Zwischen Autor und Weltpatent

Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Wissenschaft- und Technikforschung

An der Universität Bielefeld wurde Ende vergangener Woche über das Spannungsfeld zwischen geistigem Eigentum und Open Source diskutiert. An zwei Tagen ging es um Wissensproduktion, Eigentumsansprüche auf Wissen und den Zugang zu wissenschaftlichen Informationen. Der ganze Freitag war der Frage der Genese und Gestalt von Wissen als Eigentum gewidmet.

Anzeige

Eröffnet wurde die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Wissenschaft- und Technikforschung (GWTF) mit einer Podiumsdiskussion zu der Frage, ob Open Source eine Erfolgsgeschichte sei. Der Autor dieses Beitrages moderierte die Diskussion. Auf dem Podium nahmen daran teil: Knut Blind, Leiter der Abteilung Innovationssysteme und Politik am Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) und Professor für Innovationsökonomie an der TU Berlin, sowie Rainer Anders, Leiter der Abteilung Datenverarbeitung/Informationstechnologie beim Deutschen Patent- und Markenamt in München.

Den Ausgangspunkt der Diskussion bildete der aktuelle Bericht des Bundesrechnungshofes, der einen zu geringen Einsatz von Open-Source-Software in der öffentlichen Verwaltung kritisiert. Dem steht die Ankündigung der französischen Regierung gegenüber, dass im kommenden Jahr fast eine halbe Million Arbeitsplätze von Beamten und Angestellten der Regierung mit OpenOffice.org ausgestattet werden sollen. Da stellte sich die berechtigte Frage, welche spezifischen Hindernisse in der deutschen Administration einer vergleichbaren Initiative im Wege stehen würden. Als ein wichtiger Grund dafür wurde die föderale Struktur der deutschen Administration genannt, die einer Vereinheitlichung der IT-Infrastruktur entgegensteht. Die Einführung von OpenOffice oder anderer Open-Source-Software per Verordnung ist so nicht machbar.

Es folgte eine Erörterung der aktuellen Auseinandersetzung um die Standardisierung von Microsofts OpenXML-Dateiformat sowie eine Diskussion darüber, welche Rolle Eigentumsrechte zur Strukturierung der Arbeitsteilung in der Informationsgesellschaft spielen werden.

Im Anschluss stellte Niels Taubert von der Universität Bielefeld den "Kampf der Regime um Deutungshoheit" über Wissensgüter dar. In einem fünfstufigen Modell - reichend von rechtlichen Regularien (Urheberrecht und Lizenzen) auf der untersten und ethisch/moralischen Rechtfertigungsversuchen auf der obersten Ebene - untersuchte er die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem proprietären und dem Open-Source-Ansatz zur Produktion und Verteilung von Wissensgütern. Als Beispiele zog Taubert dabei den berühmt-berüchtigten "An Open Letter to Hobbyists" von Bill Gates (1976) und Richard Stallmans "GNU Manifesto"Strukturprobleme der Akteurskonstellation" des jeweiligen Regimes heraus und erläuterte, warum Transformationen zwischen beiden Regimes nicht ohne weiteres machbar sind.

  1. 1
  2. 2

Jay Äm 27. Nov 2007

Nur, weil Du es nicht verstehst, bedeutet es noch lange nicht, das es sich um Gelaber...

"Leser" 27. Nov 2007

Ja, echt krass ey, nur algemeiner gelaber, die ich nix kapier, ey!

Leser 27. Nov 2007

ist mit ein paar ausnahmen, nur algemeiner gelaber. "einer hat dies untersucht, anderer...

