Interview: Ego-Shooter zur Paartherapie

Über den Computerspiel-Einsatz in der Psychologie

Computerspiele haben mitunter einen schlechten Ruf, insbesondere Ego-Shooter müssen oft als Sündenböcke für allerlei Probleme herhalten. Psychologen dagegen verwenden die oft kritisierten Ego-Shooter selbst - in der Paartherapie oder gegen Angstzustände. Unser Partner Netzeitung.de interviewte den Diplompsychologen Andreas Frey vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften an der Universität Kiel.

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Netzeitung.de: Herr Frey, Sie haben psychologische Tests mit Hilfe von Computerspielen durchgeführt. In welchen Bereichen werden Computersimulationen in der Psychologie eingesetzt?

Frey: Ein großer Teil der Forschung konzentriert sich auf die Frage, ob gewalthaltige Computerspiele aggressives Verhalten auslösen. Sie werden aber auch in der Psychotherapie angewandt, um Menschen beispielsweise von Angstzuständen zu befreien.

Netzeitung.de: Wie kann man sich das vorstellen?

Frey: Menschen mit Spinnenphobien werden beispielsweise mit simulierten Spinnen konfrontiert. Damit das Ganze realer wirkt, werden häufig 3D-Brillen eingesetzt. Das funktioniert auch bei Höhen- oder Raumangst. Die Patienten werden ähnlich der klassischen Phobie-Therapie mit angstauslösenden Situationen konfrontiert, gewöhnen sich langsam daran und bauen ihre Angst ab. Der Vorteil ist, dass man Spinnen zum Beispiel nur virtuell anfassen muss.

Netzeitung.de: Womit haben Sie und Ihre Kollegen sich in Ihrer Forschung beschäftigt?

Frey: Wir haben mit dem Computerspiel Quake III Arena eine Simulation erstellt, in der das Interaktionsverhalten realer Paare getestet wurde. Es ging darum nachzuweisen, dass Tests mit Hilfe von Computersimulationen genauso gültige Ergebnisse liefern wie beispielsweise Versuchsreihen in einem psychologischen Labor.

Netzeitung.de: Welchen Vorteil haben Simulationen im Vergleich zu Labortests?

Frey: Sie müssen die Probanden nicht in einem Labor untersuchen, in dem sie sich beobachtet fühlen und möglicherweise anders verhalten als sonst. Und Sie müssen die Videoaufzeichnungen nicht erst langwierig transkribieren, da sie die Interaktionsmuster bei Computerspielen automatisiert aufzeichnen können. Das macht die Tests auch finanziell günstiger.

Netzeitung.de: Warum haben Sie für Ihre Versuche ausgerechnet den Ego-Shooter Quake III verwendet?

Frey: Das Spiel wurde für die Versuchsreihe natürlich modifiziert. Die Probanden sind in dem Spiel auf einer Insel gestrandet. Das Ziel war, gemeinsam mit dem Partner ein Feuer zu entzünden, um Hilfe von vorbeifahrenden Schiffen zu bekommen. Der Quellcode von Quake III ist wie der vieler anderer Ego-Shooter frei verfügbar, so dass man das Spiel leicht modifizieren kann. So ist es ohne größeren finanziellen oder zeitlichen Aufwand möglich, das Spiel der spezifischen Fragestellung anzupassen.

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Interviewerin 27. Jun 2007

Es wird ja sehr oft behauptet, dass solche "Ballerspiele" Aggressionen hervorrufen...

Blork 19. Apr 2007

looooooooooooooooooooooooooooooooooooool GROSSES FEUER ;-)

Anonymous Coward 02. Apr 2007

Richtig gewesen wäre: 'Paare erschiessen sich als Therapie?'

DER GORF 02. Apr 2007

Yo, war in etwa das was ich gemeint habe.

Mafia 02. Apr 2007

dito!

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