Interview: "Softwarepatente sind eine dumme Idee"

Golem.de spricht mit Alan Cox

Alan Cox ist noch immer einer der wichtigsten Entwickler des Linux-Kernels. Und er war einer der ersten, die Linus Torvalds Arbeit abnahmen, indem sie eingereichten Code erst überprüften, bevor er an Torvalds zur Integration weitergegeben wurde. Golem.de hatte auf dem LinuxTag 2007 die Gelegenheit zu einem kurzen Interview mit dem Betreuer vieler Subsysteme.

Anzeige

Alan Cox
Alan Cox
Golem.de: Sie hatten sich eine Zeit lang zurückgezogen. Was machen Sie derzeit?

Alan Cox: Ich habe meinen Master of Business Administration abgeschlossen. Seitdem bin ich damit beschäftigt, die Parallel-ATA-Treiber auf die für SATA entwickelte Libata zu portieren. All so etwas, was eben so kommt. Es gibt viel aufzuräumen. Aber ich arbeite weiterhin für Red Hat.

Golem.de: Für Red Hat haben Sie DRM-Patente angemeldet, was ist der Hintergrund?

Cox: Wie jedes amerikanische Unternehmen meldet Red Hat Patente für Erfindungen an, die sich patentieren lassen. Wir haben keine Wahl, das ist ein Wettlauf, der keinem nützt. Für freie Software sind diese Patente allerdings nicht von Belang, da wir ja versprechen, sie nicht gegen Open Source zu verwenden. Wer die in den Patenten beschriebenen Techniken in GPL-Software nutzen möchte, kann dies gerne tun.

Golem.de: Was halten Sie generell von DRM und Softwarepatenten?

Cox: Für Softwarepatente ist das einfach zu beantworten: Sie sind eine extrem dumme Idee! Es gibt keinen Unterschied zwischen einem Softwarepatent und einem Patent, das beschreibt, wie ein Mensch etwas durchführt. Wir könnten also auch patentieren, wie jemand läuft und atmet, das ist sinnlos. Ansich haben wir ein gutes Urheberrechts-Gesetz. Schaut man sich aber an, was patentiert wird, stellt man schnell fest, dass diese Dinge normal nicht urheberrechtlich geschützt werden können. Maschinen etwa lassen sich patentieren, aber nicht mit einem Urheberrechten belegen. Ich kann also die Maschine kopieren - und da greift das Patent als Schutz.

Softwarepatente sind oft auch sehr vage formuliert. In den USA ist die Prüfung oft unzureichend und dies führt dazu, dass viel patentiert werden kann.

Das Problem bei digitaler Rechteverwaltung ist, dass einer die Kontrolle hat. Wer den Schlüssel besitzt, bestimmt, was auf einem Computer laufen darf. Es ist tatsächlich sehr schwer, so etwas zu entwickeln, aber es gibt auch gute Einsatzgebiete von DRM. Denn letztlich ist es eine Sicherheitstechnik und die lässt sich beispielsweise im militärischen Bereich verwenden - das geht dann in Richtung signierten Code auf sehr sicheren Systemen.

Problematisch wird es, wenn Firmen wie Disney entscheiden, was der Nutzer auf seinem Computer machen darf. Diese Firmen interessieren sich nicht für die Sicherheit der Anwender, sondern nur für ihren Film. Da liegt ein Interessenkonflikt vor, aber ich denke, die Leute merken langsam, dass es so nicht funktioniert - speziell bei Musik. Wir sollten lieber darüber aufklären, was Raubkopien für einen Effekt haben. Sobald eine Kopie ohne Schutz auftaucht, ist ohnehin der komplette Schutz wirkungslos.

Interview: "Softwarepatente sind eine dumme Idee" 

_bademeister2 24. Dez 2008

So wie Du schwätzt hast Du noch nie ein Bewerbungs-/Einstellungsbespräch geführt! Man...

Korrumpel 28. Jun 2007

Du Neunmalkluger. 1. Bin ich nicht allwissend. Was soll ich da dann entdeckt haben? 2...

Freeshadow 28. Jun 2007

Ja, allerdings nur wenn man Friseur Maskenbildner oder Stylist ist :P

Hex90 28. Jun 2007

Vielleicht auch nur, dass du den bezug zu einem Zitat eines Ministerpräsidenten an einen...

Blob 28. Jun 2007

Das mit der Ironie ist nicht Jedermanns Sache, genau wie Linux-Zottel.

Kommentieren




Anzeige

  1. Specialist Informationsschutz (m/w)
    BASF SE, Ludwigshafen
  2. Java Developer (m/w)
    GK SOFTWARE AG, Schöneck/Vogtland, Köln, Sankt Ingbert
  3. Traineeprogramme und Junior-Stellen bei Coca Cola, L'Oréal, Procter und Gamble u.v.m.
    access KellyOCG GmbH, Frankfurt
  4. HiL-Testingenieur Bereich alternative Antriebe (m/w)
    MBtech Group GmbH & Co. KGaA, Sindelfingen bei Stuttgart (Home-Office möglich)

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Spielebranche

    Crytek verkauft Homefront mitsamt Studio an Koch Media

  2. Anonymisierung

    Projekt bestätigt Angriff auf Tors Hidden Services

  3. Amazon

    Marketplace-Händler verliert Klage gegen schlechte Bewertung

  4. Groupon

    Gnome und die Tücken das Markenrechts

  5. Secusmart/Blackberry

    Krypto-Handys mit vielen Fragezeichen

  6. Selbsttötung

    Wieder ein toter Arbeiter bei Foxconn

  7. Linux

    Opensuse Factory wird Rolling-Release-Distribution

  8. Bau-Simulator 2015

    Schwere Maschinen am PC

  9. Gericht

    Kim Dotcom muss Filmindustrie sein Vermögen offenlegen

  10. Smartphone-Markt wächst

    Samsung verkauft weniger Smartphones



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Android L im Test: Google verflacht Android
Android L im Test
Google verflacht Android
  1. Android L Keine Updates für Entwicklervorschau geplant
  2. Inoffizieller Port Android L ist für das Nexus 4 verfügbar
  3. Android L Cyanogenmod entwickelt nicht anhand der Entwicklervorschau

Sony RX100 Mark III im Test: Klein, super, teuer
Sony RX100 Mark III im Test
Klein, super, teuer
  1. Custom ROM Sonys Bootloader einfacher zu entsperren
  2. Sony Xperia T3 kommt als Xperia Style für 350 Euro
  3. Auge als Vorbild Sony entwickelt gekrümmte Kamerasensoren

Luftfahrt: Die Rückkehr der Überschallflieger
Luftfahrt
Die Rückkehr der Überschallflieger
  1. Verkehr FBI sorgt sich um autonome Autos als "tödliche Waffen"
  2. Steampunk High Tech trifft auf Dampfmaschine
  3. Aerovelo Eta Kanadier wollen mit 134-km/h-Fahrrad Weltrekord aufstellen

    •  / 
    Zum Artikel