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Hintergründe zum Freigabe-Fehler bei DSL-ProvidernPrivate PCs auf Ethernet-Ebene verbunden, nicht per Internet
Die neue Ausgabe 16 der c't erscheint zwar erst am Montag, den Abonnenten liegt sie jedoch bereits vor. Wie bereits berichtet beschreibt das Magazin darin einen Fehler von DSL-Providern, der zu einer direkten Verbindung von privaten Rechnern führt, so als ob sie in einem lokalen Netz verbunden wären - die Redaktion der c't nennt das treffend "Netzwerk-Kurzschluss".
Zahlreiche Nutzer, die seit den ersten Meldungen über den Bericht in Internet-Foren hitzig diskutieren, sehen das allerdings ganz anders. Eine der vertretenen Meinungen lautet sinngemäß "Was ich freigebe, hat der Provider auch durchzulassen, alles andere wäre ein beschränkter Internet-Zugang". Doch darum geht es bei diesem Fehler gar nicht. De facto sind die Rechner nicht über das Internet miteinander verbunden, sondern auf der Ebene von Ethernet-Verbindungen. Diese Tatsache bedingt auch, dass es sich hierbei nicht um eine Sicherheitslücke im Betriebssystem eines Kunden handelt. Mit früheren Fehlern, wie sie unter anderem im TCP/IP-Stack älterer Windows-Versionen auftraten, hat das aktuelle Problem auch nichts zu tun. Bei vielen Providern, die ihre Netze zügig ausbauen, wird ganz auf Ethernet-Infrastrukturen gesetzt, auch die DSL-Leitung zum Kunden ist lediglich eine Verlängerung dieses Ethernet-Netzes auf ATM-Ebene, danach geht es per Ethernet weiter. Dieses "Next Generation Network" (NGN) setzt unter anderem auch der Anbieter Alice ein, bei dem der Fehler laut c't mehrfach zu beobachten war - allerdings nur in Städten, wo Alice kein eigenes Telefon-Netz betreibt, sondern seine Angebote über das von Telefonica bereitstellt. Laut Angaben von Alice soll der beschriebene Fehler aber mit Erscheinen des c't-Artikels im Netz dieses Providers nicht mehr auftreten. Im Alice-Netz werden auch analoge Telefonanschlüsse per Voice-over-IP emuliert, das Netz setzt vollständig auf IP-Verkehr, der aber zum größten Teil über Ethernet-Verbindungen abgewickelt wird. Das Modem hat dabei - anders als man vielleicht denken mag - stets eine Verbindung ins Netz des Providers. Es dient aus Sicht eines angeschlossenen PCs lediglich als Bridge zwischen dem eigenen lokalen Netz und der Infrastruktur des Providers. Diese ATM-Verbindung, die das Modem mit dem Einwahlpunkt (DSLAM) aufbaut, ist aus Sicht des Ethernet-Netzes transparent. Der Fehler besteht darin, dass die Verbindung des Kunden an einem Switch nicht von denen anderer Benutzer getrennt wird. Dadurch befinden sich die Rechner im selben Subnetz, in dem per Ethernet jeder Rechner von jedem anderen aus sichtbar ist - ganz so, als seien sie in einem lokalen Netzwerk zuhause am selben Switch angeschlossen. Je nachdem, wo sich dieser Switch - oder ein Gerät mit gleicher Funktion - im Netz des Providers befindet, können mehr oder weniger DSL-Nutzer von dem Fehler betroffen sein. Die Kunden wissen aber nicht, wer mit ihnen im selben Subnetz hängt - von einer gewollten Freigabe kann damit keine Rede sein. weiter...
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