Microsofts Office Open XML: Heftiger Gegenwind aus China

China gegen ISO-Standardisierung?

Chinesische IT-Experten sprechen sich gegen eine ISO-Standardisierung von Microsofts neuem Dokumentenformat Office Open XML (OOXML) aus. Sie empfehlen der chinesischen Regierung, im September auf einer ISO-Konferenz OOXML abzulehnen, berichtet China View.

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Microsofts OOXML-Format entspräche schlicht nicht den Anforderungen an einen Dokumentenstandard, mit dem Regierungen und Unternehmen arbeiten können, berichtet China View. "Ein internationaler Standard kann nicht auf der privaten Technologie eines einzelnen Unternehmens aufgebaut sein. Wenn mit der Firma irgendwas schief läuft, kann niemand mehr seine Dokumente lesen, die mit diesem Standard gespeichert wurden", wird Yang Chuanyan von Co-Create Software (CCS) von China View zitiert. "Wir begrüßen Microsofts fortgeschrittene Dokumenten-Technologien, aber so ein Standard muss für alle offen sein, es jedem und zu jeder Zeit erlauben, Programme zu entwickeln, die mit solchen Dateien arbeiten", so Yang weiter.

Bei einer Online-Umfrage, die von der CCS unter ihren Mitgliedern durchgeführt wurde, sprachen sich 6.400 Teilnehmer gegen Office Open XML aus und nur 502 dafür.

Microsoft begegnet solcher Kritik mit mehreren Argumenten. Zum einen hätte man einen Konverter entwickelt, der Dokumente zwischen OOXML und dem ISO-Standard Open Document Format (ODF) transformieren könne. Das sei ein Beleg dafür, dass die Koexistenz mehrerer Dokumentenstandards möglich sei. Zum anderen arbeite man zusammen mit chinesischen Experten daran, einen Konverter für OOXML und Chinas Unified Office Document Format (UOF) zu schreiben. UOF wurde von chinesischen Software-Herstellern entwickelt und im Mai 2007 als nationaler Standard anerkannt.

Solche Argumente überzeugen OOXML-Gegner aber offensichtlich nicht. Ein nicht namentlich genannter Wissenschaftler der chinesischen Akademie für Maschinenbau in Ni Guangnan wird von China View mit folgenden Worten zitiert: "Es gibt zu viele Widersprüche zwischen OOXML und UOF. Das heißt, dass praktisch kein Konverter eine 100 Prozent korrekte Übersetzung liefern kann. Viele Anwender wie beispielsweise Regierungen benötigen aber vollständige Übereinstimmung, nicht nur rein inhaltlich, sondern auch in der Darstellung."

Auch Chinas größter Linux-Distributor, Redflag, spricht sich gegen OOXML aus. "Der MS-Standard enthält zu viele Patente, für die wir alternative Protokolle entwickeln müssten, um die Patente nicht zu verletzen", so Redflag-Manager Hu Caiyong.

Allerdings gibt es nicht nur Gegenwind aus China. So hat sich der Generalsekretär der China Software Association, Zou Bian, dafür ausgesprochen, OOXML zum ISO-Standard zu machen. Dadurch würden Anwender die Wahl haben, in welchem Format sie ihre Dokumente erstellen und speichern. Für die lokalen Softwarehersteller wäre es möglich, eigene Programme basierend auf dem Standard zu entwickeln. [von Robert A. Gehring]


io 13. Okt 2007

warum sollten sie das? Als nächstes kommt: Die könnten doch auch Linux rausbringen? Der...

BSDDaemon 18. Aug 2007

Richtig, niemand kann etwas gegen ignorante Anwender tun. Hier geht es aber um Standards...

Witzbold 17. Aug 2007

Es sind schon andere große Firmen schnell den Bach runter gegangen. Wenn man allerdings...

Witzbold 17. Aug 2007

Danke für den Link! Der Artikel bringt die Wahrheit auf den Punkt!

muahaha 17. Aug 2007

Bullshit, noch nie was von unicode gehört?

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