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Bundeswehr: Experten zweifeln am DatenverlustBericht von Report Mainz sorgt für Diskussionen
Das ARD-Politikmagazin Report Mainz hatte am Montag über den Verlust der Geheimdienstinformationen aus den Jahren 1999 bis 2003 im "Amt für Nachrichtenwesen der Bundeswehr" berichtet. Das Magazin zitierte Melchers mit den Worten: "Die Bandlaufwerke melden problematische Bandkassetten über Standardschnittstellen (SCSI mod pages) an die Software - üblicherweise lange, bevor diese unleserlich werden.
Die Datenintegrität ist über mehrere Fehlerkorrekturschichten abgesichert. Bei den etwa 0,1 Prozent der defekten Bandkassetten greift man dann auf die zweite Kopie zu - Verlustwahrscheinlichkeit also 0,0001 Prozent."
In einem Schreiben an den Verteidigungsausschuss des Bundestages, das Report Mainz vorliegt, räumte Staatssekretär Peter Wichert ein, dass die betreffenden Daten "Ende 2004 verloren gegangen" seien. Von den Daten sei "auf Grund der Speicherkapazität des Datensicherungsroboters jedoch nur einmal" eine Sicherungskopie abgelegt worden. Weitere Sicherungskopien seien nicht realisierbar gewesen: "Der Datensicherungsroboter erlitt nach der Archivierung der Daten einen technischen Defekt" und in einem anderen Lesegerät sei ein Teil der entsprechenden Bandkassetten nicht mehr lesbar gewesen. Letztendlich seien die Daten dann vernichtet worden, so Wichert. Experte Melchers hegt Zweifel an der Darstellung: "Alles, was fehlerfrei auf Bandkassetten geschrieben wurde, kann man innerhalb von 20 Jahren auch wieder auslesen. Nach jedem Schreibvorgang liefert die Firmware der Bandlaufwerke Informationen über die Qualität des Schreibvorgangs. Bei Lesefehlern muss im Zweifelsfall das Laufwerk gereinigt oder ein besseres Laufwerk genommen werden. Jeder Profi sichert außerdem in zwei Kopien. Selbst wenn Herr Wichert die Bänder aufgegessen hätte, würden professionelle Datenrettungsunternehmen nach der Verdauung den Inhalt wieder herstellen können." Melchers betreut im Hochschulzentrum der Freien Universität Berlin einen Bandroboter mit 2.000 Bändern und mehreren hundert Terabyte Daten. Gesichert wird dort laut Melchers grundsätzlich in zwei Kopien. Auch von anderer Seite kommen Zweifel. So sagte der Bundestagsabgeordnete Christian Ströbele (Grüne) der in Hannover erscheinenden Neuen Presse, er habe noch im November 2006 einen Brief von Peter Wichert bekommen, wonach der Verteidigungsausschuss des Bundestages über Einsätze der Eliteeinheit KSK im Ausland informiert werde. Von Datenverlust sei dabei keine Rede gewesen. Es sei möglich, dass die Bundeswehr versuche, "Informationen nicht nach außen zu geben", wird Ströbele zitiert. (ji)
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