Abo
  • Services:
Anzeige

Regierung beschließt Vorratsdatenspeicherung

Datenschützer sehen Verstoß gegen das Grundgesetz

Das Bundeskabinett hat heute einen Gesetzentwurf zur Vorratsdatenspeicherung beschlossen. Während das Bundesjustizministerium die neuen Regelungen als verbesserten Rechtsschutz der Betroffenen darstellt, sehen Datenschützer in der vorsorglichen Speicherung aller Verbindungsdaten eine Verletzung des Grundgesetzes. Einige Mitglieder, Mandatsträger und Untergliederungen von SPD, CDU und CSU sprechen sich derweil gegen die "drohende Zwangsspeicherung des Telekommunikationsverhaltens der gesamten Bevölkerung" aus.

Der Staat könne auf verdeckte Ermittlungsmaßnahmen zur Aufklärung schwer wiegender Straftaten nicht verzichten, so Bundesjustizministerin Brigitte Zypries. "Da verdeckte Ermittlungsmaßnahmen aber regelmäßig in die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger eingreifen, müssen für ihre Anordnung strenge Voraussetzungen gelten und der Rechtsschutz wirksam ausgestaltet sein. Mit den Neuregelungen gestalten wir die Anordnungsvoraussetzungen einheitlich, sorgen für Verfahrenssicherungen und verbessern die Möglichkeiten des Betroffenen, nachträglich die Rechtmäßigkeit einer solchen Maßnahme gerichtlich überprüfen zu lassen", kommentiert Zypris den Gesetzentwurf aus dem eigenen Hause.

Anzeige

Allerdings wird dabei auch die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung umgesetzt. Vorgesehen ist eine Speicherpflicht für Telekommunikationsunternehmen. Für sechs Monate soll gespeichert werden, wer mit wem wann und - beim Mobilfunk - von wo aus telefoniert hat. Gespeichert werden im Wesentlichen die genutzten Rufnummern und Kennungen, die Uhrzeit und das Datum der Verbindungen sowie die Standorte bei Beginn der Mobilfunkverbindung.

Zudem sollen Daten zum Internetzugang sowie über E-Mail-Kommunikation und Internettelefonie erfasst werden. Die genannten Daten müssen auch dann gespeichert werden, wenn sie für die Gebührenabrechnung nicht oder nicht mehr benötigt werden. Das bedeutet, dass auch Anbieter so genannter Flatrates die Daten speichern müssen. Bislang ist es nur erlaubt, die entsprechenden Daten zu Abrechungszwecken zu speichern, künftig soll es eine Speicherpflicht geben.

Der Inhalt der Kommunikation und Daten, die Aufschluss über aufgerufene Internetseiten geben, dürfen dagegen nicht gespeichert werden. Dennoch, Datenschützer sehen in dieser geplanten Vorratsdatenspeicherung, die die Kommunikation eines jeden Bürgers erfasst, einen Verfassungsbruch und warnen vor dem "gläsernen Bürger". Besonders problematisch gestaltet sich die Situation für Geheimnisträger wie Seelsorger, Ärzte, Rechtsanwälte, Journalisten und Abgeordnete, denn auch deren Kommunikation würde vorsorglich aufgezeichnet, obwohl sie einen besonderen Schutz genießen.

Die Pläne stoßen aber nicht bei allen Mitgliedern der Regierungskoalition auf Zustimmung. Gleiches gilt für die Frage, ob mit der Vorratsdatenspeicherung tatsächlich mehr Sicherheit erreicht wird.

Die Frage, wer wann mit wem von welchem Ort aus kommuniziert hat, berühre den Kernbereich privater Lebensumstände sowie Geschäftsgeheimnisse. "Es ist bisher in keiner Weise überzeugend dargelegt, dass die Speicherung solch sensibler Daten in Fällen, in denen nicht einmal ein Anfangsverdacht vorliegt, angemessen ist", heißt es in einem Appel des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung.

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit hat öffentlich vor einem möglichen Missbrauch der Daten gewarnt, die bei zahlreichen Telekommunikationsunternehmen und Internetprovidern gespeichert werden sollen. "Schon die Befürchtung von Missbrauch schreckt von unbefangener Telekommunikation ab, auf die Menschen in Notlagen (z.B. bei Gesundheits-, Ehe- oder Drogenproblemen) ebenso angewiesen sind wie die demokratische Gesellschaft insgesamt (z.B. Schutz von Informanten der Presse als Voraussetzung der Aufdeckung öffentlicher Missstände)", heißt es in dem Appell weiter.

