Interview: Warum AMD nicht mit Crysis wirbt

AMDs Manager für "Developer Relations" spricht über den harten Wettbewerb

Am Rande von AMDs Launch-Veranstaltung der Spider-Plattform in Warschau sprach Golem.de mit dem "Worldwide Developer Relations Manager" von AMD, Richard Huddy. Der Brite äußerte sich dabei sehr offen zur Unterstützung von Spiele-Entwicklern und der Tatsache, warum der DirectX-10-Vorzeigetitel "Crysis" in AMDs PR keine Rolle spielt.

Anzeige

Richard Huddy arbeitete seit 2002 für ATI, bis AMD den Grafikchip-Hersteller Ende 2006 übernahm. Der unterhaltsame Redner, der in seinen Präsentationen auch schon mal "Dating Tips for Geeks" gibt, nimmt selten ein Blatt vor den Mund.

Richard Huddy
Richard Huddy
So erklärte er auch ganz offen, warum in AMDs Präsentationen zu den neuen Grafikkarten der HD-3800-Serie und der Spider-Plattform das Wort "Crysis" nicht ein einziges Mal vorkommt: "Nvidia hat die exklusiven Marketing-Rechte an Crysis, also können wir das Spiel für unsere Vorführungen nicht verwenden.". Bekanntlich arbeiten zwei Nvidia-Programmierer seit anderthalb Jahren bei Crytek, zudem ist das Spiel Teil des Programms "The way it's meant to be played", bei der Nvidia Spiele-Entwickler mit Programmierung und Marketing-Maßnahmen unterstützt.

In der Vergangenheit, so Huddy, habe man öfter Studios nach Demos gefragt und diese auch bei Produktvorstellungen verwendet. Hinterher sei aber "Nvidia zu denen gegangen und sagte: 'Was macht ihr da, das Zeug ATI zu geben, das ist unmöglich!'". Man wolle aber nicht die Beziehungen der Entwickler zu anderen Firmen belasten und habe sich Crysis-Demos daher diesmal gespart, erklärte Richard Huddy weiter. Er betonte aber auch: "Wir arbeiten mit Crytek sehr eng zusammen, gerade in dieser Woche war einer unserer Programmierer bei ihnen zu Besuch." Nach der Veröffentlichung von Far Cry habe man mit den Frankfurtern unter anderem das ATI-Demo "The Project" erstellt.

Dennoch läuft Crysis auf vergleichbaren AMD-Grafikkarten langsamer als auf Nvidia-Karten. Es gebe aber "fast keine Shader Replacements" für Crysis in den AMD-Treibern erklärte Richard Huddy. Bei dieser umstrittenen Praktik werden manche Shader-Programme eines Spiels durch Code des Grafikkarten-Herstellers ersetzt, so dass ein Spiel unter Umständen anders aussieht, als sich sein Entwickler das gedacht hat - aber deutlich schneller läuft. Laut Huddy will AMD weiterhin an seinen Treibern feilen, denn "der Code von Crysis gehört Crytek, nicht Nvidia." Es gebe also auch für AMD noch allerhand Raum für Optimierungen.

Dass an Crysis sichtbar wird, wie sehr man ein Spiel auf die eine oder andere Plattform anpassen kann, findet Richard Huddy im Allgemeinen enttäuschend: "Unsere Architektur unterscheidet sich ganz deutlich von der von Nvidia. Microsoft wollte diese Unterschiede mit DirectX-10 nahezu auslöschen, weil die Schnittstelle 'Caps free' werden sollte". Über die "Caps", oder "Capabilities", können die Grafiktreiber melden, was die GPUs beherrschen und was nicht. "Wir haben uns mehr auf die Rechenleistung für mathematische Aufgaben konzentriert, Nvidia mehr auf die Textur-Leistung. Man kann nun eine Anwendung auf die eine oder andere Art schreiben, so dass man die Hardware des einen oder anderen Herstellers bevorzugt. Im schlimmsten Fall läuft das Programm dann auf der einen Plattform um ein Mehrfaches schneller, meistens aber nur rund 10 Prozent in die eine oder andere Richtung."

