Open Access: US-Wissenschaftler kontra Fachverlage
Boykottaufrufe und Rücktritte
In den USA spitzt sich der Streit um Open Access zu. Universitäten und Wissenschaftler werfen dem US-amerikanischen Verlegerverband AAP vor, mit seiner PRISM Coalition Falschinformationen über Open Access zu verbreiten und unberechtigte Ängste zu schüren.
Im Januar 2007 hatte die Wissenschaftszeitschrift Nature von einem Plan US-amerikanischer Fachverlage berichtet, Stimmung gegen Open Access machen zu wollen. Zu diesem Zweck war der von Nature als "PR-Pitbull" bezeichnete PR-Berater Eric Dezenhall angeheuert worden. Dezenhall hatte den Verlagen empfohlen, in der Öffentlichkeit "Open Access" mit mangelnder Qualität gleichzusetzen.
Der Verlegerverband AAP hatte Ende August die Initiative PRISM - Partnership for Research Integrity in Science & Medicine - ins Leben gerufen. PRISM macht auf ihrer Homepage unter der Überschrift "Was steht auf dem Spiel?" Stimmung gegen Open Access. Dort heißt es: Es werden Regeln vorgeschlagen, nach denen sich die Regierung unzulässigerweise in den Prozess des wissenschaftlichen Publizierens einmischen soll, wodurch die Integrität der wissenschaftlichen Forschung folgendermaßen gefährdet würde:
Gemeint sind damit Regeln wie die des National Institute of Health (NIH), der größten Forschungsförderungseinrichtung in den USA. Die NIH hatten mit Wirkung vom 2. Mai 2005 bestimmt, dass von allen mit Mitteln der NIH zustande gekommenen Artikeln für Fachzeitschriften eine Kopie bei PubMed Central, der von den NIH getragenen Online-Bibliothek, zu hinterlegen sei.
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