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MIT-Bibliothek verweigert DRM-EinsatzAbonnement für Online-Archiv abbestellt
Schon seit Jahren nimmt das MIT eine Vorreiterrolle bei der Förderung des offenen Zugangs zu Informationen (Open Access) ein. Als erste Spitzenuniversität der Welt hat das MIT unter der Maxime MIT OpenCourseWare beispielsweise den weltweiten, offenen Zugang zu Lehrmaterialien praktiziert. Ausbilder und Lernende in aller Welt haben so über das Internet kostenlosen Zugang zu modernen, qualitativ hochwertigen Lehrmaterialen
erhalten: Mit Stand von November 2006 sind die Unterlagen für mehr als 1.500 Kurse – von der Raumfahrt bis zur Stadtplanung – online verfügbar. Mit der Entscheidung, sich dem Druck der SAE nach einem DRM-Einsatz nicht zu beugen, bekräftigt die Universität ihre Position.
Die SAE ist nach eigenen Angaben mit 90.000 Mitgliedern aus 97 Ländern die wichtigste Berufsvereinigung für Entwickler und Hersteller von Fahrzeugen aller Art, Luftfahrzeuge eingeschlossen. Die SAE-Mitglieder entwickeln beispielsweise Standards, veranstalten Kongresse und geben Fachzeitschriften heraus. Der Online-Zugang zu den Fachinformationen ist überwiegend nur im kostenpflichtigen Abonnement erhältlich. Um den Online-Zugriff auf die Fachinformationen besser kontrollieren zu können, fordert das SAE von seinen Abonnenten den Einsatz von DRM-Plug-Ins für den Adobe Reader. Auf diese Weise sollen Nutzungshandlungen auf die Bildschirmbetrachtung und den einmaligen Ausdruck von Dateien beschränkt werden. Das Plug-In funktioniert nicht auf Linux- oder Unix-Systemen. Aus Sicht der Bibliothekare würde der Einsatz des DRM-Plug-Ins "die Nutzung von SAE-Papieren schwerwiegend einschränken und eine unnötige Belastung der Leser darstellen", wie es in der entsprechenden Pressemitteilung des MIT heißt. Nach Konsultationen mit den betroffenen Nutzern der SAE-Online-Bibliothek habe man daher beschlossen, das Abonnement zu kündigen, denn "die Reaktionen [der Nutzer] waren eindeutig gegen die Einführung von DRM gerichtet." Alan Epstein, Professor für Raumfahrtechnik, brachte es auf den Punkt, was das Vorgehen der SAE aus Sicht der Wissenschaftler für Konsequenzen haben wird: "Wenn SAE den Zugang zu seinen Materialien einschränkt, werden unsere Mitarbeiter ihre Beiträge in Zukunft wohl anderswo veröffentlichen." [von Robert A. Gehring] (ji)
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