Daneben gibt es mit aktuellen Titeln aber noch ein weit grundlegenderes Problem: "Mit allen DirectX-10-Spielen, die dieses Jahr erschienen sind, haben wir das gesehen: Wenn man DirectX-9-Code nach DirectX-10 portiert, bekommt man unter DirectX-10 schlechtere Leistung als bei DirectX-9. Wir haben das unter anderem in der Zusammenarbeit mit Techland bei 'Call of Juarez' gesehen", sagte Richard Huddy.


nunja 28. Jan 2009

Es geht immer um den Krieg.

Rups 04. Jan 2008

Ging es nicht eigentlich um AMD und Intel und nicht um den Krieg ???

huahuahua 07. Dez 2007

Was auch immer ich verpassen werde oder auch nicht: nach diesem Posting muss und will...

BlaBlubb 29. Nov 2007

Wie viel % der User im Inet verstehen nochmal keine Ironie? waren's 75%? Oder gar 90...

Blablubb 29. Nov 2007

Nunja, der Krieg ist vorbei und Hitler ist auch schon tot, falls du das noch nicht...

Kommentieren



Anzeige

  1. Information Security Principal Consultant (m/w)
    QRC Group, München
  2. Entwicklungsingenieur/in Softwareentwicklung und Elektroplanung
    Bosch Thermotechnik GmbH, Lollar
  3. Produktmanager SEO (m/w)
    Computec Media GmbH, Fürth
  4. Teilprojektleiter (m/w) in der Entwicklung
    Siemens AG, Braunschweig

 

Detailsuche


Hardware-Angebote
  1. VORBESTELLBAR: Fire TV Stick
    39,00€ - Release 15.04.
  2. TOPSELLER BEI ALTERNATE: G.Skill DIMM 8 GB DDR3-1600 Kit
    59,90€
  3. TIPP: Kingston HyperX Cloud Headset
    84,90€

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Phase One iXU 180

    80 Megapixel für die Drohnenfotografie

  2. Metashop

    Zalando will innerhalb von 30 Minuten liefern

  3. Mathias Döpfner

    Axel-Springer-Chef wird Vodafone-Aufsichtsrat

  4. Goodgame Studios

    Wachstum mit der umsatzstärksten App aus Deutschland

  5. Volvo Lifepaint

    Reflektorfarbe aus der Dose schützt Radfahrer

  6. Projekt-Hosting

    Tagelanger DDoS-Angriff auf Github

  7. Samsung

    Galaxy S4 bekommt Lollipop

  8. Deutsche Bahn

    WLAN im Nahverkehr in einigen Jahren

  9. Lords of the Fallen

    Partner wirft Deck 13 "mangelhafte Ausführung" vor

  10. Galaxy S6 Edge im Test

    Keine ganz runde Sache



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Galaxy S6 im Test: Lebe wohl, Kunststoff!
Galaxy S6 im Test
Lebe wohl, Kunststoff!
  1. Galaxy S6 Active Samsungs wasserdichtes Topsmartphone
  2. Galaxy S6 und S6 Edge Samsung meldet 20 Millionen Vorbestellungen
  3. Galaxy S6 und S6 Edge im Hands on Rund, schnell, teuer

Banana Pi M2 angesehen: Noch kein Raspberry-Pi-Killer
Banana Pi M2 angesehen
Noch kein Raspberry-Pi-Killer
  1. Die Woche im Video Galaxy S6 gegen One (M9), selbstbremsende Autos und Bastelei
  2. MIPS Creator CI20 angetestet Die Platine zum Pausemachen
  3. Raspberry Pi 2 ausprobiert Schnell rechnen, langsam speichern

HTC One (M9) im Test: Endlich eine gute Kamera
HTC One (M9) im Test
Endlich eine gute Kamera
  1. Lollipop Erstes HTC-One-Smartphone erhält kein Android 5.1

  1. Re: Augenwischerwei und blöd für die Steuerzahler

    SelfEsteem | 05:07

  2. Re: Das ist nur eine Meinung

    bremse | 03:35

  3. Re: Da werden sich Einbrecher freuen

    Sharra | 03:28

  4. Re: Ernstzunehmende Konkurrenten hat die Deutsche...

    NIKB | 03:26

  5. Re: nützt doch alles nichts,...

    Moe479 | 03:23


  1. 22:59

  2. 19:05

  3. 16:54

  4. 16:22

  5. 14:50

  6. 13:48

  7. 12:59

  8. 12:48


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel