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Interview: Ajax-Entwicklung in PHP soll einfacher werden

Golem.de im Gespräch mit Zend-Gründer Zeev Suraski (Teil 2)

PHP 6 wird noch mindestens ein Jahr auf sich warten lassen, aber so manch neue Funktion, die eigentlich dafür geplant ist, könnte schon vorher in neuen Ausgaben von PHP 5 auftauchen, so Zend-Gründer Suraski im Gespräch mit Golem.de. Im zweiten Teil des Interviews spricht Suraski auch über das Zend Framework, über Zends Pläne, die Entwicklung von Ajax-Applikationen in PHP zu vereinfachen sowie über den Umgang mit Sicherheitslücken durch die PHP-Entwickler.

Golem.de: Wie sieht es mit den Veränderungen bei PHP 6 aus? Sie haben das Thema Unicode angesprochen. Was können wir noch erwarten?

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Suraski: Ganz ehrlich und ich gebe Ihnen eine ganz ehrliche Antwort: Ich weiß es zum jetzigen Punkt nicht. Der Grund dafür ist nicht, dass wir uns nicht mit diesen Dingen beschäftigen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob die Dinge, über die wir heute sprechen, wirklich erst mit PHP 6 eingeführt werden. Ein einfaches Beispiel sind "Namespaces", nach denen in den vergangenen drei oder vier Jahren der Ruf laut wurde. Wir hatten zunächst daran gedacht, "Name Spaces" in PHP 5.0 zu überstützen, uns fehlte aber die Zeit dafür. Daher entschieden wir uns dagegen, mit den Folgen der Entscheidung lebten wir. Heute verfolgen wir einen anderen Ansatz und werden "Namespaces" in Zukunft unterstützen. Wir haben einen sehr schönen Ansatz für PHP-Namespaces entwickelt und uns entschieden, es in PHP 6 zu integrieren. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwägen wir aber, dies schon mit PHP 5.3 einzuführen. Mit der Entwicklung haben wir gerade begonnen und der Code wird voraussichtlich im 1. Quartal 2008 verfügbar sein, aber das kann sich noch ändern. Sehr wahrscheinlich werden also Name Spaces unterstützt. Wir wollen bei solchen kritischen Funktionen nicht auf PHP 6 warten. Sehr wahrscheinlich wird es noch weitere wichtige Funktionen geben, die die Anwender schon vor PHP 6 nutzen können. Wir wollen nicht auf PHP 6 warten, da wir bislang nicht genau wissen, wann diese Version verfügbar sein wird. Wir wollen unter anderem bei der Migration alles richtig machen und auf jeden Fall prüfen, ob wir es als Teil von PHP 5, im Rahmen einer neuen PHP 5-Version, anbieten können. Ich kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur Unicode und einige Änderungen beim PHP-Setup nennen, die wir gerne umsetzen würden. So beispielsweise "Registered Globals" usw. bei PHP 6. Alles andere wird sehr wahrscheinlich mit PHP 5.3 oder 5.4 kommen. Hier warten wir nicht bis PHP 6.

Golem.de: Vor einigen Monaten kam Zend Framework 1.0 auf den Markt. Aus welchem Grund wurde eine andere Basis-Bibliothek für PHP entwickelt und nicht mit dem PEAR-Projekt oder eZ gearbeitet?