Kommentieren




Anzeige
  1. Business- / Service-Analyst (m/w)
    ADAC e. V., München
  2. Softwareentwickler Java (m/w)
    Payment Network AG, Wetzlar bei Frankfurt
  3. Softwareentwickler Vernetzung (m/w)
    Miele & Cie. KG, Gütersloh
  4. Testmanager / Teamleiter für Verbundtests von Werkzeugketten (m/w)
    dSPACE GmbH, Paderborn

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Tablet-Nachfolger

    iPad-3-Teile aufgetaucht

  2. Tim Schafer

    40.000 US-Dollar für einen Konsolenpatch

  3. Gema-Vermerk

    Youtube sperrt irrtümlich Acta-Video von Bruno Kramm

  4. ProLiant Gen8

    HP macht Server unabhängig

  5. Abmahnabzocke

    Maximal 100 Euro Abmahngebühr für Urheberrechtsverstöße


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 270 | letzter Beitrag 13.02. 23:28

  2. Kommentare: 200 | letzter Beitrag 22:07 Uhr

  3. Kommentare: 194 | letzter Beitrag 13:50 Uhr

  4. Kommentare: 117 | letzter Beitrag 12:39 Uhr

  5. Kommentare: 100 | letzter Beitrag 18:09 Uhr

Mehr


  1. Youporn-Betreiber

    Hacker will 350.000 Datensätze bei Pornoseite erbeutet haben

  2. TZ77XE4

    Biostar zeigt Mainboard für Ivy Bridge und Sandy Bridge

  3. Unity Technologies

    Bessere Grafik und KI mit Unity 3.5 verfügbar

  4. Fifa Street

    Last Man Standing auf dem Bolzplatz

  5. Isis Web Browser

    Neuer Browser für HPs WebOS

  6. Nortel Networks

    Nortel war fast zehn Jahre lang gehackt

  7. Thermosensor

    Schmetterlingsflügel macht Wärme sichtbar

  8. Deutsche Gamestage

    Call for Papers der Quo Vadis verlängert

  9. Vodafone

    LTE auf dem Smartphone kostet monatlich 10 Euro mehr

  10. Abmahnabzocke

    Maximal 100 Euro Abmahngebühr für Urheberrechtsverstöße



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Eye-Tracking: Bewegungsabhängige Bildschirmoberfläche von Apple
Eye-Tracking
Bewegungsabhängige Bildschirmoberfläche von Apple

Apple hat in den USA einen Patentantrag eingereicht, der eine Benutzeroberfläche beschreibt, die sich der Position des Nutzers vor dem Bildschirm anpassen kann. Die Frontkamera erfasst den Blick des Anwenders und ändert zum Beispiel den Schattenwurf der Icons.

  1. Nicht-Abwerbe-Pakt Google hat mit Apple und Intel gemauschelt
  2. John Browett Apple will mit neuem Chef seine Ladenkette ausweiten
  3. Airport Utility 6 Apple reduziert Funktionsumfang seiner Routersoftware

Test PS Vita: Ausstattungswunder mit Speicherproblem
Test PS Vita
Ausstattungswunder mit Speicherproblem

Zwei Analogsticks und starke Grafik, Berührungs- und Bewegungssteuerung, UMTS und Bluetooth: Sony Computer Entertainment packt in den Nachfolger der Playstation Portable so gut wie alles, was irgendwie Sinn ergibt - nur Speicher etwa für Savegames fehlt der PS Vita von Haus aus.

  1. Playstation Network Umbenennung der Konten und neue Firmware

Bing, Blekko, Duck Duck Go: Googeln ohne Google?
Bing, Blekko, Duck Duck Go
Googeln ohne Google?

Die überarbeitete Version der Google-Suche "Search, plus Your World" hat heftige Debatten ausgelöst. Vor allem der Datenschutz steht mal wieder im Vordergrund der Kritik. "Geht es eigentlich auch ohne Google?", fragen sich daher viele Nutzer. Der Blogger Marcel Weiß hat es 18 Monate lang getestet.

  1. "Focus on the User" Facebook und Twitter zeigen Google, wie soziale Suche geht
  2. Neuer Algorithmus Google straft Seiten mit zu viel Werbung ab
  3. Theseus-Projekt Quote soll die erste Zitate-Suchmaschine Deutschlands werden

Zum Artikel