Interview: Ego-Shooter zur Paartherapie
Netzeitung.de: Und was genau wollten Sie mit Ihrer Untersuchung herausfinden?
Frey: Wir wollten zeigen, dass sich die Paare in der virtuellen Umgebung ähnlich verhalten wie in der Realität. Das heißt, dass zufriedene Paare sich öfters anschauen als unzufriedene, näher beieinander stehen und eher positiv miteinander kommunizieren. Um die Identifikation mit den Spielfiguren zu stärken, haben wir sie an das Aussehen der realen Menschen angepasst.
Netzeitung.de: War der Versuch erfolgreich?
Frey: Ja, insofern als wir tatsächlich substanzielle und theoretisch sinnvolle Zusammenhänge zwischen der Einstellung zum Partner sowie spezifischen Maßen partnerschaftlicher Kommunikationsmuster und dem Interaktionsverhalten im Spiel feststellen konnten. Die Einstellung zum Partner und die partnerschaftlichen Kommunikationsmuster der Paare hatten wir vorab mit Hilfe bewährter Fragebogenverfahren erhoben.
Netzeitung.de: Werden die Ergebnisse nicht manipuliert, wenn unterschiedlich erfahrene Computerspieler an den Versuchen teilnehmen?
Frey: Um solche Unterschiede zu vermeiden, haben alle Probanden vorab an einer Trainingsphase teilgenommen, um sich gut in der virtuellen Umgebung bewegen zu können. Außerdem haben wir Testumgebung und Steuerung wirklich sehr einfach gestaltet.
Netzeitung.de: Haben sich die unzufriedenen Paare inzwischen getrennt?
Frey: Hierzu haben wir bislang leider keine Ergebnisse. Prinzipiell könnte man diese Fragestellung aber gut anhand von Parametern untersuchen, die in unserer virtuellen Welt erhoben wurden.
Netzeitung.de: Welche Schwierigkeiten können bei den Tests in den virtuellen Räumen auftreten?
Frey: Unerfahrenen Computerspielern wird manchmal übel, sie bekommen die so genannte Cybersickness, Angst, feuchte Hände, Schwindel. Dieses Phänomen tritt bei stark beeindruckenden virtuellen Welten auf. Um das zu verhindern, kann man die Spielgeschwindigkeit senken und die Darstellung enger Räume vermeiden.
Netzeitung.de: In der virtuellen Welt von Second Life bietet ein Psychologe Therapiesitzungen an, unter anderem auch Paartherapie. Halten Sie das für sinnvoll?
Frey: Der Mehrwert dieses Angebots ist mir nicht ganz klar. Die Frage ist, wofür will man sich therapieren lassen, für die virtuelle Welt oder die Realität. [das Interview führte Caroline Benzel]
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Es wird ja sehr oft behauptet, dass solche "Ballerspiele" Aggressionen hervorrufen...
looooooooooooooooooooooooooooooooooooool GROSSES FEUER ;-)
Richtig gewesen wäre: 'Paare erschiessen sich als Therapie?'
Yo, war in etwa das was ich gemeint habe.
dito!
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