Neue Studie über Filesharing: Indie-Labels profitieren

Sängerinnen profitieren ebenfalls, Bands und Sänger nicht

US-Wissenschaftler kommen in einer neuen Studie über Filesharing zu interessanten Resultaten. Während der Marktanteil der großen Musikkonzerne sinkt, gewinnen kleine, unabhängige Plattenfirmen hinzu. Zu den Verlierern gehören auch Bands und Solo-Sänger, während Solo-Sängerinnen gestärkt dastehen. Zugleich hat sich die Verweildauer von Alben in den Charts deutlich verkürzt.

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Eine Reihe von US-Wirtschaftswissenschaftlern hat die Auswirkungen einer Reihe von neuen Technologien auf das Musikgeschäft zu Beginn des neuen Jahrhunderts untersucht. Die Ergebnisse ihrer empirischen Untersuchungen haben sie in der September-Ausgabe der Fachzeitschrift Management Science veröffentlicht. Im Mittelpunkt der Untersuchung standen Peer-to-Peer-Tauschbörsen (P2P) und die Frage, "Beeinflusst das Angebot in Tauschbörsen die Verweildauer von Alben in den Charts?" Die Position und Verweildauer von Musik in den Charts gilt als Maßstab für ihren Erfolg, da die Charts aus Erhebungen zu den aktuellen Verkaufszahlen berechnet werden. Um den Einfluss von Tauschbörsen zu messen, haben die Forscher jeweils das Angebot von in den Charts platzierten Alben in der Tauschbörse WinMx beobachtet. Der Erhebungszeitraum für die Charts reichte über mehr als 200 Wochen von 1995 bis 2004.

Die Forscher kommen nach Auswertung ihrer Daten zu dem Ergebnis, dass "insgesamt betrachtet, die Angebote aus Tauschbörsen keinen signifikanten Einfluss auf die Verweildauer in den Charts haben. [...] Erfolgreiche Alben werden durch Angebote in Tauschbörsen nicht beeinflusst." Betrachtet man die Statistiken jedoch im Detail, so zeigen sich messbare Auswirkungen. So hat beispielsweise "das Angebot in Tauschbörsen einen kleinen, aber statistisch relevanten, negativen Einfluss auf weniger erfolgreiche Alben". Mit anderen Worten: Alben, die niedrig in die Charts einsteigen, verschwinden wegen der Angebote in Tauschbörsen etwas schneller wieder aus den Charts als früher in der Zeit vor Napster & Co. Noch anders ausgedrückt, gelingt es etwas mehr Alben als früher, sich wenigstens für kurze Zeit in den Charts zu platzieren.

Auch an anderer Stelle haben die Tauschbörsen gewisse Verschiebungen gebracht. So ist es für den Erfolg eines Albums heutzutage weniger entscheidend, von einem Major-Label verlegt zu werden als früher. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Indie-Labels in der Zeit seit Napster & Co. erfolgreicher sind als früher. Das zeigt sich auch in ihrem gestiegenen Anteil an Alben in den Charts. Dieser ist von durchschnittlich 14,3 Prozent in der Zeit vor Napster & Co. auf 24,4 Prozent danach gestiegen. Zu den Verlierern gehören Bands und Solo-Sänger, deren Alben schneller wieder aus den Charts verschwinden als früher. Die Alben von Solo-Sängerinnen verbleiben hingegen deutlich länger in den Charts. Eine plausible Erklärung für diesen Effekt geben die Forscher nicht.

Unterm Strich bestätigt die Studie frühere Befunde von anderen Forschern. Der Musikmarkt ist kleinteiliger geworden; Labels mit Nischenangeboten gewinnen an Bedeutung; und ob Tauschbörsen für den Niedergang der großen Plattenfirmen verantwortlich sind, bleibt weiter zweifelhaft. Ein Mangel an Musik scheint es jedenfalls auf absehbare Zeit nicht zu geben: Im Untersuchungszeitraum vor Napster & Co. wurden 91.400 Alben veröffentlicht. Dem standen 100.693 im Untersuchungszeitraum nach Napster & Co. gegenüber. [Robert A. Gehring]


Nameless 02. Dez 2007

Noch nicht ganz... Erst wenn der letzte Terminator "From Sarah With Love" singt ist es...

Anonymaus 05. Okt 2007

Ist Indie eigentlich noch indie wenn die Breite Masse lieber Indie hört als...

Jay Äm 04. Okt 2007

Ich finds zum kotzen, das kleine Labels und Künstler häufig nix von dem Geld sehen, das...

alternative 04. Okt 2007

diese leute kaufen bestimmt nicht eine einzige cd.

alternative 04. Okt 2007

diverse ketten mit großen umsätzen beteiligen sich nicht an der ermittlung der charts (z...

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Compyblog / 04. Okt 2007

ComPod To Go - 04.10.2007



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