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Golem.de: Welche Probleme gab es denn durch die Zusammenlegung der Repositorys?
Spevack: Wir mussten vor allem viel Entwicklungsarbeit in die Infrastruktur stecken. Pungi heißt das Programm, das die RPMs zu einem ISO-Image zusammenpackt und es wurde extra geschrieben. Auch das Build-System brauchte Verbesserungen und entstand auf Basis des alten Build-Systems des Extras-Projekts. Gleichzeitig mussten wir aufpassen, da Fedora die Basis für Red Hat Enterprise Linux (RHEL) bildet und somit musste dafür gesorgt werden, dass Red Hat jederzeit ohne großen Aufwand eine Fedora-Version greifen und beispielsweise als Grundlage für RHEL 6 nutzen kann. Golem.de: Erschwert die größere Community-Beteiligung Red Hat, das Projekt in die Richtung zu lenken, in die sich RHEL entwickeln soll? Spevack: Nein, ich denke nicht. Fedora macht gute Arbeit und bedenkt bei Entscheidungen sowohl, was aus Red Hats als auch was aus Sicht der Community wichtig ist. Fedora 7 ist eine komplette Veröffentlichung, bei der im Prinzip alle neuen Funktionen unter Beteiligung der Community entstehen. Red Hat wollten, dass Core und Extras verschmelzen und alles extern verfügbar ist. Sie fragten uns auch nach einer Live-CD, die es ja vorher nicht von uns gab. Und eben auch das grafische Programm, um eigene Fedora-Varianten zu erstellen, von dem ich sprach, wurde komplett von der Community geschrieben. Ein Großteil der Funktionen aus Fedora 7 stammt also aus der Community. Gleichzeitig gibt es jedoch neue Virtualisierungsfunktionen, die von Red Hat kamen. Fedora 8 wird unter anderem Arbeiten des Online Services Team von Red Hat enthalten, die Online-Funktionen und -Dienste in den Desktop integrieren. Fedora dient Red Hat wunderbar als Grundlage und erlaubt dennoch der Community, großen Einfluss auf Entscheidungen zu haben. Golem.de: Das Support-Modell für Fedora wurde ebenfalls verändert... Spevack: Ja, wir haben einen neuen Lebenszyklus eingeführt. Fedora 7 wird nun bis einen Monat nach Erscheinen von Fedora 9 unterstützt. Nutzer haben also zwei Versionen plus einen Monat Zeit... Golem.de: Ist es einfach, Fedora so lange zu unterstützen oder muss Red Hat dafür neue Leute ins Boot holen? Spevack: Es ist schon mehr Arbeit für alle Entwickler, denn die Pakete müssen nun länger betreut werden. Einen Teil dieser Arbeit wird Red Hat übernehmen, vielleicht einen großen Teil. Aber da wir die Repositorys zusammengelegt haben, können nun auch externe Entwickler diese Arbeit erledigen. Letztlich stammt die Idee vom Fedora-Legacy-Projekt, die Idee, eine Version durch die Community länger zu betreuen als es Red Hat tat. Alle können nun zusammenarbeiten, also wird hoffentlich nicht die ganze Arbeit bei Red Hat bleiben. weiter...
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