Regierung beschließt Vorratsdatenspeicherung 

eye home zur Startseite
Randomer 21. Apr 2007

Eine Lüge an die 1000 Personen glauben ist stärker als die Wahrheit welche vielleicht...

opensky.cc 20. Apr 2007

"Wir können dem Sicherheitsstaat individuell und technisch unsere Gegenwehr...

zartbitter 19. Apr 2007

Du hast Kontakt mit einem Terroristen.. tja jetzt wirst du auch überwacht. gg

zartbitter 19. Apr 2007

..trägt jetzt Früchte und immer neue Blüten. Niemanden schert das GG - am wenigsten die...

Beunruhigter 19. Apr 2007

Wenn dieser Apparat nur nicht mal eines Tages in die falschen Hände gerät. Man stelle...


Ralphs Piratenblog / 19. Apr 2007

blogdoch.net 󢀔 jetzt wird zurückgeblogt / 18. Apr 2007

Stefans Home / 18. Apr 2007

netzpolitik.org / 18. Apr 2007

Pressekonferenz zur Vorratsdatenspeicherung



Anzeige

Stellenmarkt
  1. über Ratbacher GmbH, Raum Frankfurt
  2. GERMANIA Fluggesellschaft mbH, Berlin-Tegel
  3. über HRM CONSULTING GmbH, Köln
  4. INTENSE AG, Würzburg, Köln


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. und 19 % Cashback bekommen
  2. und 15€ Cashback erhalten
  3. 17,99€ statt 29,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Raspberry Pi

    Schutz gegen Übernahme durch Hacker und Botnetze verbessert

  2. UHD-Blu-ray

    PowerDVD spielt 4K-Discs

  3. Raumfahrt

    Europa bleibt im All

  4. Nationale Sicherheit

    Obama verhindert Aixtron-Verkauf nach China

  5. Die Woche im Video

    Telekom fällt aus und HPE erfindet den Computer neu - fast

  6. Hololens

    Microsoft holoportiert Leute aus dem Auto ins Büro

  7. Star Wars

    Todesstern kostet 6,25 Quadrilliarden britische Pfund am Tag

  8. NSA-Ausschuss

    Wikileaks könnte Bundestagsquelle enttarnt haben

  9. Transparenzverordnung

    Angaben-Wirrwarr statt einer ehrlichen Datenratenangabe

  10. Urteil zu Sofortüberweisung

    OLG empfiehlt Verbrauchern Einkauf im Ladengeschäft



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Spielen mit HDR ausprobiert: In den Farbtopf gefallen
Spielen mit HDR ausprobiert
In den Farbtopf gefallen
  1. Ausgabegeräte Youtube unterstützt Videos mit High Dynamic Range
  2. HDR Wir brauchen bessere Pixel
  3. Andy Ritger Nvidia will HDR-Unterstützung unter Linux

Shadow Tactics im Test: Tolle Taktik für Fans von Commandos
Shadow Tactics im Test
Tolle Taktik für Fans von Commandos
  1. Civilization 6 Globale Strategie mit DirectX 12
  2. Total War Waldelfen stürmen Warhammer
  3. Künstliche Intelligenz Ultimative Gegner-KI für Civilization gesucht

Named Data Networking: NDN soll das Internet revolutionieren
Named Data Networking
NDN soll das Internet revolutionieren
  1. Geheime Überwachung Der Kanarienvogel von Riseup singt nicht mehr
  2. Bundesförderung Bundesländer lassen beim Breitbandausbau Milliarden liegen
  3. Internet Protocol Der Adresskollaps von IPv4 kann verzögert werden

  1. Genau sowas steht in den Sicherheitsrichtlinen...

    floewe | 22:56

  2. Re: Wie ist das möglich?

    delphi | 22:53

  3. Re: Hintergrund?

    delphi | 22:46

  4. Re: Port umlenken

    floewe | 22:46

  5. Re: hä? gericht wieder einmal weltfremd?

    lear | 22:43


  1. 15:33

  2. 14:43

  3. 13:37

  4. 11:12

  5. 09:02

  6. 18:27

  7. 18:01

  8. 17:46


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel