Gehen. Würden exzessiv spielende Kinder im Gespräch auf ihre Onlinezeiten hingewiesen, dann bekämen sie oft selbst einen Schreck, wie viel Lebenszeit sie letztendlich ins Computerspiel gesteckt haben.

Auf die Frage einer Dame aus dem Publikum, wie mit einem erwachsenen Computerspielsüchtigen umzugehen ist, der niemals Hilfe anfordern würde, weil es keinen Leidensdruck gebe, erklärte Professor Heinz: "Es gibt sicher kein Patentrezept. Aber ich glaube, es gilt prinzipell das, was beim Umgang mit allen Menschen gilt, die Abhängigkeitserkrankungen entwickeln. Es gehe darum, erst einmal zurückzumelden, "und nicht drum herumzureden" oder zu emotionalisieren.

Grüsser-Sinopoli empfiehlt, darüber nachzudenken, warum der Betroffene keinen Leidensdruck verspürt: "Ermöglichen Sie jemandem das Spiel, ermöglichen Sie, dieses süchtige Verhalten länger hinauszuziehen und den Leidensdruck zu reduzieren?" Wenn die Einsicht bei der süchtigen Person fehle, dann sollten visuelle Hilfsmittel eingesetzt werden - etwa ein zu Papier gebrachter 24-Stunden-Zeitkuchen, auf dem der Süchtige eintragen muss, was er am Tag so macht, wie viele Stunden gespielt wurden und wie es früher war. Auch ein Tagebuch sei hilfreich. Man müsse sich hinsetzen, sich die Zeit nehmen und dann eben die Sensibilisierung überhaupt erst einmal anstoßen.

Dennoch: Je näher man dem Süchtigen stehe, um so wichtiger sei es auch, die eigenen Grenzen zu erkennen, zu wissen, wann es nicht mehr weiter geht. Es gebe Beobachtungen bei Alkoholabhängigkeit, dass sich 9 von 10 Männern von ihren Frauen trennen, wenn die alkoholabhängig sind, und 9 von 10 Frauen bei ihren Männern bleiben. "Das ist nicht immer hilfreich", so Heinz mahnend.

Für Betroffene und deren Angehörige gibt es zwar bisher nur wenige Anlaufstellen, die sich dem Thema Computer(spiele)- oder Onlinesucht bereits gewidmet haben, doch es gibt sie. Grüsser-Sinopoli nennt für Berlin etwa lobend das "Café Beispiellos", eine angeleitete Selbsthilfegruppe. Im Bereich Computerspielsucht gebe es jedoch derzeit nur eine Gruppe mit männlichen Betroffenen.

Außerdem empfiehlt sie die von Experten der Suchtakademie Berlin-Brandenburg (Charité) seit Jahren betriebene Verhaltenssucht-Hotline (030) 450 529 529 oder 01801 529 529, die von Montag bis Freitag zwischen 12:00 und 17.00 Uhr besetzt ist. Die Hotline soll nicht nur dabei helfen, Therapeuten ausfindig zu machen, sondern auch Kontakt zu Selbsthilfegruppen herstellen. Der von Gabriele Farke gegründete Selbsthilfeverein für Onlinesuechtige (HSO e.V.) bietet auch online Hilfe, unter www.onlinesucht.de.

Nachtrag vom 9. März 2008, um 15 Uhr:
Frau Prof. Dr. rer. nat. Sabine Grüsser-Sinopoli starb überraschend im Alter von 43 Jahren am 3. Januar 2008. In einem Nachruf heißt es: "Die von ihr mit außergewöhnlichem Engagement, Weitsicht und Großzügigkeit begonnene Aufbauarbeit wurde durch ihren plötzlichen Tod unterbrochen. Wir trauern mit der Familie um eine außerordentlich warmherzige, kreative und engagierte Kollegin", so Prof. Manfred E. Beutel für die Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie und Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. "Mit den initiierten Schwerpunkten zu Glücksspiel, Computer- und Internetsucht werden wir die Arbeit von Frau Prof. Grüsser-Sinopoli fortsetzen und ihr Andenken bewahren."

 Wenn der Computer zur Sucht wird (Update)

dsdsa 04. Dez 2007

Schau mal was von dem was du öhmm..... vieles!

Dolchi 04. Dez 2007

mugen 04. Dez 2007

Upps. Streiche "banal", setze "flach" ein.

Sir Jective 04. Dez 2007

ich bin NICHT süchtig. ich schleppe nur überall mein notebook mit mir rum und wenn ich...

mugen 04. Dez 2007

Wie banal. Hier: <)))-<

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