Suraski: Es gibt eine Reihe von Gründen, weshalb wir uns für Zend Framework entschieden haben. Andi und ich haben verschiedene andere Frameworks geprüft, bevor wir vor fast zwei Jahren, 2005, unser Framework-Projekt ankündigten. Es gibt verschiedene Gründe dafür, ein neues, eigenes Framework anzubieten. Der wichtigste Grund: 1. Wir wollten hier wirklich die Vorteile von PHP 5 nutzen. Wir wollten kein Framework, das einfach nur mit PHP 5 kompatibel ist, sondern ein Framework, das sich wirklich die Objektunterstützung von PHP 5 und den neuen ausgezeichneten Webservice-Support von PHP 5 zunutze macht. Das war mit den alten, in 2005 vorhandenen Frameworks nicht möglich, die eher auf PHP 4 abgestimmt und bestenfalls mit PHP 5 kompatibel waren. Wenn man PHP 5 nutzt, bieten sich auch andere Möglichkeiten, um das Framework zu erweitern und beim Zend Framework sind die Erweiterungsmöglichkeiten ein Schlüsselelement. Wenn die Basisimplementierung nicht zu 100 Prozent in PHP 5 realisiert ist und das Objektmodell von PHP 5 nicht konsequent genutzt wird, dann hat man wirklich Probleme bei der eleganten und effizienten Erweiterung im Vergleich zu einer echten PHP 5 Anwendung.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die Rechte am Code: Als wir mit dem Zend Framework begannen, entwickelte sich die Partnerschaft mit IBM und ein wichtiges Anliegen von IBM und anderen Unternehmen, die PHP einsetzten, war die Verfügbarkeit eines Frameworks, bei dem die Rechtesituation klar ist: Es sollte deutlich werden, welche Teile von wem kommen. Die Anbieter sollten erklären, dass es sich tatsächlich um Eigenentwicklungen handelt und der Code nicht von anderen stammt. SCO spielt derzeit zwar keine Rolle mehr, aber damals und auch heute noch wollen Unternehmen sicher sein, dass ihnen keine Klage ins Haus flattert - von Unternehmen, die sagen: „Dieses Plug-in stammt von mir, ist urheberrechtlich geschützt und hört auf, es als Eures auszugeben." Das war der Punkt, an dem bei uns die Entscheidung fiel, ganz von vorn anzufangen. Wir haben nicht auf Bestehendem aufgebaut. Jeder, der etwas zu Framework beisteuert, muss ein „Contributor Licence Agreement" (CLA) unterzeichnen. Das gilt auch für Mitarbeiter von Zend, die Entwicklungen für Framework realisieren. Auch sie müssen ein CLA unterschreiben. Sie müssen „schwören", dass sie wirklich etwas ganz Neues beigesteuert haben, eine Eigenentwicklung, die nicht von jemand anderem stammt. Das gibt ein gewisses Maß an Sicherheit.

Das sind die beiden wichtigsten Punkte, neben einer Reihe vernachlässigbarer Gründe. Wir wollten vor allem den Qualitätsaspekt unterstreichen. Qualität kann etwas sehr Subjektives sein. Aber es gibt auch objektive Aspekte wie zum Beispiel „Coverage". Wir wollten ganz von vorn anfangen. Jede neue Komponente sollte ins Framework einfließen. Wir wollten umfassend testen, umfassende Sicherheit haben. Wir wollten, und das hat viel mit Psychologie zu tun, dass die Anwender wissen, dass das Produkt wirklich gut getestet ist. Das ist bei einem bestehenden Framework, das bislang noch gar nicht getestet wurde, schwieriger. Wenn man während der Entwicklungsphase viel testet, entwickelt man ganz anders. Das ist bei Framework passiert.

Golem.de: Wie viel Arbeit steckt Zend in das Framework?

Suraski: Sehr viel. Wir haben auf zwei Arten investiert: Zum einen stellen wir Leute für das Projekt ab, neben Andi Gutmans, mein Kollege und Mitbegründer von Zend, gibt es eine Entwicklergruppe, die ihm untersteht. Fünf oder sechs Entwickler arbeiten Vollzeit und ständig am Zend Framework. Sowohl Andi als auch die anderen, wichtigen Entwickler und Manager im Unternehmen, haben sich hier sehr stark engagiert. Das gilt auch für die Marketing-Mannschaft, die aus F&E-Projekten Produkte macht. Dann ist da Studio mit dem entsprechenden Support. Wir planen für die Zukunft die Integration in Platform und die Integration in Core.

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Miah 04. Jun 2008

Das ganze hat ja sehr viel mit dem Thema der leichteren Ajax entwicklung zu tun...

HeinzWäscher 22. Okt 2007

Wenn man drauf steht, 100e Frameworks gleichzeitig zu verwenden, ist xajax wirklich gut...

HeinzWäscher 20. Okt 2007

Ist "Rechtssicherheit", "100% PHP5-Code" (nicht kompatibel sondern wirklich verwendend...

zweiter 19. Okt 2007

nein :)

Buzzword 19. Okt 2007

...oder wie war das nochmal in der IBM-Werbung? :-)




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